Frieren gegen Serbien, schwitzen gegen Costa Rica

Wettermacher

Die Stimmung beim Public Viewing ist auch vom Wetter abhängig: Fans in Lausanne während des Spiels der Schweizer Nati gegen Honduras an der WM 2014. Foto: Jean-Christophe Bott (Keystone)

Die schlechte Nachricht zuerst: Wenn es diese Woche in der Schweiz irgendwann verbreitet gewittert, dann am Freitag, dem Tag des Spiels gegen Serbien. Darin sind sich alle Computermodelle einigermassen einig, wie am Beispiel Zürich (andere Orte via Menü) zu sehen ist mit der akkumulierten Regenmenge für die kommenden zehn Tage.

Das Timing ist gut für den Match am Freitagabend – die Kaltfront kommt früh, eher schon am Donnerstag und in der Nacht auf den Freitag. Das bedeutet, dass es am Freitagabend trocken sein kann (wir nennen das postfrontale Subsidenz), aber kühl mit Temperaturen deutlich unter 20 Grad. Gfrörli dürften also etwas Warmes zum Anziehen brauchen und die Stimmung eine Stufe weniger ausgelassen sein als an einem warmen Sommerabend mit 28 Grad zum Anpfiff. Und falls es Grund zu grosser Ausgelassenheit mit Freinacht gibt: Gegen Freitagmorgen sinkt die Temperatur unter 10 Grad, da braucht es schon fast einen währschaften Pulli.

Das Wetter taugt nicht als Entschuldigung

Im russischen Kaliningrad ist die Südwest-Nordost geneigte Kaltfront noch etwas früher durch. Wenn alles gut läuft, kann es zum Spiel wieder trocken sein; nur tagsüber gibt es wegen des Regens in der Nacht eine Restrutschigkeit des Rasens. Bei rund 15 Grad am Freitagabend muss das sogenannte Anschwitzen formerly known as Warmlaufen schon durch körperliche Tätigkeit erreicht werden – das ist der aktuelle Stand für die Vorhersage des Wetters in Kaliningrad.

Das Spiel gegen Costa Rica ist noch ziemlich weit weg, aber es sieht so aus, als ob sich nach der Freitagskaltfront ein stabiles Sommerhoch aufbauen könnte. Selbst wenn man den Unsicherheitsbereich beim 14-Tage-Trend einkalkuliert, ist die Wahrscheinlichkeit für einen gemütlichen lauen Fussballsommerabend am 27. Juni in der Schweiz (z. B. Zürich) sehr hoch.

In Nischni Nowgorod sieht es für die Spieler und mitgereisten Fans nach keinen grossen Dramen, sondern nach einem warmen Abend ohne besondere Vorkommnisse aus, wenn der Trend so bleibt, wie der 14-Tage-Trend samt Unsicherheitsbereich zeigt. Doch es kann auch ganz anders sein. Am Spieltag vor drei Jahren herrschte in Nischni Nowgorod brasilianische Schwüle mit über 30 Grad und extremer Luftfeuchtigkeit:

Fazit: Die Schweizer Spieler können nichts aufs Wetter schieben, falls Schuldzuweisungen notwendig sind, wovon wir ja nie ausgehen. Apropos, die Deutschen spielen am kommenden Samstag in Sotschi. Tüppig. Gewittrig. Nachts die Klimaanlage an. Der Feind Nummer eins des Deutschen, der geheimnisvolle Durchzug, weil es draussen nachts nicht abkühlt – wenns nicht läuft, wissen wir warum.

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