So sehen Regentropfen wirklich aus

Räge-Rägetröpfli …: Okay, nicht alle mögen den Regen – aber fast alle zeichnen ihn falsch. (Foto: Getty Images)

Wir müssen über Regen reden. Von Dienstag auf Mittwoch hat es in der Schweiz fast überall geregnet. Nicht das grosse Drama, das manche befürchtet haben, aber immerhin (zum Ablesen in die Kantone) – wie immer, wenn auch Gewitter dabei sind, regional sehr unterschiedlich.

Es ist anzunehmen, dass viele Kinder derzeit gerade gerne Wolken mit Rägetröpfli zeichnen. Und diese Tröpfli haben ziemlich sicher eine Tränenform. Doch bevor wir mit diesem unlogischen Missverständnis aufräumen, zunächst ein paar Fakten über Wolken.

Wasserwolke oder Eiswolke?

Die meisten Wolken bestehen aus Regentropfen (unten) und Eiskristallen (oben). Nur ganz wenige Wolken sind ganz aus Wassertröpfli, meist nur flache Nebel- und Hochnebelfelder im Winter wie im Sommer.

Diese flachen Nebelfelder bestehen selbst im Winter bei -10 Grad noch aus Wassertropfen, wie Sie im Scheinwerfer- oder Taschenlampenlicht sehen können (für die Vorfreudigen: Nur noch rund vier Monate bis zur nächsten anständigen Nebellage!). Wasser kann also unterkühlt sein, solange man es nicht stört. Erst beim Auftreffen auf einen Gegenstand gefriert es sofort – so entsteht der Raureif.

Mithilfe der Sonne können Sie erkennen, ob eine Wolke aus Wasser oder Eis besteht. Erscheint die Sonne hinter der Wolke kreisrund, ist es eine Wasserwolke. Ist hingegen ein unregelmässiger Fleck sichtbar, so ist es eine Eiswolke.

Die Wolkenform bestimmt die Tropfengrösse

Die Grösse der Regentropfen hängt von der vertikalen Ausdehnung der Wolke ab. Nieselregen, Nieseln, Fiserle, Nebelregnen entstammen aus sehr flachen Regenwolken. Sehr grosse Regentropfen wie bei einem Gewitter brauchen jedoch starke Aufwinde und die Zusammenarbeit mit Eiskristallen, um so gross zu werden. Ein grosser Regentropfenpflartsch ist schwer, deswegen sind grosse Kumulonimbuswolken (auch bekannt als Blumenkohl) am besten geeignet, auch grosse Tropfen hervorzubringen.

Leider ist es so, dass Regentropfen oft falsch gezeichnet werden, womit ich wieder zu meinem bereits erwähnten Anliegen  kommen möchte. Sicher ist es nicht nur Ihre Aufgabe, Ihrem Kind die korrekte Form eines fallenden grösseren Regentropfens nahezubringen, aber wer weiss, ob das Kindergarten-Lehrpersonal Zeit hat, da es sich womöglich schon um das korrekte Aussehen eines Blitzes unter gezeichneten Gewitterwolken kümmert.

Deshalb hier eine kleine Anleitung:

 

Die von vielen Menschen, auch Erwachsenen, gezeichnete Regentropfenform ist leider falsch. Fallende Regentropfen üblicher Grösse sehen aus wie unten, in der Mitte durch den Fahrtwind etwas eingedrückt. Sie können sich gut vorstellen, dass die Tränenform generell eher unlogisch ist. Weshalb sollte etwas Flexibles, dass sich gegen den Wind bewegt, zuvorderst besonders dick sein? Eben! Bitte teilen Sie Ihren Kindern mit, wie Regentropfen aussehen und üben Sie in den Sommerferien. Denn spätestens in fünf Monaten kommt hier der Blogeintrag: So sehen Schneeflocken wirklich aus!