Aufstand der Abgehängten

(Reuters)

Jetzt steht Trumpland an:  Jubelnder Trump-Anhänger nach der Präsidentschaftswahl. (Reuters)

«Ein Mann, der dem Geruch des Weissen Hauses folgt, ist selten rational, er ist wie ein brünftiges Tier, ein Platzhirsch ist er, der wild durch die Wälder streift, um etwas zum Kopulieren zu finden», beschrieb der unvergleichliche Hunter S. Thompson die Sucht nach der amerikanischen Präsidentschaft. Trump ist jetzt am Ziel, ein Eroberer ist er, der die Eliten an den Küsten aus ihren komfortablen Nestern geworfen hat.

In New York lümmelten sie in der Herbstsonne über ihren Lattes mit Granatapfelextrakt und glutenfreien Streuseln, als Trumps Horden zum Grossangriff mobilisierten. In San Francisco und Seattle mampften sie vegane Hamburger oder zupften an exotischen Früchten aus biologischem Anbau, als das politische Erdbeben losbrach.

Sie hatten keinen Dunst und keine Ahnung schon deshalb, weil sie der neuen Scheibe von Angel Olson unter ihren sündhaft teueren Beats-Solo3-Kopfhörern lauschten. Oder weil sie Courtney Barnett abnickten. Oder die Strokes. Vielleicht vertieften sie sich sogar in das Klavierquintett No. 2 von Ernest Bloch.

Grönland oder noch schlimmer

Natürlich hörten sie nichts von den herannahenden Haufen von Arbeitern und Bauern vom platten Land und aus den Kleinstädten, die sie, die Eliten, bei ihren Reisen von Küste zu Küste überflogen. Terra incognita war das, Grönland oder noch schlimmer. Da unten lagen Kansas und Oklahoma, die Obere Halbinsel von Michigan, die Weiden Wisconsins oder die Hügel Tennessees und die Einöde des ländlichen Nebraskas.

Sie hatten keine Ahnung, was dort los war, und wurden deshalb in der Wahlnacht kalt erwischt. Denn die Landbewohner und Kleinstädter, die weissen Arbeiter und Abgehängten wählten Trump. Er hatte ihnen versprochen, den Sumpf in Washington auszutrocknen, und geschworen, sie in ein gelobtes Land zu führen – ohne Fremdlinge, mit einer Mauer zum Schutz. Alles werde gut, hatte Trump gesagt.

Niemand würde mehr über sie lachen oder ihre Heimat als «Flyover-Zone» verhöhnen und die Stirne runzeln, wenn sie nicht wussten, wie das heisseste Power-Trio in Brooklyn hiess und was der neueste Foodie-Trend war. Sie kannten weder Streichquartette noch Rage Against the Machine.

Modernisierte Version des Bauernstaats

Stattdessen hörten sie Luke Bryan und Carrie Underwood und Kenny Chesney und wischten sich eine Träne ab, wenn Elvis zu Weihnachten trällerte. Von den Clintons hielten sie nichts. Für eine Rede eine Viertelmillion zu kassieren: Davon träumten sie nicht mal. Schon deshalb wollten sie den Clintons keine Erbpacht fürs Weisse Haus einräumen. Hillary war nicht ihr Ding.

Jetzt stehen sie vor den Toren Washingtons, mit Mistgabeln in den Händen. Und mit Trump kommt eine modernisierte Version des Arbeiter- und Bauernstaats. Die Eliten sind geschockt: Ihre Expertise gilt nicht mehr, man wird womöglich ohne sie regieren. Was daraus wird, bleibt abzuwarten. Vielleicht fällt die Ernte schon im kommenden Jahr schlecht aus. Und vielleicht gibt es statt vieler neuer Jobs wieder mehr Arbeitslosigkeit.

Aber wert war es allemal, die Latte-Trinker aus New York und Washington in ihren Elektroautos mit den Hillary-Aufklebern mit einem qualmenden Chevy-Pickup überholt zu haben. Ihnen den Finger gezeigt zu haben im Vorbeifahren: «Fuck you!» Jetzt steht Trumpland an. Ende Januar geht es los. Und wie!

49 Kommentare zu «Aufstand der Abgehängten»

  • Martin Thalmann sagt:

    Gut beschrieben. Und auch gut gewählt vom amerikanischen Volk. Ich hoffe Trump hat den Mut um die Globalisierung und Migration zurückzufahren.

  • michael sagt:

    Ob Trump oder Clinton – abgehängt bleibt abgehängt

  • Hansjürg sagt:

    „In New York lümmelten sie in der Herbstsonne über ihren Lattes mit Granatapfelextrakt und glutenfreien Streuseln, als Trumps Horden zum Grossangriff mobilisierten. In San Francisco und Seattle mampften sie vegane Hamburger oder zupften an exotischen Früchten aus biologischem Anbau, als das politische Erdbeben losbrach.“

    Dieser Absatz ist so grandios und vielsagend, wäre es ökologisch nicht so verwerflich, müsste man ihn ausdrucken und übers Bett hängen.

  • Markus Schweizer sagt:

    Werter Herr Kilian.
    Wenn ich mich an Ihre Kommentare, die Sie auch gern als Analysen zu überschreiben pflegen, erinnere, gehören Sie in vorderster Reihe zu denen, welche vom Ausgang der Wahl total überrascht wurden oder – wie Sie selber es formulieren – keinen Dunst und keine Ahnung hatten. Die einseitige Vorwahl-Berichterstattung in den MSM habe ich mir deshalb auch nicht angetan. Am Dienstag war ich denn doch total überrascht vom deutlichen Resultat und freute mich den ganzen Rest der Woche über den Nachhall dieser Riesenklatsche, mit welcher der Souverän eine jeder Realität enthobene Elite aus Politik und (versuchter, aber vergeblicher) Meinungsmache bedacht hatte. Und jetzt kritisieren Sie als Teil dieser ahnungslosen Elite die anderen. Was für ein herrliches Theater!

  • Markus Poschung sagt:

    Eine Philosophie: Der Staat sei die Summe seiner Normen. Denkt mal darueber nach – hat auch in der CH gueltigkeit.
    Lebe schon seit 40 Jahren im „Fly over country“ (Lake Country Wisconsin). Wir spielen Golf, haben Boote und spielen Tennis.
    Die „Vergessenen“ leben etwa 30 Kilometer oestlich von uns, in Milwaukee. Es sind die Minderheiten (Schwarze, Hispanics etc.), nicht die Weissen.
    Sie sind bei den,Wahlen zuhause geblieben….?
    Wer hat sie gehindert abzustimmen?
    P.S. Der Artikel hat mitten ins Zentrum getroffen.

  • Pietro sagt:

    Es ist doch unglaublich wie Presse, politische Establishments und andere Schreiberlinge wieder scheinbar reale Prognosen abgeben..dabei sind diese eher wieder Angstmacherei..alle diese Prognostiker werfen der Seite die mit ihnen unzufrieden sind Populismus vor..ist den das was sie heute voraussagen nicht auch Populismus..es ist eben für alle Interessentenrichtungen einfacher Angst zu machen als konstruktive Vorschläge zu geben..das lässt der internationale „Polittaig“ nicht mehr zu..zu viele diplomatische Deals werden über die ganze Welt abgeschlossen..zu viele Abhängigkeiten..wie z.B. die EU diese Hebel einsetzt spürt die CH auch..wenn Trump das mit seiner „populistischen“ Art lösen kann..jeder Staat kehrt vor der eigenen Tür..gibt’s vielleicht wieder bessere Zeiten.

  • Martin sagt:

    Wie Herr Kilian die Wählerschaft der jeweiligen Partei beschreibt; einfach spitze! Die Republikaner als die „bösen“ zu bezeichnen, finde ich einfach falsch. Sie sind realistischer. Die Wählerschaft der Demokraten, setzte ich in der Schweiz mit den Wählern der SP & Grünen gleich. In ihrem Wahn von Hipster-Öko-Wahnsinn, kombiniert mit absolut keiner Ahnung von Technik, wollen diese Leute AKW’s durch Windräder ersetzen. Würde sich das durchsetzen, wäre dies weitaus schlimmer, als ein Donald Trump als US-Präsident. Ich verstehe sowieso nicht, weshalb darum so ein Wirbel gemacht wird? Ich frage mich manchmal sowieso: Was ist eigentlich die so oft genannte „Elite“?

    • Geert sagt:

      Martin, mit Deiner Aussage über Windräder und AKW’s zeigst Du mir als Elektroingenieur auf, dass Du derjenige bist der keine Ahnung von Technik hat. Ich würde es sogar als keinen blassen Schimmer bezeichnen.

  • Stöckl sagt:

    Trump wurde demokratisch gewählt. Das ist zu 100% zu akzeptieren. Punkt.

    • Benni Aschwanden sagt:

      Nein, ist es nicht! Es handelt sich hier nicht um einen selbstverliebten leicht schrägen Unternehmer und Selbstdarsteller in irgendeinem unwichtigen südeuropäischen Land, dessen Regierungsmandat sich höchstens innenpolitisch auswirkt. Es geht um den Posten des Oberhauptes des einflussreichsten Landes mit der schlagkräftigsten Armee auf diesem Planeten. Da darf man sich mit gutem Grund gewisse Sorgen machen, insbesondere wenn man von allen Seiten her immer wieder hört und liest, dass Insider (!) Donald Trump die Fähigkeiten für diesen Job aberkennen. Man sollte aus der Weltgeschichte lernen. Vor allem wenn etwas verdächtig nach Volksverblendung und Volksverhetzung riecht.

      • Geert sagt:

        Ja, man sollte sich tatsächlich Sorgen machen, und sich überlegen Warum so etwas passiert, und vor allem was sein eigener Beitrag zu diesem Problem gewesen ist.

  • Markus Bättiger sagt:

    Ja, die bösen „Abgehängten“ – wähle sie für Trump, sind sie böse. Die „Abgehängten“, die für Clinton stimmten (76% der „Abgehängten“ Farbigen stimmten für Clinton), sind aber selbstredend die „Guten“. Wann wohl hat der letzte Wutjournalist seinen Anti-Trump-Artikel geschrieben. Der mediale Einheitsbrei ist nur noch öde, entlarfend und erinnert an ein trötzelndes Kind.

  • Mario Simon sagt:

    Soweit kommt es wen die Politiker den Bürgern ein U für ein X verkaufen. Und dann noch behaupten das U ist das bessere X! Erst kürzlich wieder geschehen in Bern mit der MEI Initiative. Gruss an die Verantwortlichen in der FDP und SP!
    Man hat die Nase voll von den Lügen der Politik. Dann wähle ich doch aus Protest was mir am Glaubhaftesten vorkommt oder gar nicht.

  • Maier Tom sagt:

    Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr. Ein bisschen abgewandelt trifft das auch – ganz besonders – auf Trump zu. Er hat sein grosses Ziel erreicht .- Präsident der USA!, .. nur leider hängt da hintendrann noch ein 4 jähriges Verantwortungs-Märtyrum, es wäre ein Wunder wenn dieser Egomane das durchhält. Oder die USA ihn 4 Jahre ertragen.

  • Herbert Anneler sagt:

    Mit diesem Volk versus Elite-Bild kann ich nichts anfangen. Es ist doch der Machtkampf zweier Eliten – hier einer traditionell liberalen, auch noch im Politischen verwurzelten, dort einer neuen, neureichen, die nur eines kennt: ihre Gier und ihre Ellenbogen, Lug und Trug – eine Elite, welche ihre Maske abgelegt hat, weil sie das Primitivste im Menschen anspricht: seinen Materialismus. Dass dies bei einem Teil von Trumps Stimmvolks ankommt, ist ja logisch: der weisse Mittelstand ist unter die Räder jener Elite gekommen, die Trump verkörpert. Dass gerade dieses Stimmvolk nun Trump auf den Schild gehoben hat, ist das Tragische an der Geschichte – aber eben: Gier macht blind. Diesbezüglich sind sich Trump und seine Wähler gleich – wenn auch aus ganz unterschiedlichen Gründen…

  • Sebastian sagt:

    Was gut ist für die Amerikaner weiss Trump wohl besser als wir. Und ganz bestimmt will er als Heilsbringer und nicht als Niete in die Geschichte eingehen. Für uns Europäer ist der zusätzliche Gegenwind gegen Brüssel sehr willkommen.

    • Roland K. Moser sagt:

      Wieso müssen die USA uns helfen, der EU-Diktatur ein Ende zu setzen? Weil die Europäer Weicheier sind.

    • David sagt:

      Es gab schon einige rechtsnationale Egos die vorgaben Gutes für ihr Land zu wollen. Wie doof ist denn diese Argumentation; bei allen war das Resultat Katastrophal. Nie Geschichtsuntericht gehabt?

      • Geert sagt:

        Es gab schon genausoviele linkssozialistische Egos die vorgaben Gutes für ihr Land zu wollen. Das Problem sitzt in „Ego“ und nicht in rechts oder links, national oder sozial.

  • Ralf Schrader sagt:

    Nachdem die Wahl entschieden ist, wäre es an der Zeit, alle subjektiven, parteiischen, aber sonst nicht begründeten Kommentare einzustellen. Trump hat ein beeindruckendes Wahlkampfspektakel geliefert, er ist eben ein guter Schauspieler. Nur besteht kein Grund zur Annahme, dass sich auch nur ein Moment davon in seine Präsidentschaft fortsetzen wird. Das Drehbuch seiner Auftritte hat er, wie Obama vor ihm und Clinton neben ihm, mit Sicherheit nicht selbst geschrieben. Das machen Profis.

    Ab jetzt gilt die 100 Tage- Regel. Im April 2017 kann man das Thema Trump noch einmal aufgreifen, vorher hat niemand Informationen. Ich wette, es gibt keine gravierenden Kursänderungen gegenüber Obama 2008 – 2016, auch nicht bis zum Ende der Wahlperiode.

    • Michael sagt:

      Leider hat sich das fortgesetzt. Schaut man sich die Hardliner in seiner Mannschaft an, Antisemiten und Klimawandelverleugner, geht das in meinen Augen munter weiter.

  • Benni Aschwanden sagt:

    Weil Trump inhaltlich so unglaublich oberflächlich, leer, plan- und konzeptlos daherkommt eignet er sich hervorragend als Projektionsfläche für Wünsche, Vorstellungen und Sehnsüchte von Unzufriedenen und „Ich-bin-dagegen“-Bürgern. Jeder kann die hohle Hülle Trumps mit demjenigen Inhalt füllen, der einem gerade passt. Einen fetten Beitrag dazu leisten die Medien, welche die nötigen Schlagzeilen liefern, nach denen sich der 08/15-Stimmbürger dann seine unverrückbaren Vorurteile baut. Denn Schlagworte genügen offensichtlich, um sich profund informiert zu fühlen. Und diese Tendenz zur Oberflächlichkeit wird in Zukunft noch deutlich zunehmen. Ein sehr gefährlicher Trend.

  • Roland K. Moser sagt:

    Ich sehe es so:
    Als erstes nach der Wahl hat Trump die Wahlversprechen von seiner Web-Site genommen, wegen denen er gewählt wurde.
    Er hat die Wahlversprechen gemacht, damit er gewählt wird, und schon vorher gewusst, dass er sie nicht einlösen wird.
    Die Wähler kriegen mit Trump eine Clinton-Light.

  • Regina Probst sagt:

    Ja, die ländlichen haben die urbanen Stimmen geschlagen, aber 1. nicht einfach die Bauern oder Arbeitslosen, auch die gebildete Mittelschicht und nicht nur die weisse. Landbewohner sind konservativer als Städter, und zwar überall. Auch in Texas haben die grossen Städte Clinton gewählt und nur die kleinen Trump.
    Das aber so abzutun wie Herr Kilian, ist arrogant und dient nicht der Verständigung. Oft ist eine gegenseitige Korrektur von Stadt und Land notwendig, weil die ganze Bevölkerung „mitgenommen“ werden muss. Problematisch ist allerdings, dass kleine ländliche Staaten durch das Elektorensystem leicht bevorzugt sind. So kommt es ab und zu zum Resultat wie jetzt, dass die Gesamt-Bevölkerungs-Mehrheit für Clinton gestimmt hat und die Elektorenstimmen aber an Trump gingen. Brisant.

  • Bernhard PIller sagt:

    Das sagen die Linken ständig: Proletarier steht auf! Und wenn sie dann mal aufstehen, werden sie mit dem Titel “ Aufstand der Abgehängt“ verhöhnt. Das ist linke Logik…

    • Manuel Huber sagt:

      Es wäre in der Tat mal Zeit, dass die Linke die Sorgen und Nöte der unteren Mittelschicht und der Arbeiter ernst nimmt. Sonst wählen diese weiterhin gegen die eigenen Interessen und laufen rechten, reichen Demagogen (Trump, Blocher, Frey etc.) nach, die alles tun was der Oberschicht nützt und dem Rest schadet.

    • Roland K. Moser sagt:

      Natürlich!

    • Ralf Schrader sagt:

      Das mag ja stimmen, aber weder in den USA als in der Schweiz gibt es Linke. Wo sehen Sie den irgendwo linkes Gedankengut?

  • Maier Tom sagt:

    Pest oder Cholera, nun haben wir die Pest – eine längst überwunden geglaubte Krankheit. Und es wird diejenigen am härtesten treffen die sich davon am meisten versprachen. Auf jeden Fall wird es sehr hässlich für Alle.
    Wir werden sehen – vielleicht haben Anstand und Emphatie tatsächlich ausgedient, welch triste Zukunft.

    • peterchens mondfahrt sagt:

      Beschreiben Sie mir doch bitte was genau noch hässlicher werden sollte als es nicht jetzt schon ist ?
      Was wird aus welchen Gründen hässlicher ?
      Wieso schliessen Sie kategorisch aus das nicht einige Dinge sogar besser werden ?

      • Maier Tom sagt:

        Wenn er auch nur einen Teil der angekündigten Handelsfreiheiten rückgängig macht hat das Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft. Wenn er Mexiko wie angekündigt abhängt, die Immigranten nicht mehr will, werden die US-Unternehmen schwer leiden, damit der Konsum, damit die Exporte von CH usw usw, .. simple Oekonomie.
        , .. ach ja, die Ankündigungen gegen China: Wir wollen mal alle hofen dass diese nicht ernst gemeint waren – die Bremsspuren würden nicht nur in Asien sichtbar sein. Nochmals simple Oekonomie – nocht weitere Beispiele gefällig?
        Ihre menschliche Handgranate (Köppel) wird Kolateralschaden hinterlassen, beten Sie schon mal dass es nicht Sie trifft.

    • Ralf Schrader sagt:

      Anstand und Empathie sind keine politischen Begriffe oder Werte.

  • Sigi Neukomm sagt:

    Ich würde mich dem anschliessen. Ausserdem bin ich überzeugt, dass Hunter Trump geliebt hätte.

  • Jan Holler sagt:

    Ja, das „fuck you“ kann man sehr gut verstehen. Man kann sich fragen, ob das Land nun unter Trump mehr gespalten ist oder es unter Clinton mehr gewesen wäre. Die beiden sind zueinander reziprok. Clinton tut so als sei sie nicht unehrlich, was ihr niemand glauben konnte oder wollte. Trump tut so als sei er nicht ehrlich, was ihm jeder glauben konnte. Beide lügen, doch der authentischere Lügner hat sich durchgesetzt.
    Doch was folgt nun? – Nun wird Trump wohl als das entlarvt, was er ist: Ein Schwätzer. Seine Regierung wird durchsetzt sein vom Establishment, er wird keine Mauer bauen – er wird alle Wähler vor den Kopf stossen, die ihn ihm den Erneuerer, den Heiland gesehen haben. Und dann? Er wird noch härter mit dem Zweihänder dreinschlagen. Worte statt Taten, eben wie ein Politiker.

    • Maier Tom sagt:

      Ihre Voraussage wäre die ungefährliche der möglichen Varianten. Wir wollen hoffen es geht so aus – die andere Seite der Möglichkeiten wäre hässlich für alle, am meisten für diejenigen die ihn wählten.

  • Rolf Rothacher sagt:

    Der einzige, der wirklich dumm dasteht, ist Kilian selber, der Trump-Basher der ersten Stunde. Und warum hat er nicht bei Obama geschrieben: «Ein Mann, der dem Geruch des Weissen Hauses folgt, ist selten rational, er ist wie ein brünftiges Tier, ein Platzhirsch ist er, der wild durch die Wälder streift, um etwas zum Kopulieren zu finden»
    Das ist weder Journalismus, noch Objektivität, sondern Verleugnung der Tatsachen. Und es waren eben NICHT die „Unterpriviligierten und ängstlichen Alten“, welche Trump gewählt haben, das hat die Analyse längst gezeigt, sondern genauso gut ausgebildete und sogar junge Menschen. Kilian lebt in seiner eigenen Welt und die hat mit der Realität einfach nichts zu tun. Er sollte wie die Clintons einfach still abtreten.

    • Jan Holler sagt:

      Mir haben im Gegenteil, die Artikel und Kommentare von Martin Kilian immer gut gefallen. Ohne die Unterprivilegierten wäre Trump nicht gewählt worden. Nicht Trump hat gewonnen, Clinton hat verloren. Persönlich hätte ich niemals Clinton gewählt, wenn, ja wenn ihr Gegner nicht Trump geheissen hätte: Lieber eine unsympathische heuchlerische Lügnerin mit viel Erfahrung, als ein unsympathischer lügender und hetzender Dummkopf und Rassist ohne jegliche Kenntnis von Politik und Diplomatie. Das war die Wahl! Clinton hätte niemals antreten dürfen. Sie hat ihre persönliche Karriere vor die Interessen des Landes gestellt und ist kolossal daran gescheitert.

    • Heinz Stucki sagt:

      Auf den Punkt gebracht, Hr. Rothacher, mein Respekt! Es ist überhaupt keine Selbstkritik von Hr. Kilian zu sehen, dabei geht es doch um seinen Job. Er als Journalist hätte doch noch viel eher die Sache sehen müssen. Für ihn ist scheint es einfacher, nun über die anderen zu schreiben, die es nicht sehen wollten. Mein Vorschlag für den Start des nächsten Artikels von Hr. Killian:
      „No cabe duda de que es culpa mía no haber sido consciente de su existencia en los últimos años.“
      „Es liegt sicherlich an mir, dass mir Ihre Existenz in den letzten Jahren nicht aufgefallen ist“

    • Monique Saulnier sagt:

      Vielleicht hat Kilian den Platzhirsch-Satz über Obama nicht geschrieben, weil Obama nicht so ist, weil er intelligent und rational ist. Intelligenz überfordert offensichtlich, Rationalität ist offensichtlich unpopulär. Im Trend scheint weltweit populistische Hetze und Hass zu sein.

    • Klaus Hählen sagt:

      Es waren alle, die wieder mal nach unten treten wollten, damit sie nicht selber runterfallen. Trump hat ihnen einfach eine Projektionsfläche geboten. Funzt hierzulande ja ebenfalls tiptop bei einem Drittel der Wählenden.

    • Benni Aschwanden sagt:

      Ich finde Ihren Kommentar mit persönlichem Angriff auf Herrn Kilian daneben. Wer sind Sie, dass Sie sich die Frechheit herausnehmen, dem Autor seine berufliche Kompetenz in Frage zu stellen? Wenn Ihnen die Artikel von Herrn Kilian nicht zusagen dann lesen sie sie halt nicht! Ich finde diese Saumode generell daneben, dass Leser sich hier zunehmend befugt fühlen, die Autoren und Journalisten persönlich anzugreifen und schlecht zu machen. Ich wundere mich teils sehr, dass die Tagi-Zensur das zulässt.
      Wir werden alle sehen, was nach dem 20. Januar passiert. Eines wünschte ich mir: Falls es mit Trump tatsächlich zum Desaster kommt sollen alle, die für ihn stimmten und mit ihm sympathisierten hinstehen und ihren Irrtum zugeben! Aber sie werden sich wohl verkriechen wie Trump selber auch.

    • Hans Hegetschweiler sagt:

      Es haben sehr viele Leute für Trump gestimmt, weil sie vom Klüngeltum und der oft sehr formelhaften Kommunikation der politischen Elite abgestossen waren und der Meinung waren, dass hier etwas Neues kommen müsse. Will man diese Wähler verstehen, muss man sich Mr. Smith goes to Washington, den Kultfilm aller Kultfilme anschauen. Nur Trump ist eben kein Mr. Smith. Jeff Smith ist zwar politisch auch unkorrekt, lebt aber nur für seine PfadfinderInnen und kümmert sich nicht um Geld. und er hackt nur auf der Elite und nicht auf Minderheiten herum. Es ist in den USA wie bei uns: Müller, Pfister, Bischof, Levrat, sie sind alle extrem unglaubwürdig, aber wären Glarner oder Köppel wirklich Herkulesse, die den Augiasstall ausmisten?

      • Henri Brunner sagt:

        Herr Rotacher,
        ein guter und treffender Kommentar, danke!
        Diese selektive Wahrnehmung, diese ungleichen angelegten Masstäbe, diese einseitige Blindheit ärgern nicht nur bei Kilian, leider arbeiten und schreiben viele Journalisten so.

  • Daniel König sagt:

    Volltreffer Herr Kilian! Sie beschreiben in wenigen Worten ziemlich präzise wo die Spaltung stattfindet. Es braucht offensichtlich Trumps, dass die Menschen erwachen. Vermutlich erst mal mit einem Kater. Hoffentlich legen sich die Amis nun nicht wieder ins Bett und dösen weiter…

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