Ein verhängnisvoller Autoverkauf

Welttheater

Mark Oberholtzer, ein Terrorunterstützer? Diese Szene legt es nahe. Foto: Twitter

Sie, jawohl, Sie, laufen eines schönen Tages um Ihren alten Lieferwagen herum und denken: Eigentlich könnte ich einen neuen brauchen. Sie sind Bäcker, und auf dem alten Lieferwagen steht auf beiden Seiten: Hans Huber, Bäckerei und Konditorei, Aarau, dahinter die Telefonnummer. Sie verkaufen Ihren alten Lieferwagen beim Händler und erstehen einen neuen Lieferwagen. Die Beschriftung des alten Lieferwagens interessiert niemanden, denn vor dem Wiederverkauf wird der Händler doch gewiss die Huberei auf dem Wagen entfernen lassen.

Längst haben Sie die Transaktion beim Händler vergessen und sitzen mit einem Bier ein Jahr später auf dem wohnzimmerlichen Sofa und verfolgen die TV-Nachrichten, als Ihr Blutdruck plötzlich steil nach oben rast: Auf dem Bildschirm taucht Ihr alter Lieferwagen auf, irgendwo in Nigeria im Besitz der Terrormiliz Boko Haram. Auf dem Dach ist ein Maschinengewehr angebracht, auf beiden Seiten aber ist zu lesen: Hans Huber, Bäckerei und Konditorei, Aarau, dahinter die Telefonnummer.

Sie fallen fast in Ohnmacht, derweil Ihr Handy wie Ihr Geschäftstelefon und Ihre private Leitung zu bimmeln beginnen und Unbekannte Sie als Ober-Schwein und Terrorpaten beschimpfen und Ihnen mit dem Abfackeln Ihrer Bäckerei sowie dem Tod drohen. Sie sind fix und fertig – ein Albtraum.

Genau das aber widerfuhr dem Klempner Mark Oberholtzer in der Stadt Texas City. Im Oktober 2013 gab er seinen Ford-Pick-up-Truck, Baujahr 2005, bei einem Händler in Houston in Zahlung und kaufte einen neuen Truck. Auf dem alten Fahrzeug stand auf beiden Türen die Telefonnummer mitsamt dem Namen seiner Firma: Mark-1-Klempnerei. Als Oberholtzer den Händler – Autonation Ford – bat, die Aufschriften zu entfernen, winkte dieser ab: Der Lack litte darunter, er werde sich später darum kümmern.

Nichts aber geschah. Der alte Truck des Klempners wurde in Houston versteigert und in die Türkei verfrachtet. Im Dezember 2014 geisterte das Fahrzeug sodann durch die Medien: Auf der Pritsche war eine Kanone zu sehen, syrische Jihadisten die neuen Besitzer des Oberholtzer’schen Trucks. Und leider stand auf dem Fahrzeug: M-1-Klempnerei, Telefonnummer soundso. Ein Foto des Terror-Trucks wurde getwittert, dank einer US-Fernsehshow sahen mehrere Millionen Amerikaner das umgerüstete Fahrzeug.

Für Oberholtzer brach nun die Hölle los: «Das Büro von Mark-1, das Geschäftstelefon von Mark-1 und Oberholtzers Handy erhielten an einem einzigen Tag über 1000 Anrufe aus dem gesamten Land.» So heisst es in der Klageschrift. Denn Oberholtzer verklagte kürzlich den Autohändler. Und penibel beschrieb die Klageschrift die Art der telefonischen Kommunikation: «Die Anrufe enthielten zahlreiche Drohungen – Gewalt, Verletzung, Sachbeschädigung und sogar Tod.»

Die Anrufer hätten, so die Klageschrift weiter, Fäkalsprache benutzt oder «auf Arabisch gesungen» und Herrn Oberholtzer «und seine Angestellten und Familie samt den Kindern und Enkeln» auf grässliche Weise «mit dem Tode bedroht». Jetzt will der Klempner vom Autohändler über eine Million Dollar Schadenersatz und Schmerzensgeld, weil der Vorfall seinen Betrieb und ihn ruiniert habe. Den Prozess dürfte Oberholtzer gewinnen. So geht es nun wirklich nicht.

Video: USA Today/Youtube

7 Kommentare zu «Ein verhängnisvoller Autoverkauf»

  • Roland K. Moser sagt:

    🙂
    Die Linken und Netten wollen der Schweiz den Waffen-Export verbieten. Gleichzeitig stört es sie natürlich nicht, dass alle Terroristen die Sozi-Knarre Kalaschnikow benutzen und meistens mit Toyota-Pick-Ups unterwegs sind.

    • Alain Wolf sagt:

      Natürlich stört mich dass, aber ich bin leider nur in der Schweiz stimmberechtigt.
      Es stört mich auch wenn meine Pensionskasse meint. sie müsse meine Rente mit solchem Wahnsinn finanzieren.
      Was das wiederum mit Links oder Rechts zu tun haben soll, ist mit aber schleierhaft.
      Kalaschnikows bzw. deren Nachbauten, wurden in fast jedem bekannten bewaffneten Konflikt nach dem Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Einfach nur darum weil sie billig herzustellen und einfach in der Bedienung ist. Also nicht nur von Terroristen.

  • Sacha Meier sagt:

    Sogar meine Katze weiss, dass heute irgendwo zwischen 99.7% und und 99.8% aller Occasions-Pick-Ups als Waffenplattformen in den Kriegsgebieten dieses Planeten enden. So werden sie in den zahlreichen asymmetrischen Konflikten zu wendigem, agilen und schnellem Kriegsgerät, das Panzer, Artillerie und sogar Kampfjets locker ausmanövriert. Über stehengebliebene Beschriftungen sollten man sich nicht ärgern, sondern solche monetarisieren. So könnten findige Werbefirmen die wertvollen Pick-Up Werbeflächen an Grosskonzerne vermarkten. Damit wirkt die Fahrzeugwerbung in den Tagesschauen, auf Youtube – und sogar bei den Terrororganisationen selber.

  • Kaspar Tanner sagt:

    Interessant, dass der Truck zuerst bei unserem „Partner“ im Kampf gegen den IS – der Türkei – war, bevor er – schwupsiwups! – zu Islamofaschisten kam. So ein Pickup-Truck kann man natürlich völlig unbemerkt in eine Kriegszone schmuggeln…

    Erdowahn hat gesagt, dass er zurücktrete, wenn ihm Unterstützung des IS und anderer Terror-Gruppen nachgewiesen werden könne – reicht das Twitter-Bild als Beweis?

    • Ronnie König sagt:

      Nein, dies genügt nicht als Beweis, denn er hat ihn sicher nicht in Houston ersteigert! Aber es zeigt wie die Globalisierung auch bei den Gewinnern einzelne Opfer fordert. In jenem Land also, wo der ganze globale Wahnsinn seinen Anfang nahm. Und dieser Albtraum ist noch lange nicht zu ende, nein, er hat gerade erst begonnen und zieht die heile Schweiz auch hinein,- ohne Huber aus Aarau, aber ein Nebenakteur verschlimmert hier die Lage zusehends mit. Er wohnt in ZH und besitzt ein Schloss. Aber bis man das realisiert, sind wohl Chancen zur Korrektur so selten wie Wasser in der Wüste.

      • Kaspar Tanner sagt:

        Das Problem ist, dass die Linken die Nation und die Rechten den Staat abschaffen wollen.
        Ich kann mit beiden Zielen nichts anfangen.

      • Roland K. Moser sagt:

        Es ist nicht Blocher das Problem, sondern Kalaschnikow, der die Sozi-Knarre AK-47, auch vulgär Kalaschnikow genannt, erfunden hat.

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