Vorsicht, US-Reisende!

Der sicherste Ort in Washington DC: Das Weisse Haus.

Der sicherste Ort in Washington D.C.: Das Weisse Haus.

Der Sommer naht und mit ihm die Reisezeit, in der allerhand Touristen in fernen Ländern lümmeln. So auch im Land der begrenzten Möglichkeiten, wo zwar jeder das eigene Glück verfolgen darf, aber nur wenige ans Ziel gelangen. Wie eh und je locken die USA Reisende an, sei es, weil sie in den Nationalparks zelten oder in New York shoppen oder in Oklahoma beim Barbecue ein kleines Fracking-Erdbeben erleben möchten.

Aus der Eurozone werden es diesmal wegen der Trash-Währung leider nicht so viele Besucher sein. Und wer kommt, macht Discountferien mit Fast Food und Motel 6. Aus den offiziellen Reisehinweisen diverser Aussenministerien für Bürger, die in den Vereinigten Staaten urlauben wollen, wird leider ersichtlich, dass die USA nicht ohne sind und der Reisende sich vorsehen muss. Immerhin aber gibt das Schweizer Aussenministerium zu, dass die Vereinigten Staaten «stabil» seien.

Ja nun, trotz Richard Nixons illegal erwogener Machtübernahme 1974 und Obamas muslimischem Coup d’État ist das Land in der Tat überwiegend stabil. Sofern man von Rassenunruhen und täglichem Mord und Totschlag absieht. Zudem ist das amerikanische Leitungswasser «in der Regel – wenn auch nicht sehr schmackhaft (chloriert) – gefahrlos trinkbar». So steht es in den Reisehinweisen des österreichischen Aussenamts. Gewiss gibt es in Oberjodel am Steiss schmackhaftes Leitungswasser, nein?

In der Hauptstadt Washington solle der österreichische Besucher «vor allem Bereiche der südöstlichen wie südwestlichen Stadtteile vermeiden». Dort rumst es. Vor dem Weissen Haus zu lungern, ist deshalb sicherer: überall Polizei! Das deutsche Auswärtige Amt wiederum warnt, es sei «in den USA vergleichsweise leicht, in den Besitz von Waffen zu gelangen; sollten Sie Opfer eines bewaffneten Überfalls sein, versuchen Sie nicht, sich zu wehren!».

Jawohl, lieber nicht. Es sei denn, man würde gleich nach der Einreise den Rat der Freunde allgemeiner Volksbewaffnung wie etwa der Knarrenlobby NRA beherzigen und umgehend eine preisgünstige Schusswaffe für den täglichen Bedarf kaufen. Möglichst bei einer «Gunshow», wo nichts und niemand kontrolliert wird. «Dass Sie aus Wuppertal kommen, interessiert uns nicht, hier bitte, Ihre Kanone!», sagt der freundliche Verkäufer.

Jetzt wird Ihr Urlaub extrem interessant: Sie sind aus Wuppertal, Sie sind bewaffnet – und Sie leisten bei einem Raubüberfall erheblichen Widerstand. Wie es sich gehört!

Das französische Aussenministerium sorgt sich hingegen mehr über zwischengeschlechtliche Probleme französischer Bürger in US-Amerika. «Es wird empfohlen, gegenüber dem anderen Geschlecht eine reservierte Haltung einzunehmen», heisst es im Leitfaden vom Quai d’Orsay. Sonst droht womöglich eine amerikanische Sammelklage gegen die Grande Nation wegen dumpfer Anmache, sexueller Belästigung und Nacktbadens. Natürlich vor amerikanischen Gerichten.

Den Japanern wird von der Nippon-Diplomatie in Tokio empfohlen, im Krankheitsfall lieber nach Hause zurückzukehren und ausserdem die «mentale Gesundheit» zu pflegen. Wie wahr! Wer freilich sorgsam auf mentale Hygiene achtet, weder ballert noch grapscht, erlebt den schönsten Urlaub seines Lebens – in einem stabilen Land mit trinkbarem Leitungswasser!

17 Kommentare zu «Vorsicht, US-Reisende!»

  • Hansjürg sagt:

    Wieso sollte ich in die USA reisen? Ich gehe ja auch nicht in den Sudan, Irak, nach Somalia, Ukraine, Afghanistan etc. Es war schon immer besser, um Kriegsgebiete und kriegführende Staaten einen grösseren Bogen zu machen.

  • Jean-Louis Augert sagt:

    Franzosen werden in den USA im Allgemeinen freundlich empfangen, besonders in New Orleans. Was kümmern mich die Funktionäre vom Quai d’Orsay? Nicht alle Franzosen heissen ‚DSK‘; im Gegenteil …

  • Dieter Neth sagt:

    Ich hab mich in den USA noch nirgends unsicher gefühlt. Da scheint es einfach hierzulande zu viele Angsthasen zu haben. Und klar, politisch ist es halt unkorrekt, dorthin zu reisen. Aber eine wahre Heldentat war es, in den Achzigern in Reagans USA zu reisen. Das reinste Spiessrutenlaufen. Heute nerven nur die Einreisekontrollen. Aber bei den Amis denkt wenigstens nur die Regierung, Du seist ein Krimineller oder Terrorist, hierzulande kann einem jeder Bünzli-Nachbar die Polizei auf den Hals hetzen, da fühlt sich jeder zum Bullen berufen, gerade im Strassenverkehr. Für politisch ganz Unkorrekte. Machen Sie Ferien in Texas! Und kommen sie mit neuen Ansichten darüber zurück. Die Texaner waren uns 21 Jahre lang gute Nachbarn!

    • Edith Habermann sagt:

      Texaner sind die grössten Patrioten der Welt! Das meine ich nur positiv. Der patriotische Texaner zeichnet sich durch seine unendliche Gastfreundschaft aus. Nirgendwo auf der Welt traf ich auf so viele nette Menschen, die voller Stolz und ohne Hintergedanken einer Fremden ihre Heimat zeigen wollten. Texaner sind Leute die anpacken. Es wird nicht gemotzt und genörgelt. Falls etwas nicht gut ist, wird nicht lange geredet, sondern eben angepackt und es wird gut gemacht. Ich liebe dieses Land und seine Leute.

  • Gaby sagt:

    Ein wunderschönes Land zum bereisen, Politik hin oder her (wo ist die denn schon makelllos, war eben erst in Griechenland…), aufgestellte Leute, wunderschöne Landschaften und vor allem für Rollstuhlfahrer ein Genuss und absolutes AHA-Erlebnis: AHA, es wäre möglich mit dem Barrierefreien Bauen, AHA, die Amis haben eine ganz andere Einstellung behinderten gegenüber (ich meine eine klar bessere und angenehmere als in Europa).

  • Eva Honegger sagt:

    ich habe eine Tochter in Seattle, war schon vier mal dort und hatte nie Schwierigkeiten, ich gehe sehr gerne in dieses Land. Es ist richtig, dass man gut kontrolliert wird in der Zeit der Terroristen ..E. Honegger.

  • Gabi sagt:

    Was wollen Sie mit dem Artikel genau sagen? Dass die USA gaaaanz schrecklich sind und man besser nicht dort Ferien macht?
    Oder dass die Einschätzungen der hiesigen Behörden nicht über alle Zweifel erhaben sind?
    Ich habe es jetzt zum zweiten Mal gelesen und die Erleuchtung ist ausgeblieben.

  • Hügli Daniel sagt:

    Wer in die USA reist begibt sich in ein Land welches In Europa den Kalten Krieg wieder auleben lässt, sich selber aber nicht unter kontrolle hat und stets versucht in anderen Nationen als Polizei dazustehen. So schön das Land sein mag, die Indianer würden uns sicher freundlicher empfangen.

  • George Zimmermann sagt:

    Wer macht denn schon Urlaub in einem Land, das Einreisende schon vor der Abreise erkennungsdienstlich erfasst (Bio-Pass mit Fingerabdruck) und damit prinzipiell als potentiellen Gauner, Kriminellen und Attentäter einstuft? Es gibt lohnendere Destinationen.

    • Jakob sagt:

      Hey Mr. Kilian ,
      gratuliere Ihnen zu Ihren immmmmmer int. u. köstlichen Artikeln
      aus dem Grossen Amerika !!!

    • Edith Habermann sagt:

      Ich! Und das bald zum zehnten Mal.
      Weil es mir lieber ist, mittels biometrischen Pass erfasst zu werden und als potentieller Gauner, Krimineller oder Attentäter überprüft zu werden, als in ein Land zu reisen, wo Gauner, Kriminelle und Attentäter freie Hand und leichtes Spiel haben. Einmal im Land angekommen, ist die Gastfreundschaft der Amerikaner kaum zu überbieten, wovon Sie sich wegen Ihren Vorurteilen leider kaum je werden überzeugen können. Selber schuld, dass Sie sich all die tollen Nationalparks nie sehen werden. Aber ich hoffe, sie werden in Mallorca, Rimini und Adelboden glücklich und bleiben im Glauben, die Welt gesehen zu haben und diese so gut zu kennen, dass Sie andere belehren können.

      • Jess sagt:

        Sie haben doch nicht wirklich das Gefühl, dass man in Amerika sicher ist?
        Vielleicht lesen Sie sich lieber nochmals den Artikel durch. Nur weil man akribisch ünerprüft wird beim Einwandern, Garantiert das doch noch lange nicht die Sicherheit im Land. Alleine das Waffengesetz, die Einstellung zu Waffen und die täglichen Morde sind da wohl schon Beweis genug.

  • Statistitiker sagt:

    Noch vorsichtiger sollte man in Und den weniger demokratischen osteuropaeischen laendern sein. Dort sind Waffen zwar extrem schwierig legal zu erhalten, dafuer Ist die Mordrate bei einer hohen Dunkelziffer fast doppELT so hoch wie in den USA…

    • Gerd Fehlbaum sagt:

      Und welche osteuropäischen Länder sind das genau? Ausser der offensichtlich AUCH durch den Westen destabilisierten Ukraine. Statistiken? Fakts?

    • Mensch sagt:

      Klar allein die ganzen Toten in der Ukraine.. wenn man sie nur nicht Kollateralschaden nennen würde. Die USA morden lieber in anderen Ländern indem sie Waffen und Bomben liefern machen sie sich ebenfalls zum Mörder. Das gleiche gilt auch für das immer noch besetzte BRD Gebiet von wo aus auch viele Waffen geliefert werden.
      Der jenige der Waffen herstellt ist genau so ein Mörder wie der jenige der sie kauft und benutzt.

      • Dominik Kohler sagt:

        Tja Herr Mensch, da müssen Sie gar nicht so weit gehen. Auch die Schweiz ist munter am Waffenhandel beteiligt.

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