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Die eigene App

Webflaneur am Dienstag den 19. April 2011

Der Webflaneur horcht auf. Ob es wirklich so einfach sei, eine eigene App für ein Android-Smartphone zu bauen, fragt er den Kollegen vis-à-vis. Dieser nickt. Programmierkenntnisse seien keine nötig. Alles, was man dazu brauche, sei etwas Zeit und Geduld. Der Webflaneur schaut ihn ungläubig an. Noch vor kurzem hätten nur ambitionierte Jungs Apps hingekriegt, sagt er. Zudem habe man sich als Programmierer registrieren und einen Obolus entrichten müssen. «Das ist längst passé», sagt der Kollege. «Probiers doch mal selbst.»

Das lässt sich der Webflaneur nicht zweimal sagen. Er leert das Glas und verabschiedet sich mit dem saloppen Spruch: «Ich gehe dann noch rasch eine Webflaneur-App bauen.» Die Kollegen am oberen Ende des Tisches horchen auf. Ob es wirklich so einfach sei, eine eigene App zu programmieren, fragen sie. Euphorisch sagt der Webflaneur: «Probierts doch mal selbst.»

Zuhause angekommen, schiebt er eine Fertigpizza in den Ofen und holt eine Dose Cola. So viel Programmier-Romantik muss sein! Dann surft er zu Googles Appinventor und guckt sich das Beispielvideo an. Er schmökert in der Dokumentation. Dann packt er links einen Knopf und drapiert diesen auf der leeren Seite daneben. Er fügt seinen Lieblingssong hinzu. Nun wechselt er in den Blocks-Editor. Weshalb dieser so heisst, leuchtet ihm bald ein: Hier sollen vorbereitete Teilchen aneinandergehängt werden. Wie in Puzzle-spielen gibt es Teilchen, die zueinander passen, und solche, die sich nicht verbinden lassen. Der Webflaneur packt einen Knopf. Dieses Teil lässt sich mit dem Soundstückchen koppeln.

Nun wirft er den Emulator an. Auf dem Monitor startet ein virtuelles Handy seine App. Es funzt: Drückt er auf den Knopf, wird sein Lied gespielt. Mehr kriegt der Webflaneur an diesem Abend aber nicht mehr hin. Und so murmelt er schliesslich entnervt: «Probierts doch selbst.»

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