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Was soll das?

Webflaneur am Dienstag den 25. Januar 2011

Wer wohl auf so etwas gewartet habe, fragt sie – noch bevor der Webflaneur ihr die soeben entdeckte Website demonstrieren kann. Er zuckt mit den Schultern. Leider wisse er auch nicht, ob diese Plattform zum grossen Renner werde. Die Internetszene und die Risikokapitalgeber zumindest seien euphorisch: Sie erwarteten, dass sich Quora in diesem Jahr durchsetze. «Ich weiss, das nächste grosse Ding», sagt sie mit spöttischem Unterton. «Vielleicht», sagt der Webflaneur. «Zumindest wissen die Gründer wohl genau, was sie tun. Einer war schon bei Facebook am Ruder.» Auch das Konzept leuchte ein: Wer eine Frage hat, stellt diese normalerweise den Bekannten – oder unbekannten Fachleuten. Genau dies tue man bei Quora: Man stellt Fragen. Die anderen Benutzer können diese beantworten – die Freunde genauso wie Leute, die über die Themensuche darauf gestossen sind. Bestehende Antworten lassen sich zudem bewerten. Und sie können sogar von anderen Nutzern ergänzt werden. So gesehen sei Quora eine Kreuzung aus einem Frageportal, der
Wikipedia und einem sozialen Netzwerk à la Twitter. «Vielleicht entsteht daraus ein neuartiges Wissensportal.»

Sie schaut noch immer skeptisch. Dann fordert sie den Webflaneur auf: «Frag doch einfach mal, was dieser Quora-Quatsch soll.» Das tue er wohlweislich nicht, antwortet er leicht gereizt. Zum einen müssten sämtliche Fragen in korrekter englischer Sprache gestellt werden. Ansonsten reagiere die Community. Die bisherigen Fragen seien denn auch auf einem hohen Niveau. Und die Antworten darauf auch, beteiligten sich doch viele Spezialisten – im Moment noch vorab aus dem Internetgeschäft – am Frage- und Antwortspiel. «Buben am Spielen», sagt sie schnippisch. Da reisst dem Webflaneur der Geduldsfaden. «Noch Fragen?», will er harsch wissen. «Nein», sagt sie. Und er: «Dann stehts ausser Frage: Quora ist nichts für dich.»

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