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Sehnsucht nach der guten alten Schreibmaschine

Webflaneur am Dienstag den 28. September 2010

Der Webflaneur sollte unbedingt seine Kolumne schreiben. Doch gerade als er beginnen will, poppt ein Fenster auf: Eine E-Mail sei eingetroffen, steht darin. Der Webflaneur guckt nach. Um die Nachricht ad acta legen zu können, beantwortet er sie postwendend. Nun gehts aber an die Arbeit an seiner Kolumne!

Doch als er mitten im ersten Satz steckt, räuspert sich der Chef neben ihm. Sie diskutieren kurz, was zu diskutieren ist. Nun müsse er aber die Kolumne schreiben, sagt der Webflaneur schliesslich. Und er wendet sich wieder dem Bildschirm zu. Vielleicht wirft er besser rasch einen Blick auf den Nachrichtenticker, um nichts Wichtiges zu verpassen. Einige Minuten später macht er sich wirklich an die Texterei. Doch gerade als er den zweiten Satz zu Computer bringen will, trudelt eine Chatnachricht ein. Sie muss nicht dringend beantwortet werden. Bei dieser Gelegenheit schaut der Webflaneur aber rasch, was die Freunde auf Twitter und Facebook treiben. Nun sei es allerhöchste Zeit für die Kolumne, sagt er sich. Er schreibt. Doch immer wieder wird er abgelenkt. So darf es nicht weitergehen, beschliesst er. Er brauche Ruhe.

Da erinnert er sich an ein Programm, das eben diese Ruhe verspricht: die minimalistische Textverarbeitung Writemonkey. Er lädt sie herunter und startet sie. Auf einen Schlag herrscht Ruhe: ein schwarzer Bildschirm, ein heller Cursor – sonst ist nichts zu sehen. Die Leisten und Fenster sind weg. So lässt sichs arbeiten! Der Webflaneur greift in die Tasten.

Was denn das wieder sei, fragt plötzlich der Chef. Der Webflaneur – jäh aus seiner Arbeit gerissen – dreht sich zu ihm um. Damit liessen sich alle Störungen ausblenden, erklärt er ihm. Oder zumindest fast alle.

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