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Das Osternest

Webflaneur am Freitag den 10. April 2009

Klein Webflaneur durchwühlte die Schränke. Er öffnete Schublade um Schublade. Er guckte in jede Ecke und Nische. Er stöberte sogar im Cheminée, kletterte auf den Schrank, kroch unters Bett. Doch das Osternest fand er nicht. Nach und nach machte die anfängliche Begeisterung einer wachsenden Frustration Platz. Nein, so gemein kann der Osterhase doch gar nicht sein! Gerade rechtzeitig griffen die Eltern ein und lotsten ihn mit «wärmer» und «kälter» in die richtige Richtung. Nachdem Klein Webflaneur das Nest schliesslich entdeckt hatte, war die Welt wieder in Ordnung. Und jene der Eltern auch, glaubten sie doch mit der Versteckaktion vorbildlich spielerisch des Sprösslings Beobachtungsgabe und Problemlösefertigkeiten geschult zu haben.

Daran erinnerte sich der Webflaneur, als er jüngst wieder einmal auf Schatzsuche war. Dieses Mal jagte er keinen Schokoladenhasen im geflochtenen Körbchen, sondern ein profanes Tupperware mit Ramsch darin. Und dieses Mal lotste ihn niemand mit warmen Rufen, sondern bloss Pfeile auf dem GPS-Gerät. Der Webflaneur versuchte sich im Geocaching: Er suchte mit dem Navigationsgerät «Schätze», die andere versteckt und auf Portalen wie  Swissgeocache.ch, Geocaching.com und Opencaching.de aufgelistet hatten.

Während der Schatzsuche hat er sich vorgenommen: Er wird heuer  mal den Eltern ein Nestchen verstecken. Diese müssen es per GPS-Gerät suchen. Gross Webflaneur ist sicher: Seine Eltern werden dabei auf spielerische Weise ganz viel lernen. Mathias Hasi Born

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