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Der Online-Videorekorder

Webflaneur am Freitag den 24. Oktober 2008

«Ach, ich käme so gerne auf Besuch», sagt sie am Telefon. Aber justement am Tag, an dem die Einladung stattfinden soll, strahle das Fernsehen  eine Sendung – «stell dir vor: aus meinem Dorf» – aus. Diese dürfe sie auf keinen Fall verpassen. «Nimm sie auf Video auf», schlägt der Webflaneur vor. Das gehe nicht, sagt sie, denn sie habe keinen Rekorder, und ihr Nachbar auch nicht. Es sei das erste Mal und wirklich jammerschade, sagt sie, dass sie wegen der Glotze absagen müsse. «Doch ich sehe keine andere Lösung.»

«Ich schon», sagt der Webflaneur: «Nimm sie einfach mit einem Onlinevideorekorder auf.» Wie das denn wieder funktioniere, will sie wissen. Man schreibe sich bei einem Anbieter ein, sagt der Webflaneur – bei Save.tv etwa, bei  Shift.tv oder Onlinetvrecorder.com. Dann markiere man die Sendung, die aufgezeichnet werden soll. Sobald die Aufnahme fertig ist, könne man sie herunterladen. «Was kostet das?», fragt sie. Bei Shift.tv und Save.tv müsse man ein Abo lösen, so der Webflaneur. Das koste abhängig von der Dauer monatlich 5 oder 10 Euro. Onlinetvrecorder.com hingegen könne gratis genutzt werden – allerdings mit Einschränkungen: Man müsse penetrante Werbung über sich ergehen lassen. Zudem brauche man Geduld und Geschick, um das Video herunterzuladen. Etwas einfacher gehe es, wenn man sich mit wenigen Franken oder vielen Klicks auf Werbebanner einen Downloadvorteil verschaffe.

Sie bleibt skeptisch. Ob die Aufnehmerei denn rechtens sei?  Das sei etwas unklar, antwortet der Webflaneur. Zu Hause dürfe man Aufnahmen machen. Die Anbieter argumentierten, dass die aufgezeichneten Filme wegen des Kopierschutzes nur von Leuten heruntergeladen und abgespielt werden können, die auf den Aufnahmeknopf geklickt haben. Trotzdem hätten die Sendestationen wenig Freude an den Rekordern. Nicht zuletzt aus dem Grund habe Onlinetvrecorder.com den Firmensitz wohl auf einer entfernten, urheberrechtsfreien Insel und einige der Aufnahmecomputer im international nicht anerkannten «Fürstentum Sealand» – einer ehemals von einem Radiopiraten besetzten Militärplattform im Meer. 

Aus Angst vor dem Offshore-Dienst und wegen der Abogebühren hat sie schliesslich auf die Aufnahme verzichtet. Zum Essen ist sie dann doch erschienen  – und hat mit leuchtenden Augen erzählt: «Die Sendung aus dem Dorf wird morgen Nachmittag wiederholt.»

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2 Kommentare zu “Der Online-Videorekorder”

  1. PA SKOM sagt:

    In Sachen Principality Sealand ….

    das ehemaligen Principality Sealand ist seit 17.01.2009 in staatsrechtliche territoriale Veränderung gestellt worden. Michael Bates und Paddy Roy Bates, waren nicht in der Lage ihre Position zu festigen, man hat Ihnen das Sealand unproblematisch unter Unterlassung eines Protest abgenommen. Nun lesen sie die Fakten zu Sealand unter den nachfolgenden Link:

    Report 1 > http://www.king-marduk.de/viewtopic.php?t=109
    Report 2 > http://www.king-marduk.de/viewtopic.php?t=108

    Der State Kingdom of Marduk ist seit dem Jahre 2002 bei den Vereinten Nationen als souveräner absoluter Monarchiestaat proklamiert.

  2. Tina sagt:

    wollte nur anmerken, dass es seit kurzem nun noch einen weiteren onlinevideorekoder gibt, nämlich bong.tv…mal sehen, ob er eine chance hat, er funktioniert jedenfalls nicht schlecht