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Strassen bauen

Webflaneur am Mittwoch den 30. Mai 2007

Screenshot Java Openstreet Map (Josm)

Sie reissen auf und baggern, bis der ganze Belag weg ist: Ein Heer von Arbeitern baut auf Berns Strassen. Der Webflaneur ginge ihnen gerne zur Hand – nicht zuletzt, damit der Pressluftbohrer bald wieder Andere aus dem Bett holt. Doch er hat zwei linke Hände. Er weiss weder, wie man baggert, noch hat er je einen Kran geführt. Er weiss bloss: Auf Baustellen baut man besser nicht auf ihn.

Und so arbeitet er – frühmorgens, während der Hammer lärmt – zumindest etwas auf der virtuellen Baustelle mit: Er zeichnet Strassen und Wege für Openstreetmap. Die dort entstehende kostenlose Strassenkarte möchte er bald für eine Einladungskarte benutzen – und sie dereinst aufs Navigationsgerät laden.

Selbstgemalte Karten stimmen nie? Nun, der Webflaneur zeichnet nicht aus der Fantasie. Er paust die Koordinaten durch, die Nutzer wie er auf Auto- und Velofahrten, auf Spaziergängen und Wanderungen mit Navigationsgeräten gesammelt haben. Dazu benutzt er das kleine Programm Java Openstreet Map: Der Webflaneur setzt entlang einer Linie von Koordinaten Punkte, verbindet sie zu Segmenten und diese zu einem Weg. Es handle sich dabei um einen «Highway» dritten Grades, eine Einbahnstrasse, klickt er an und trägt den Namen ein. Sind die Strassen gebaut, wird die Karte weiter verfeinert: Plätze und Parkplätze werden eingetragen, Parks und Bäder, Restaurants und Theater.

In der Stadt wird gebaut. Und der Webflaneur baut mit. Mit der orthogonalen Verkehrsführung auf dem Bahnhofsplatz ist er den Arbeitern bereits voraus. Bald baut er den Baldachin. Und vielleicht installiert er – gegen den lärmigen Transitverkehr da draussen – im Matte-Quartier bereits jetzt die geplanten Poller.

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2 Kommentare zu “Strassen bauen”

  1. Fränzi sagt:

    … aber doch nicht etwa versenkbare Poller, oder?

  2. Mathias Born sagt:

    @ Fränzi: Doch, geplant sind versenkbare Poller. Irgendwie müssen die Mätteler schliesslich Hause kommen. In unserer Liegenschaft wird nun über die Anschaffung einer Sitzbank diskutiert. Sie soll vor dem Haus positioniert werden. Auch eine Idee zur Kommerzialisierung ist bereits vorhanden: Die Zuschauerplätze könnten vermietet werden. 🙂