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Fotos auf der Karte

Webflaneur am Mittwoch den 24. Januar 2007

Der Webflaneur wandert. In der Hand hält er eine Digitalkamera, in der Tasche trägt er sein Navigationsgerät. Als sich die anderen Wandervögel abends müde am Stubentisch niederlassen, klappt er sein Notebook auf. Er will die Fotos auf der Kamera mit den Aufzeichnungen des Navigators zusammenführen: In jedem Bild soll stehen, wo genau es gemacht worden ist.

Viele Wege führen zu diesem Ziel. Der einfachste: Man platziert Bild für Bild auf einer Karte, mit Picasa, Panorado Flyer auf den Karten des Online-Atlas’ Google Earth, mit Flickr auf Yahoo Maps, mit Panoramio oder Platial. Der am besten ausgebaute Weg: Man installiert spezialisierte Software, auf Macs etwa Gps Photo Linker oder iPhoto To Google Earth, unter Windows iTag, Jet Photo, Wwmx oder für einige Franken die komfortablen Programme Robogeo und Fodysseus.

Doch wie beim Wandern sind die einfachen und gut ausgebauten Wege selten die spannendsten. Der Webflaneur entscheidet sich für den steinigeren Weg: In einer ersten Etappe kopiert er die Aufzeichnungen des Navigators aufs Notebook und übersetzt sie mit GPS-Babel ins GPX-Format, einem Standard für Navigationsdateien. In der zweiten Etappe installiert er erstmals das Exif Tool – ein Hilfsprogramm, das Metadaten von Bildern verändern kann – und Gps Photo: Dieses Skript liest in der Bilddatei, wann das Foto geschossen worden ist, schaut dann in der Navigationsdatei nach, wo der Empfänger zu dieser Zeit war, und schreibt schliesslich via das Exif Tool die Koordinaten in die Bilddatei. Ein anderer Befehl auf der Kommandozeile exportiert die Fotos stapelweise ins Format von Google Earth.

Die Wandervögel schrecken auf, als der Webflaneur mitsamt Notebook eine Ehrenrunde um den Tisch hüpft. Es habe geklappt, frohlockt er und deutet auf einen kryptischen Befehl. Mit diesem Kommando habe er sämtlichen Fotos die Koordinaten zugewiesen. Die Wandervögel schütteln ihre Köpfe. Der komische Kauz mit dem Navigationsgerät möge sich endlich mit einem Glas zu ihnen gesellen, sagen sie. Und sie fragen, was die Übung mit den Koordinaten denn bringe. Der Webflaneur schweigt. Die Wandervögel sehen es am nächsten Morgen: In der E-Mail liegt ein Link zur Karte mit der Wanderroute und – exakt platziert – den Fotos.

P.s.: Wie der Befehl lautet? Ganz einfach: perl gpsPhoto.pl –dir /verzeichnis-mit-den-fotos-drin/ –gpsfile /hier-liegt/und-so-heisst-die-GPX-Datei.gpx

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2 Kommentare zu “Fotos auf der Karte”

  1. Webflaneur sagt:

    Mittlerweile gibt es auch unter Linux komfortablere Wege, um die Fotos mit den GPS-Informationen zu ergänzen. Ich benutze derzeit GPScorrelate. Die grafische Oberfläche dieses Programms startet man mit dem Befehl “gpscorrelate-gui”.

  2. Webflaneur sagt:

    Eine Übersicht über das Thema Geocodierung bietet auch Geoclickr.