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Lass uns gleichzeitig in die Tasten greifen

Webflaneur am Mittwoch den 12. Juli 2006

Screenshot Ajaxwrite.com

Am Anfang sind beide Feuer und Flamme: Das Thema stimmt, die Aufteilung, die Chemie. Zum ersten Mal freue er sich aufs Schreiben einer Seminararbeit, sagt der Kommilitone. Der Berner Zeitungsblogger pflichtet ihm bei.

Er werde sofort einen Dispositionsentwurf zusammen schustern, sagt der Zeitungsblogger. Er schicke ihm am Abend das Word-Dokument. Kommilitone Informatiker schaut ihn schief an. «Ein Word-Dokument?», fragt er, und ob er die Debatte um Dateiformate denn nicht verfolge. Heute bevorzuge man Standards, die selbst dann noch lesbar sind, wenn ein Programme im Datennirwana verschwunden ist. Selbst Microsoft scheine einzulenken und arbeite nebst am eigenen, offeneren an einem Konvertierungstool ins wirklich freie Format. Verstanden, unterbricht der Zeitungsblogger den Dozierenden, er texte mit Openoffice.org und speichere in dessen ISO-zertifiziertem Format. Er könne auch Abiword nehmen, ergänzt der Kommilitone, das sei ranker und schlanker, oder – eleganter – den Text im Editor tippen und ihn mit Latex oder Docbook-Kommandi formatieren.

Mit dem Unternehmen müsse es zügig voran gehen, fordert Kommilitone Informatiker. «Am besten arbeiten wir schichtweise», schlägt der Zeitungsblogger vor: Er schreibe einen Tag an der Arbeit, überlasse sie ihm für den nächsten. Das sei effizienter als gleichzeitiges Texten, denn beim Zusammführen entstehe meist Buchstabensalat. Der Kommilitone schaut ihn schief an. «Nein, wir arbeiten gleichzeitig», sagt er. «Vor einem PC?», fragt der Zeitungsblogger. «Nein, jeder von zu Hause aus übers Netz», erklärt der Kommilitone – entweder mit Webdiensten wie Writely und Ajaxwrite oder in einem kollaborativen Texteditor wie Gobby, ACE oder Yarrr. «Wie du meinst», sagt nun der Zeitungsblogger. «Du bist der ‹Chief Technical Officer› unseres Unternehmens.»

Eigentlich hätten die beiden ihr Unternehmen in Angriff und die Seminararbeit zügig schreiben können. Doch sie sollten scheitern – nicht an der Computer-, sondern an der Arbeitstechnik.

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Ein Kommentar zu “Lass uns gleichzeitig in die Tasten greifen”

  1. Fränzi sagt:

    warum erstaunt mich das nicht?…