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Im Reisefieber

Webflaneur am Mittwoch den 15. Juni 2005

Er war bienenfleissig, hat emsig Überstunden gesammelt. Demnächst hat der Berner Zeitungsblogger endlich Zeit für Ferien. Längst hat er einige abgefahrene Ideen ausgeheckt: Er könnte sich eine Kamera umhängen, sich ein GPS-Gerät borgen – und für Confluence.org dort fotografieren gehen, wo sich Längen- und Breitengrade kreuzen. Er könnte in GeoSpielen bestimmten Koordinaten nachjagen. Er könnte das GPS-Gerät mit Wanderrouten füttern und sich auf die Sohlen machen. Oder aber: Er könnte die Schweiz zu Fuss queren, wie die Wandersite.ch vorschlägt, dabei den Fabriken, Berghotels, Bädern nachsteigen, die ihm der Heimatschutz ans Herz legt. Er könnte in Hotels nächtigen, die andere Reisende empfohlen haben.

Eigentlich ginge er aber gerne wieder einmal auf grosse Reise, sinniert der Berner Zeitungsblogger, als er sich durch die Reiseberichte auf Pervan.de klickt, und durch jene auf dem englischsprachigen Pendant Virtualtourist.com. Das Reisefieber packt ihn definitiv, als er in den Beschreibungen auf Wikitravel.org stöbert, dem Reiseführer, an dem alle mitschreiben können.

Teuer dürften die Ferien aber nicht werden, beschliesst er mit Blick auf seine hart erbloggten Batzen. Er könnte bei Mitgliedern des Hospitalityclub.org nachfragen, ob sie ihn auf seiner Rundreise beherbergen würden. Er könnte mit den Click & Rail-Tickets fahren, oder er könnte AutoStopp machen.

Solch abenteuerliche Pläne hatte der Berner Zeitungsblogger geschmiedet – bis der Marschbefehl eingetrudelt ist. Im Reisefieber hatte er ganz verdrängt: Im Sommer muss er in die «grünen Ferien», oder besser: in den grauen Bunker. Für grosse Reisen reicht es nicht. So beschliesst er, die restlichen Sonnentage an und in der Aare zu zelebrieren – und dank des Aareschwummindex’ keinen einzigen zu verpassen.

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