Hausmittel gegen Husten und Halsweh

Von Dampfbad bis Kartoffelwickel: So können Sie Ihre Erkältungsbeschwerden langfristig lindern.

Sch… Erkältung: Mit der richtigen Behandlung werden Sie die lästigen Symptome bald wieder los. Fotos: iStock

Wenn ich früher unter schweren Erkältungen litt – und das passierte drei- bis viermal pro Jahr –, gehörte ich zu jenen Menschen, die, sobald der Hals zu kratzen und die Nase zu fliessen begann, schnell mal eine Tablette oder ein Pülverchen einwerfen. Natürlich war mir bereits damals bewusst, dass ich so nur Symptombekämpfung betrieb. Aber ich wollte einfach keinen Tag im Job fehlen.

Warum ich regelmässig solch üble Erkältungen hatte, die dazu führten, dass ich, keine Übertreibung, in Kürze eine Familienpackung Papiertaschentücher verbrauchte, wusste ich nicht. Und ehrlich gesagt, interessierte es mich auch nicht wirklich. Mit der Zeit begann ich den immer wiederkehrenden Ablauf zu akzeptieren: Nach dem ersten Anflug von Halsschmerzen bekam ich Schnupfen, gefolgt von Heiserkeit, die sehr schnell in Husten überging. Danach gab es zwei Varianten. Die Erste: Der Husten verging nach sieben Tagen. Oder, und das passierte leider immer öfter: Der Erkältungshusten ging in eine Bronchitis über, die nur mit medizinischem Geschütz bekämpft werden konnte. Also mit codeinhaltigem Hustensirup und, als noch Asthma auftrat, cortisonhaltigen Inhalationsmitteln.

Eigenverantwortung übernehmen

Erst in den letzten Jahren wurde ich gesundheitsbewusster, und mir wurde klar, wie sehr ich in der Vergangenheit mit meinen Kräften Raubbau betrieben hatte und wie stark mein Immunsystem darunter gelitten hatte. Ich habe bewusst Verantwortung für meinen Lebensstil übernommen. Und damit meine ich nicht nur meine Schlafgewohnheiten, eine nährstoff- und vitaminreiche Ernährung und regelmässige Bewegung an der frischen Luft. Sondern auch für mein mentales Wohlergehen. Ich habe gelernt, Stopp zu sagen, wenn ich merke, dass ich zu sehr gestresst bin. Und akzeptiert, dass die Welt nicht zusammenbricht, wenn ich im Job oder in meiner Familie kurz ausfalle.

Dadurch hat sich die Zahl meiner schweren Erkältungen drastisch reduziert. Falls es mich heute einmal erwischt – und damit meine ich (grippale) Erkältungen und keine richtige Grippe –, erlaube ich mir auch mal, zwei Tage nicht zu arbeiten. Denn zu Hause habe ich mehr Möglichkeiten, mit Hausmitteln eine Linderung meiner Symptome zu erzielen. Dies braucht zwar etwas mehr Aufwand als nur der schnelle Griff zur Tablette. Aber auf diese Weise kann ich mich besser erholen, und ich nerve meine Kollegen nicht mit der nervigen Husterei. Und noch wichtiger: Ich bin keine Keimschleuder.

Vier Hausmittel, die garantiert wirken:

1. Dampfinhalationen

Vor allem in der kalten Jahreszeit ist eine hohe Luftfeuchtigkeit in den Räumen wichtig. Bei einer Erkältung mit leichtem Fieber sind Dampfbäder hilfreich. Bereits zehn Minuten in einem Vollbad, das mit natürlichen Zusätzen wie Meersalz, Eukalyptus, Thymian oder Kamillenblüten angereichert ist, können kleine Wunder bewirken. Nach dem Bad sollte man sich warm eingepackt hinlegen und am besten ein Schläfchen halten. Denn genügend Schlaf ist bei Erkältungen etwas vom Wichtigsten. Einen ähnlich guten Effekt hat auch das Inhalieren über einer Schüssel dampfendem Wasser mit den gleichen Inhaltsstoffen. Dazu ziehe ich jeweils ein Frotteetuch über den Kopf. Natürlich gibt es in der Apotheke frei erhältliche Inhalationstabletten, aber ich finde, natürliche Zusätze helfen genauso gut.

2. Wickel

Bei lästigem Husten habe ich mit dem Auflegen von warmen Kartoffelwickeln auf die Brust beste Erfahrungen gemacht. Ehrlich gesagt, hatte ich mich am Anfang etwas gegen dieses Hausmittel gewehrt, das mir meine Schwiegermutter empfohlen hatte. Kartoffeln gehörten für mich auf den Teller, am liebsten in Form eines feinen Kartoffelstocks. Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Aber Achtung: den Wickel erst auflegen, wenn er nicht mehr zu heiss ist! Bei Erkältungen, die sich vor allem durch die Entzündungen der Nasennebenhöhlen äussern, empfehle ich ein «Rezept» der Heilpraktikerin und Autorin Orlanda Senn aus ihrem Buch «Ingwer, Zimt und Chabisblatt». Sie empfiehlt Leinsamenwickel. Dafür muss man einen Teil Leinsamen mit zwei Teilen Wasser aufkochen und den Brei aufquellen lassen. Danach diesen in Haushaltspapier legen und kleine Päckchen formen. Anschliessend die Päckchen auf die schmerzenden Stellen wie Wangen, Stirn oder Kopf legen.

3. Trinken, trinken, trinken

Der Griff zur Tasse ist immer noch einer der besten Ratschläge, wenn es darum geht, zähen Entzündungsschleim zu verflüssigen. Über Ingwer(tee) habe ich ja bereits vor kurzem an dieser Stelle ein Loblied geschrieben. Bei Halsentzündungen haben Thymian- und Salbeitee eine lindernde Wirkung. Ein weiterer Tipp von Orlanda Senn gegen Heiserkeit ist Rettich, dem eine schleimlösende Wirkung zugeschrieben wird. Dieser sollte zuerst ausgehöhlt und danach mit etwas Kandiszucker aufgefüllt werden. Danach über Nacht ziehen lassen. Von dem so entstandenen Saft stündlich einen Teelöffel nehmen. (Ja, ich weiss: Zucker. Aber hin und wieder, vor allem wenn man krank ist, tut etwas Süsses meiner Meinung nach gut.) Wichtig ist laut Senn auch, bei Halsweh und Heiserkeit ausschliesslich warm zu essen und zu trinken sowie auf schleimbildende Kuhmilchprodukte zu verzichten.

4. Hühnersuppe

Und noch ein letztes, bewährtes Hausmittel, dessen Wirkung auch in Laboruntersuchungen nachgewiesen wurde: Hühnersuppe! Die Brühe kann die Anzahl weisser Blutkörperchen, die bei Entzündungsprozessen gebildet werden, einschränken. Zusätzliche positive Eigenschaften der Suppe: Sie wärmt, beim Essen steigt Dampf auf, der die Nasenschleimhaut befeuchtet, Flüssigkeit tut bei Erkältungen immer gut. Und wenn einem jemand ein feines Süppchen kocht, streichelt das auch die Seele.

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3 Kommentare zu «Hausmittel gegen Husten und Halsweh»

  • Daniel Wigger sagt:

    Meiner Meinung könnten wahrscheinlich 99% aller Erkältungen verhindert werden, wenn man seine Nase spült: Mit dem Mund leicht geöffnet schliesst sich das Gaumensegel, so kann man mit einer speziellen Flasche warme Kocksalzlösung (0.9% NaCl) von einer Nase in die andere giessen. Dadurch fliesst der Schleim aus den Nebenhöhlen aus Nase-/Kieferbereich heraus und verhindert Infektionen. Alles ohne Chemie. Man muss nicht mal die teuren NaCl-Beutel kaufen, man kann es selber mischen (achtung: nicht mit Kochsalz, das ist nicht keimfrei). Dies und die Grippeimpfung – wir bräuchten Mia von Grippemedikamente nicht mehr.

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