Diese Gewürze und Kräuter heben die Stimmung

Von Chili bis Zimt: Blättchen und Pulver, die nicht nur den Gaumen, sondern auch die Psyche verwöhnen.

Gewürze haben nicht nur einen Effekt auf den Gaumen, sie beeinflussen auch unsere Psyche. Fotos: iStock

Nicht nur Lebensmittel nähren (neben dem Körper auch) die Seele. Auch verschiedene Gewürze und allerlei Kräuter helfen der Psyche auf die Sprünge. Ein typisches Beispiel dafür ist Vanille. Meistens wird in Quarkprodukten, Cremen und in Glaces allerdings nicht die hochwertige Bourbon-Vanille verwendet, sondern Vanillin. Dieses ist laut Wikipedia «der Hauptbestandteil des natürlichen Vanilleextrakts, einer Mischung aus mehreren Hundert verschiedenen Verbindungen». Aber natürlich geht nichts über wunderbaren Geschmack echter Vanille, der «Königin der Gewürze», wie man sie auch nennt. Über die wohltuende Wirkung von Vanille und weiteren Gewürzen – Safran, Petersilie, Hopfen und Sternanis – habe ich an dieser Stelle bereits im Februar 2017 in diesem Beitrag geschrieben. Und, über die heilsame Wirkung der Wunderpflanze Ingwer ebenfalls.

10 weitere stimmungsaufhellende Gewürze und Kräuter

Chili

Das Capsaicin in Chili und anderen Paprika- beziehungsweise Peperonisorten sorgt für mehr oder weniger atemberaubende Schärfe. Der menschliche Körper reagiert auf diese Art von Schmerz mit dem Ausschütten von Endorphinen, was nichts anderes als körpereigene Opiate sind. Diese lösen Glücksgefühle aus und man fühlt sich zufrieden.

Kardamom

In unseren Küchen ist das würzige Kardamom leider ein seltener Gast. Dabei sollen diese Samen und die ätherischen Öle darin nicht nur stimmungsaufhellend wirken, sondern auch lustfördernd. In der arabischen Welt gilt die Pflanze, die zu den Ingwergewächsen gehört, als Aphrodisiakum. Wissenschaftlich bewiesen ist dies aber nicht.

Kurkuma

Das auch Gelbwurz genannte Kurkuma sorgt nicht nur für Geschmack und die gelbe Farbe von Curry, sondern ist auch als Heilpflanze anerkannt und recht breit erforscht. Es gilt nicht nur als Antioxidans und Entzündungshemmer. Der Wirkstoff Curcumin fördert die Bildung von Serotonin und Dopamin und wurde in Studien als ähnlich wirksam wie ein Antidepressivum bezeichnet.

Muskatnuss

Als «Liebeskugel» bezeichneten schon vor Jahrhunderten Inder und Araber die Muskatnuss. Sie wurde und wird nicht nur als Gewürz zum Beispiel in Kartoffelstock verwendet, sondern auch als Aphrodisiakum und Rauschmittel. Die Rauschwirkung des Stoffes Myristicin ist tatsächlich wissenschaftlich belegt. In hoher Konzentration kann er halluzinogene Wirkung haben. Dafür müsste man aber mindestens fünf Gramm einnehmen, und ab etwa vier Gramm gilt Muskatnuss als giftig: Sie kann dann längere Übelkeit und sogar Leberschäden verursachen. In kleinen Dosen wandelt die Leber Myristicin aber in Amphetamin um und wirkt so stimmungsaufhellend.

Nelken

Auch Gewürznelken tun nicht nur einem traditionellen Braten gut, sondern auch dem menschlichen Körper und der Seele. Sie wirken unter anderem gegen Bakterien und Viren, zudem wirken sie ähnlich wie Insulin auf den Stoffwechsel der Leberzellen. Die Seele schätzt ihre antidepressive und beruhigende Wirkung.

Piment

Aus der Familie der Myrtengewächse stammt der Piment, der auch als Jamaikapfeffer oder als Nelkenpfeffer bezeichnet wird (nicht zu verwechseln mit dem französischen Piment d’Espelette, einer Chili-Sorte aus dem Baskenland). Sein Duft erinnert an Muskat, Nelken und Zimt. Er wirkt entspannend bei Stress und Nervosität.

Rosmarin

Aus der mediterranen Küche ist das würzige, tannennadelartige Kraut nicht wegzudenken. Aber auch als Heilkraut ist das Rosmarin etabliert und breit erforscht. Seine ätherischen Öle haben einen positiven Einfluss auf die Gedächtnisleistung des Gehirns und sollen auch bei Burn-out und Depressionen spürbar wirken. Eine beruhigende Wirkung hat Rosmarinöl, das es in Apotheken gibt, zudem bei Unruhe und Schlafstörungen.

Salbei

Als feines Würzkraut sind die Salbeiblättchen zum Beispiel für Saltimbocca unverzichtbar. Salbei ist aber auch eine anerkannte Heilpflanze, die etwa bei Erkältungen und Entzündungen hilft. Salbeitee hilft gegen Magenschmerzen und ein Salbei-Fussbad gegen Schweissfüsse. Doch auch auf Gehirn und Nerven hat die Pflanze mit den leicht pelzigen Blättern positiven Einfluss. Sie stärkt das Nervensystem, wirkt krampflösend und hilft bei Stress und Ermüdung. Frauen in den Wechseljahren setzen gegen nächtliche Schweissausbrüche auf Salbei.

Thymian

Das typische Gewürz aus der Provence, das unter anderem langweilige Zucchini aufpeppt, hilft auch gegen Stresssymptome, Schlaflosigkeit und depressive Verstimmungen. Thymian enthält Lithium, einen Mineralstoff, der gegen Depressionen eingesetzt wird. Die Aminosäure Tryptophan, die im Thymian steckt, erhöht den Serotoninspiegel und sorgt unter anderem für guten Schlaf. Eine ähnliche Wirkung hat auch Lavendel. Natürliche Schlafmittel, die auf Lavendel beruhen, zeigen wissenschaftlich anerkannte Erfolge.

Zimt

Ob für süsse oder salzige Gerichte, mit seinem betörenden Aroma macht Zimt Freude. Doch er ist darüber hinaus auch ein wirkungsvolles Naturheilmittel, dem nicht nur positive Effekte auf den Fettstoffwechsel, den Blutzuckerspiegel und den Kreislauf zugeschrieben werden, sondern auch auf die Psyche. Die gemahlene Rinde vom Zimtbaum – als Heilmittel wird vor allem der echte Ceylon-Zimt empfohlen; der weiter verbreitete Cassia-Zimt enthält für eine konzentrierte Einnahme zu hohe Mengen an leberschädigendem Cumarin – enthält ätherische Öle, die zur Hauptsache aus Zimtaldehyd sowie aus Eugenol bestehen. Zimt kann der Konzentration und dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen und wirkt auch stimmungsaufhellend. Und bald werden uns Zimtsterne die dunklen Abende versüssen.

Ein letztes Wort zu Vanille(-Aromen), egal ob diese natürlichen oder synthetischen Ursprungs sind. Nicht nur ich liebe Vanille in jeglicher Form, auch meine Hunde sind verrückt nach Leckerli mit diesem Geschmack. Warum das so ist, versuche ich in einem späteren Beitrag herauszufinden.

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