So essen Sie sich glücklich

Von Knoblauch bis Datteln: Wenn die Tage kürzer werden, hellen diese zehn Nahrungsmittel unsere Stimmung auf.

Lindert Stresssymptome und tut der Psyche gut: Eine Portion Spaghetti aglio e olio. Foto: Getty Images

Gewisse Nahrungsmittel haben nicht nur einen positiven Effekt auf unseren Körper, sondern auch auf unsere Psyche. Jeder von uns hat die Erfahrung gemacht, dass Gerichte oder Lebensmittel einem ein gutes Gefühl geben können. Die einen schwören dabei auf Spaghetti aglio e olio. Hier werden vor allem dem Knoblauch und den Peperoncini eine stimmungsaufhellende Wirkung nachgesagt. Andere bekommen Glücksgefühle beim hausgemachten Kartoffelstock, weil sie dessen Duft und Geschmack an ein Lieblingsessen der Kindheit erinnert – und damit an ein Gefühl der Liebe und Geborgenheit. Die gleiche Wirkung hat für viele eine Tasse heisser Kakao.

Wenn die Tage kürzer werden und einen ein Anflug von Herbst-Blues zu plagen beginnt, muss man also nicht gleich zur pharmazeutischen Keule greifen, um seine Stimmung etwas aufzuhellen. Diese Wirkung – natürlich in abgeschwächter Form, dafür ohne Nebenwirkungen – können auch bestimmte Lebensmittel haben. Solange keine Nahrungsmittelunverträglichkeiten vorliegen, sind sie kein Problem, sie führen auch kaum zu körperlichen und psychischen Abhängigkeiten. Ausserdem sind Herbst und Winter ideale Jahreszeiten, um die eigenen Kochkünste etwas aufzupolieren und so Familie und Freunde zu verwöhnen. Und wenn diese Mahlzeiten nicht nur den Magen, sondern auch die Seele erwärmen, umso schöner!

Zehn Nahrungsmittel für die Psyche

Bananen

Kulinarisch ist die Banane recht vielseitig. Wir essen sie roh, gekocht, getrocknet, gebraten, gebacken und grilliert oder trinken sie zum Beispiel in einem Smoothie. Auch was ihre Wirkung auf die Gesundheit angeht, kann sich die Banane sehen lassen. Sportler mögen sie, weil sie dank reichlich Kohlenhydraten und Kalorien Energie liefert – wer auf die Linie schaut, den freut das weniger. Vitamin B6 hilft gegen Erschöpfung und kann das prämenstruelle Syndrom lindern. Und mit Nährstoffen wie Kalium und Tryptophan helfen Bananen auch der Laune auf die Sprünge. Aus Letzterem bildet sich das «Glückshormon» Serotonin. Ähnliche Effekte haben Früchte wie Ananas, Aprikosen und Pflaumen.

Broccoli

Der Broccoli ist zwar ein Verwandter von Kohlgemüsen wie Blumenkohl oder Rosenkohl, übertrifft diese aber in gesundheitlicher Hinsicht deutlich. So enthält er deutlich mehr Vitamin C. Dazu kommen Vitamine der B-Gruppe sowie Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink, Phosphor und Karotin. Mit diesen Stoffen kann das sehr kalorienarme Gemüse nicht nur das Krebsrisiko vermindern und das Immunsystem stärken. Es hilft auch gegen Müdigkeitsgefühle, Antriebslosigkeit und Konzentrationsprobleme und macht uns resistenter gegen Stress. Zu empfehlen ist auch Spinat, der reich an Folsäure ist. Ein Mangel dieses Vitamins kann zu Schlafstörungen und Depression führen.

Datteln

Trockenfrüchte wie Datteln, aber auch Feigen und Aprikosen sind nicht nur ein feiner, kleiner Snack für zwischendurch, sondern helfen auch, unsere Stimmung aufzuhellen. Das liegt auch hier vor allem an der Aminosäure Tryptophan, die im Körper zum Neurotransmitter Serotonin umgewandelt wird, der gegen Depressionen hilft. Die Früchte können auch Schlafstörungen und Konzentrationsproblemen entgegenwirken. Bohnen, Walnüsse oder Eier halten den Serotoninspiegel ebenfalls in einer guten Balance, denn der Körper wandelt die Aminosäure Tryptophan in das stimmungsaufhellende Hormon Serotonin um. Tryptophan ist auch wichtig für den Schlaf-Wach-Rhythmus.

Fisch

Fische  sind nicht nur ein hervorragender Eiweisslieferant, sondern wirken auch vorbeugend und lindernd bei Depressionen. Verschiedene Studien zeigen, dass in Regionen, in welchen viel Fisch gegessen wird, weniger Menschen depressiv werden. Forscher vermuten, dass dafür vor allem die auch sonst gesunden Omega-3-Fettsäuren verantwortlich sind, welche die Ausschüttung des «Wohlfühlhormons» Serotonin fördern.

Knoblauch

Nicht nur gegen Vampire soll Knoblauch wirken, sondern auch für die Gesundheit. Ähnlich wie etwa Ingwer verfügt die würzige Knolle über zahlreiche Wirkstoffe und ist damit schon fast ein Arzneimittel. Doch nicht nur bei allerlei körperlichen Problemen hilft Knoblauch, sondern auch gegen Depressionen. Er soll zudem Stress- und Erschöpfungssymptome lindern und bei Nervosität und Schlaflosigkeit helfen.

Milch

«Milch macht müde Männer munter», hiess es früher. Tatsächlich tut natürliche Milch sowohl dem Körper als auch der Seele gut. Jedenfalls solange keine Laktose-Intoleranz vorliegt. Mit Omega-3-Fettsäuren, Kalzium und Vitamin D kann sie die Gehirnfunktionen anregen, bei Konzentrationsschwächen helfen und seelische Ausgeglichenheit fördern. Eine ähnliche Wirkung wird auch Quark nachgesagt.

Nüsse

In den kleinen Kernen steckt viel: Nüsse und Mandeln zählen zu den gesündesten Lebensmitteln. Nicht nur Blutgefässe und Herz profitieren von den hochwertigen Inhaltsstoffen, sondern auch die Seele. Walnüsse bzw. Baumnüsse, wie wir sie nennen, sowie Macadamien sind hervorragende Omega-3-Fettsäuren-Lieferanten. Cashewkerne punkten mit viel Tryptophan, Paranüsse mit Selen und Magnesium. All das hilft gegen den Herbst- und Winter-Blues.

Reis

Kohlenhydrate sind zwar immer wieder verschrien, weil sie dick machen können. Immer öfter stellen Forscher jedoch fest, dass eine kohlenhydratreiche Ernährung stressresistenter macht. Reis, aber auch Pasta und Brot oder Kartoffeln liefern viele Kohlenhydrate. Dabei sollte man möglichst Vollkornprodukten den Vorzug geben, weil damit der Blutzuckerspiegel weniger rasch steigt und danach wieder fällt. Dies kann Unruhe und Nervosität auslösen.

Schokolade

Das Gefühl, uns mit etwas Schokolade etwas Gutes zu tun, kennen wir alle. Das liegt nicht in erster Linie am Zucker, der in den meisten Schokoladenprodukten reichlich vorhanden ist, sondern vor allem am Phenylethylamin im Kakao, einem Botenstoff, der Euphorie auslöst. Wer die Schokolade möglichst gesund geniessen will, setzt auf die dunklen und dunkelsten Sorten.

Peperoncini

Schärfe kann happy machen. Durch den Schmerzreiz, den scharfe Essensbeigaben wie Peperoncini, Pfeffer oder Chili auslösen können, werden Endorphine ausgeschüttet. Diese vom Körper produzierten Morphine können für ein echtes High sorgen.

 

Lesen Sie am Samstag an dieser Stelle, welche positive Wirkung Kräuter und Gewürze auf unsere Psyche haben.

4 Kommentare zu «So essen Sie sich glücklich»

  • Filo Warno sagt:

    Die Autorin traut sich aber recht viel zu hinsichtlich Beratung zu gesunder Ernährung. Leider überschätzt sie ihre Kompetenzen aber deutlich, sowas sollte nicht in einer seriösen Zeitung erscheinen.

  • Nadja sagt:

    …und Trockenfrüchte sind ein gesunder Snack? Es sind reine Fruchtzuckerbomben…

  • Schilling Beatrice sagt:

    Milch als Quelle von Omega-3-Fettsäuren? Das ist etwas gar weit hergeholt!

    • Heidi Herrmann sagt:

      Das darf man nicht so eng sehen, schliesslich hat es ja auch nur im fetten Fisch viel Omega-3-Fettsäuren, aber „fetten Fisch“ darf man der schlankheitsbewussten Leserschaft ja nicht zumuten. und dass auch nicht der absolute Wert von Omega-3-FS zählt, sondern das möglichst günstige Verhältnis zu Omega-6-FS, und dass man deshalb besser zwischendurch Rapsöl braucht, als die letzten Meereslebewesen mit Antibiotika aus Lachsfarmen zu verseuchen, sprengt dann den Rahmen eines Gesellschaftsblogs definitiv.

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