In drei Schritten zu einem besseren Körpergefühl

Glauben Sie all den selbst ernannten Ernährungswissenschaftlern kein Wort – Essen ist Gefühlssache!

Vergessen Sie Ernährungsregeln! Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis für die gesunde Ernährung. Foto: iStock

Wir leben im Schlaraffenland. Noch nie waren so viele verschiedene Nahrungsmittel in hoher Qualität und Vielfalt zu erschwinglichen Preisen erhältlich. Ein paradiesischer Zustand, vor allem, wenn man sich bewusst macht, wie vielen Menschen dieser Luxus nicht vergönnt ist. Doch immer öfter machen uns selbst ernannte Ernährungsgurus Angst vor «ungesundem Essen» und «krank machenden Inhaltsstoffen» – und dies frei jeglicher wissenschaftlicher Evidenz.

Vielleicht gibt es darum auch immer mehr Lebensmittelunverträglichkeiten: Ein schlechtes Gewissen nach dem «Sündigen» kann durchaus leichtes Bauchgrimmen auslösen. Und wir reden hier nicht von handfesten Allergien, sondern von einer grassierenden Unsicherheit und Übersensibiliät bis hin zur Ernährungshypochondrie.

Eigene Verantwortung ist darum gefragt! Die individuelle Ernährung ist so einzigartig wie der genetische Fingerabdruck, da sollte man sich nicht nach den Gesetzen und Vorschriften von «Fachleuten» richten. Denn wer, ausser wir selber, kann aus tiefstem Bauchgefühl heraus folgende Fragen beantworten:

  • Was braucht mein Körper, damit ich mich fit und wohl fühle?
  • Habe ich jetzt Hunger oder nur «Gluscht»?
  • Kompensiere ich schwierige Gefühle wie Nervosität, Angst, Einsamkeit oder Ärger mit gewissen Nahrungsmitteln? Vielleicht mit jenen, mit denen ich schon vor vielen Jahren gelernt habe, mich zu trösten?

Aber auch «Diätgeschädigten» und rigiden Kalorienzählern fällt es schwer, die eigenen Körperbedürfnisse wahrzunehmen und sie zu befriedigen. Mit diesen drei Tipps erreichen Sie ein besseres Körpergefühl:

Schritt 1: Glauben Sie keine Ernährungsmärchen!

Die wohl wichtigste These, die der Ernährungswissenschaftler und Autor Uwe Knop in seinem neuen Buch «Dein Körpernavigator. Zum besten Essen aller Zeiten» aufstellt, lautet: «Machen Sie Ihren Kopf frei vom pseudowissenschaftlichen Gesundkost-Nonsens, vergessen Sie alle Ernährungsregeln!» Für ihn existiert kein wissenschaftlicher Beweis weder für die sogenannte gesunde Ernährung noch für ungesunde Lebensmittel. Es sind Fake News, basierend auf überinterpretierten Korrelationen aus wachsweichen Beobachtungsstudien.

Schritt 2: Erkennen Sie eigene Bedürfnisse!

Ein praktisches Beispiel: Stehen Sie morgens auf und frühstücken Sie – das Frühstück soll ja die «wichtigste Mahlzeit des Tages» sein –, obwohl Sie keinen Appetit haben? Dann lassen Sie es bleiben. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie Hunger haben, dann reizen Sie Ihr Hungergefühl aus! Essen Sie so lange nichts, bis Sie irgendwann merken, dass der Hunger da ist. Vermutlich um die Mittagszeit werden Sie spüren: Ich brauche Energie. Zögern Sie dann das Essen nicht weiter hinaus. Spätestens wenn Sie eine leichte Unterzuckerung in Form von leichter Nervosität, Heisshunger oder einem Zittern spüren, ist es höchste Zeit, um zu essen. Noch besser: Essen Sie, bevor Sie diese Symptome so intensiv spüren, dass sie unangenehm werden.

3. Schritt: Spüren Sie den Unterschied!

An Tagen mit viel Freizeit oder in den Ferien können Sie den Hunger noch stärker ausreizen. Sie werden verblüfft sein, wie viel Belohnung und Wohlgefühl Ihr Körper Ihnen schenkt, wenn Sie Ihren Hunger mit einer feinen, heissgeliebten Mahlzeit stillen können. Und je grösser der Hunger, desto wohlschmeckender und befriedigender die Mahlzeit und desto intensiver der Genuss. So spüren Sie auch den Unterschied zwischen «emotionalem Essen» und echtem Hunger. Mit ersterem werden Sie eine allfällige Leere in Ihrem Inneren nämlich nie füllen können.

Weitere Tipps :

  • Lernen Sie zu spüren, welche Lebensmittel Sie gut vertragen.
  • Essen Sie, bis Sie satt sind, aber stopfen Sie sich nicht voll!
  • Essen Sie in Ruhe, nicht im Stehen, Gehen oder am Arbeitspult.
  • Keine Lebensmittel sind verboten. Alles ist erlaubt. (Und wenn Sie jetzt denken: Super, dann esse ich jetzt zwei Currywürste und danach zwei Stück Schwarzwäldertorte, dann gehen Sie zurück zu Tipp 1. Denn seien wir ehrlich, die meisten von uns fühlen sich nach einer solchen «Orgie» doch nicht wirklich wohl.)
  • Sie entscheiden allein, wann, was und wie viel Sie essen wollen.
  • Lassen Sie sich immer wieder von unbekannten Genüssen inspirieren, und probieren Sie stets Neues aus. Das erweitert Ihr einzigartiges Körperwissen über den Wert von Lebensmitteln, aus denen Sie künftig auswählen werden.
  • Beschäftigen Sie sich mit allen Sinnen mit Nahrungsmitteln. Das ist spannender als Sie sich das vielleicht vorstellen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*Uwe Knops neues Buch «Dein Körpernavigator. Zum besten Essen aller Zeiten», Polarise-Verlag, ist jetzt im Buchhandel erhältlich.

 

6 Kommentare zu «In drei Schritten zu einem besseren Körpergefühl»

  • Cécile-Sibylle Übelhart sagt:

    Die ganze Streiteri udn Essens Kriege über Ernährung werden überflüssig, wenn beachtet wird = der Mensch hat immer noch alles an Ernährung ntig wie jedes Lebewesen in der Natur :
    Nerven sind = Leitungslinien = Pflanzen /Früchte / Gemüsse
    Muskeln sind = Beweguungs Abläufe = Tiere /Fleich
    Gehirnmasse = ist ähnlich gleich wie Fisch Eiweiss
    Schädel / Knochen = Steine = Calzium =Milchprodukte
    Geschlechtorgane = Eier Eiweiss / Nüsse / Kerne / Samen
    Sinnesoragane = wie Genussmittel Sehen, Hören, Riechen, schmecken = Süsses, Saures, Salziges, Gewürze
    Zubereitung: Als erstes Zeit dafür geben und genissen ! Beim Kochen Hälfte roh, andere gekocht.
    Alles in

  • Enrico Bartholdi sagt:

    Es stimmt nicht, dass es keine wissenschaftlichen Belege für eine gesunde Ernährung gibt. Der amerikanische Arzt Dr. Michael Greger wertet mit seinem Team seit Jahren alle relevanten, sprich, nach wissenschaftlichen Kriterien gestalteten und finanziell unabhängig von der Nahrungsmittel-/Pharmaindustrie durchgeführte) Studien zu Ernährung aus. Daraus können sehr wohl allgemein gültige Erkenntnisse gezogen werden. Wer sich dafür interessiert: https://nutritionfacts.org/. Wenn man sich vertieft mir der Thematik auseinandersetzt – und sich nicht nur an oberflächlichen Ratgebern orientiert! – stösst man auf viele Quellen (nicht nir die oben genannte), welche wissenschaftliche Beweise für einen eindeutigen Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit erbringen.

  • Ani Ziegler sagt:

    Für einmal ein Artikel, der nun an den gesunden Menschenverstand appelliert, sehr gut, er hat mir gefallen

  • Willem Lammers sagt:

    Ein absoluter Nonsens-Artikel. Er unterscheidet sich in keiner Weise von den Texten der Leute, über welche die Autorin herzieht. Die Ratschläge sind zum Fremdschämen banal.

  • Hanspeter Mathys sagt:

    Merken Sie etwas, Frau Aeschbach: wir sollen Ihnen glauben, den anderen selbsternannten Expertinnen aber nicht.? Oder betrachten Sie sich als eine Art Oberexpertin, die allein die Wahrheit kennt? Ist nicht ganz logisch, meines Erachtens.

  • Heinz Gfeller sagt:

    Was ich da lese sind weitere Tipps eines „selbst ernannten Ernährungswissenschaftlers“, wie es im zweiten Teil der Überschrift so despektierlich steht, und zwar ziemlich triviale.

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