So erwecken Duftöle die Sinne

Verwöhnende Aromatherapie: Wildrosen-Extrakt wirkt beruhigend und pflegt die Haut. (Foto: iStock)

Fein riechende Öle verleihen unserem Zuhause eine individuelle Ambiance. Sie eignen sich für die tägliche Körperpflege, können unsere Stimmung aufhellen und wirken schmerzlindernd. Bei pflegenden Ölen unterscheidet man zwei verschiedene Sorten: ätherische Öle, die rein pflanzlichen Ursprungs sind, und künstliche, im Labor hergestellte Öle. Die natürlichen Öle «verduften» im wahrsten Sinne des Wortes schnell. Um sie haltbarer zu machen, werden sie oft mit anderen Komponenten gemischt. Seit 5000 Jahren wird mit ätherischen Ölen, die sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, erfolgreich heilkundlich gearbeitet. Ihre natürlichen Ingredienzien werden aus Blüten, Blättern, Nadeln oder Wurzeln gewonnen. Bei der «Aromatherapie» werden sie für Massagen, als Badezusatz und zur Körperpflege verwendet. Sind sie rein, müssen ihr botanischer Namen und die Konzentration der pflanzlichen Ingredienzien auf der Packung vermerkt sein.

Der Duft von synthetischen Duftölen, wie man sie bei der Herstellung von Kerzen, Parfums oder für die Raumbeduftung braucht, ist nicht so «flüchtig» wie jener der ätherischen Öle. Darum bekommen sie auch so fantasievolle Namen wie «Meeresbrise» oder «Chocolate Cookies». Aber natürlich gibt es auch Kombinationen von ätherischen und synthetischen Ölen, weil natürliche Öle teuer sind und durch einen Mix mit einem künstlichen Öl preiswerter werden.

Als Pflanzenexpertin bin ich ein Fan von natürlichen, ätherischen Ölen, die ich besonders gerne noch vor den nun bevorstehenden Eisheiligen vom 11. bis zum 14. Mai verwende, um «die kalte Sophie» gut zu überstehen. Wobei diese sechs Öle mein Wohlbefinden beflügeln:

1. Lavendelöl

Bereits die Römer genossen den beruhigen Duft eines Lavendelbades und seine schlaffördernde Wirkung. Dieser Mittelmeerduft macht Lust auf Sonne und Sommer und ist als Hautöl wie auch als Badeessenz sehr beliebt.

 

2. Wildrosenöl

Die Wildrose wird in der Pflanzenkunde der Venus zugeordnet, sie duftet entsprechend romantisch-lieblich. Für dieses kostbare Öl werden die Blüten frühmorgens gesammelt und sofort destilliert. Ein paar Tropfen Rosenöl mit etwas flüssigem Rahm oder etwas Hafermilch ergeben ein wunderbar verwöhnendes Bad. Mein Tipp: Models lieben scheinbar die Körperprodukte mit Wildrose von Weleda. Sie sollen die Haut wunderbar weich machen.

3. Hamamelisöl (Zaubernuss)

Der knorrige Strauch mit seinen gelben, zerzausten Blüten ist in vielen Privatgärten zu finden. Aus seinen Blüten lässt sich ein wohlriechendes Öl gewinnen, das hauterneuernd wirkt und sogar Neurodermitis lindern soll. Auch kleine Hautverletzungen heilen schneller, wenn sie mit Hamamelisöl betupft werden.

4. Malvenöl

Kann man einfach selber herstellen. Getrocknete lila Malvenblüten randvoll in ein Glasgefäss füllen, dazu Sonnenblumen- oder Mandelöl geben. Während drei Wochen immer wieder schütteln. Danach filtrieren und in dunkle Fläschchen füllen. Malvenöl macht rissige Haut zart und gilt als Geheimtipp gegen Altersflecken.

5. Johanniskrautöl

Mein persönlicher Favorit. Dieses wohlriechende Öl wirkt stimmungsaufhellend und ausgleichend auf Psyche und Nerven. Es kann als Badezusatz oder zum Einreiben verwendet werden. Wichtig: Wer seine Haut mit diesem Öl pflegt, muss sich, wenn er in die Sonne geht, unbedingt mit einer guten Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor schützen, da es sonst zu braunen Flecken auf der Haut kommen kann.

6. Pfefferminzöl

Bei Kopfschmerzen ist dieses Öl ein wahres Zaubermittel. Einfach ein paar Tropfen im Bereich der Schläfen einreiben, aber aufpassen, dass es nicht in Augennähe kommt. Auch in Stresssituationen wirkt Pfefferminze entspannend. Wer Lust hat, kann sich auch eine ganz persönliche Ölmischung, zum Beispiel für eine Massage, zusammenstellen lassen.

Literatur zum Thema und Links:

  • Margrit Benes-Oeller, Jürgen Guthmann: «Naturkosmetik selbst gemacht», BLV-Verlag.
  • Gerti Samel, Barbara Krähmer: «Die heilende Energie der ätherischen Öle», Südwestverlag.
  • Heike Käser: «Naturkosmetik selber machen», Freya-Verlag.
  • www.farfalla.ch
  • www.aromalife.ch

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18 Kommentare zu «So erwecken Duftöle die Sinne»

  • Kathrin sagt:

    Was halten Sie von der Mischung Lavendel und Geranie? Diese gibt mir immer wieder Kraft.

    • esther bischofberger sagt:

      interessante Kombination, ist für mich mit den Themen Abgrenzung, Kraft, Lebensfreude und Widerstandsfähigkeit verbunden, also genau so wie Sie es beschrieben haben-toll!

  • HATZ sagt:

    Perfektes Timing für diese Information. Das bis auf Weiteres äusserst garstige Wetter lädt dazu ein, diverse dieser Duft Öle im heissen Bade zu testen und zu geniessen.

  • Gabriela Brandenberg sagt:

    Danke vielmals, liebe Esther Bischofberger, für diese Inspirationen! Solche selbst gemachten Öle sind auch eine wunderbare Geschenksidee!

  • Bernhard sagt:

    Ja, die Pflanzenheilkunde verdient unsere liebevolle Aufmerksamkeit. Mutter Natur ist unendlich reich an Heilkräften, aber das Wissen darum geriet ( fast ) in Vergessenheit und es ist höchste Zeit, der Weisheit der alten Kräuter-Kunde wieder zu ihrer verdienten Beachtung zu verhelfen. Herzlichen Dank an Bischi!

  • Karin sagt:

    Ölige Badewanne putzen danach gehört auch dazu.

  • Mélanie Bosshard sagt:

    Interessante Anwendungsbeispiele und den neuen Blick auf „alte Heilpflanzen“.
    Es gibt immer was zum Lernen. Sehr gut beschrieben und erklärt, herzlichen Dank und bitte noch mehr Blogs, liebe Esther Bischofberger!

  • Georg sagt:

    Verständlicher und aufschlussreicher Informationsteil, kombiniert mit praktischen Tipps, die anregen und Lust machen die Welt der natürlichen Öle zu erkundschaften – ein gelungener Blog!

  • RE sagt:

    Sehr schöner Beitrag und interessante Auswahl.

    Erstaunlich wieviele positiven Eigenschaften Duftessenzen mit sich bringen und welch wohltuende Wirkung diese ausüben.
    Das Malvengewächs ist schon fast in Vergessenheit geraten , ideal auch als Teezubereitung.

  • Peter Spleiss sagt:

    Sehr wohlriechende Hinweise, die ich nachvollziehen und anwenden kann. Auch verständlich beschrieben und ….. sie helfen. DANKE für Ratschlag. Peter

  • Verena Kantor sagt:

    Danke für diesen Lobgesang auf die Öle. Ich bevorzuge ätherische -also reine, wenn auch flüchtige- Öle, wie du weisst, liebe Bischi. Seit einem Jahr sind sie tägliche Begleiter und wichtiger Bestandteil meines gesünderen Lebensstils. Lavendel zur Beruhigung und für besseren Schlaf, Pfefferminz gegen Kopfschmerzen und gegen das Energieloch am Nachmittag im Büro sind nur zwei kleine Beispiele. Für mich persönlich ist egal, von welchem Hersteller man die Öle bezieht. Hauptsache sie sind rein, nachhaltig produziert und CPTG (Certified Pure Therapeutic Grade) zertifiziert.

  • Amélie Müller sagt:

    Müsste das nicht als Werbung deklariert werden?

    • esther bischofberger sagt:

      liebe Amélie
      natürlich: die wunderbaren Pflanzen brauchen Werbung und ich verstehe meine Rolle auch als Botschafterin der Marke „Pflanzenwelt“. Ich freue mich wenn Sie den Beitrag teilen irgendwo, dsnkeschön

    • Heidi Herrmann sagt:

      Das nennt sich ganz Neudeutsch „Publireportage“. Zumal man aus Hamamelis nicht Oel gewinnt, sondern wässrige Auszüge, das „Wildrosenöl“ nicht aus den Blüten sondern aus den Hagebuttenkernen gewonnen wird (die Blüten der Wildrosen duften nämlich nicht, der Duftstoff ist ein Auszug aus Damaszenerrosenblüten) und Johanniskrautöl nicht nur zu „braunen Flecken“, sondern zu ganz üblen Verbrennungen führen kann.

      • esther bischofberger sagt:

        Liebe Heidi
        selbstverständlich stimmen Ihre Herstellungsbeschreibungen, aber für diese Vertiefungen fehlt uns schlichtwegs der Platz. Ich hoffe, Sie verzeihen uns dies. Wir möchten Anregungen schaffen!

      • Beatrice sagt:

        Danke für diese spannenden „Duftinformationen“! Werde gleich heute Abend Ihre wertvollen Tipps ausprobieren und ein Lavendelbad geniessen 🙂 bitte mehr von solchen Blogs. Merci Beatrice L.

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