Bye-bye, Osterkilos!

Wer es nicht schafft, die süssen Feiertags-Reste in kleinen Dosen zu geniessen, sollte sie besser verschenken. (Foto: iStock)

Kaum war Ostern vorbei, ging die Jammerei schon wieder los: «Ich habe sicher drei Kilo in drei Tagen zugenommen!» Oder: «Letzte Woche haben die Jeans noch super gepasst, und jetzt bringe ich den Reissverschluss kaum mehr zu!» Aber stimmen solche Aussagen wirklich? Kann man an einem Feiertagswochenende wirklich zwei oder gar drei Kilo zunehmen? Oder ist das nur ein subjektives Gefühl?

Ernährungsexpertin Stéphanie Bieler

«Gewicht, das während eines langen Wochenendes zugenommen wurde, ist in der Regel kaum ausschliesslich Fett. Denn für ein Kilo Körperfett müssten rund 7000 Kalorien zusätzlich zum täglichen Energiebedarf gegessen werden», sagt Stéphanie Bieler, Fachexpertin Ernährung bei der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE). «Oft ist es darum nicht Fett in Form von Kilos, das auf der Waage angezeigt wird, sondern es sind Wassereinlagerungen im Gewebe, die zu einer vermeintlichen Gewichtszunahme führen», so die Ernährungsfachfrau. Da während solcher Schlemmertage die Bewegung oft vernachlässigt wird, kann der Lymphfluss im Gewebe blockiert sein. Kurz: Der Körper speichert Wasser.

Meist sind es Frauen, die über ihre «Sünden» jammern. Ist es denn tatsächlich so, dass Frauen beim Schlemmen schneller zunehmen? Offenbar ist das Schicksal hier wirklich ungerecht. Denn da der Mann grundsätzlich über mehr Muskelmasse verfügt, hat er auch eine höhere Stoffwechselleistung und eine bessere Verbrennung. Ob Mann oder Frau, für alle gilt: Schnell angefutterten Kilos macht man am besten den Garaus, indem man so schnell wie möglich wieder ein paar einfache Tipps umsetzt:

1. Ballaststoffreich essen

Meistens hat man nach opulenten Mahlzeiten wieder Lust auf frische und naturbelassene Ernährung. Darum schmecken der knackige Salat und das Marktgemüse gleich doppelt so gut. Und nach den eher faden Aufbackgipfeli sorgt das schmackhafte Fünfkornbrot nicht nur für mehr Sättigung, sondern auch für eine gute Verdauung.

2. Teilen statt schlemmen

Wer kein Food-Waste betreiben will, könnte allfällige Köstlichkeiten wie Schokolade, Wein oder Gebäck, die jetzt noch in der Küche herumstehen, ins Büro mitnehmen. Denn hungrige (schlanke) Kollegen gibts immer. «Wer es aber schafft, Süssigkeiten mit Mass zu geniessen, kann allfällige Resten von Osterhasen und Co. auch in kleinen Portionen über die nächsten Tage als Dessert geniessen», sagt Stéphanie Bieler.

3. Bewegen!

Und damit sind nicht unbedingt schweisstreibende Sessions im Fitnessstudio gemeint. Treppe statt Lift, Velo und zu Fuss statt Tram oder Auto, oder auch nur ein Spaziergang über Mittag oder nach Feierabend tun gut. Und da es jetzt wieder heller und wärmer ist, braucht es fast keine Überwindung.

4. Dinner Cancelling

Die, die dies regelmässig betreiben, schwören darauf. Und zahlreiche Studien beweisen, dass Menschen, die regelmässig das Abendessen weglassen und nach 16 Uhr nichts mehr essen, nicht nur überdurchschnittlich an Gewicht verlieren, sondern auch etwas fürs Anti-Aging machen: Fastet man am Abend, dann muss der Körper nicht verdauen und es werden keine freien Radikale freigesetzt, die für die Zellalterung verantwortlich gemacht werden. So werden auch vermehrt Wachstumshormone gebildet, die die Regeneration der Körperzellen fördern, den Muskelaufbau anregen und die Fettspeicherung bremsen. Dinner Cancelling braucht ja nicht zur Gewohnheit zu werden, denn das gemeinsame Nachtessen gehört zu den Höhepunkten des Tages.

5. Ausgewogen essen

«Es sind nicht die Festtage wie Ostern, Geburtstag usw., die für ein zu hohes Gewicht verantwortlich sind, sondern die Ernährung im Alltag», sagt die Ernährungsexpertin. «Wer dann nach Schlemmertagen immer wieder ein paar gesunde Tage einlegt, ist auf der sicheren Seite.»

Lesen Sie dazu auch:

Dick im Kopf

Warum die Ikea-Diät so erfolgreich ist

Was beim Abnehmen wirklich hilft – 10 Methoden im Check

1 Kommentar zu «Bye-bye, Osterkilos!»

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.