Mit Musik und positivem Denken gegen Schmerzen

Musik kann körpereigene Hormone freisetzen, die uns helfen können, Schmerzen und Ängste besser zu ertragen. Foto: iStock

Wer von Schmerzen geplagt wird, braucht nicht unbedingt eine volle Ladung Medikamente zu deren Bekämpfung. Allein schon eine positive Erwartung kann Schmerzen lindern. Dies stellten Forscher der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen in einer Studie fest, mit der sie überprüften, «welche nicht medikamentösen Faktoren schmerzlindernd wirken».

100 Brustkrebspatientinnen, die vor der Operation auf eine «voraussichtlich schmerzlindernde Wirkung einer unterstützenden Behandlung mit Akupunkturnadeln hingewiesen wurden», litten nach der OP «weniger an Schmerzen» als Patientinnen, die «nur» Schmerzmittel bekamen. Durch die Akupunkturbehandlung allein habe sich diese Wahrnehmung jedoch nicht verändert: «Entscheidend war vielmehr, dass die behandelnden Narkoseärzte bei den Patientinnen eine positive Erwartung an die Schmerztherapie geweckt hatten», heisst es in einer Presseinformation der Universität Duisburg-Essen.

Alle Patientinnen erhielten eine Pumpe, mit der sie sich die Menge der Schmerzmittel selbst verabreichen konnten. «Bei einem vergleichbaren Verbrauch berichteten die positiv beeinflussten Patientinnen über geringere Schmerzen», wird Professor Dr. Sven Benson vom Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie zitiert. «Ausserdem waren diese Patientinnen mit der Schmerzmittelgabe zufriedener.» Studienleiter Benson schliesst daraus, dass «eine positive Beeinflussung durch medizinisches Personal eine vergleichsweise einfache, zeitsparende und kostengünstige Massnahme sein könnte, die Schmerzbehandlung zu verbessern».

Die Rolle der Glückshormone

Schon früher hatten Forschungen gezeigt, dass auch Musik Schmerzen und Ängste bei Patienten lindern kann, die sich einer Operation unterziehen müssen. So wurde vor rund einem Jahr eine Metastudie von Wissenschaftlern aus den Niederlanden und den USA veröffentlicht, für die 92 bestehende Studien mit Daten von insgesamt 7385 Patienten ausgewertet wurden. Der Einsatz von Musik habe Ängste und Schmerzen bei erwachsenen OP-Patienten «signifikant reduziert», stellten die Forscher fest.

Musik kann offenbar im Gehirn die Ausschüttung von körpereigenen Glücks-Opioiden wie Endorphin und Dopamin bewirken. Klar wurde das durch den Vergleich mit Patienten, bei denen keine Musik zum Einsatz kam. Schmerzen nach der Operation wurden vor allem dann gelindert, wenn auch die Musik nach der Operation eingesetzt wurde, während vorher gespielte Musik vor allem Ängste vor dem Eingriff reduzierte.

Mozart hilft nicht immer

Und welche Musik hilft am besten? Bei den ausgewerteten Studien wurde die gespielte Musik jeweils von den Forschern ausgewählt, oder die Patienten wählten ihre Lieblingsmusik aus. Allerdings brachte es nicht viel, einem Klassikhasser Mozart vorzuspielen, obwohl zahlreiche Studien ergeben hatten, dass klassische Musik gute Resultate bei der Schmerz- und Angstbekämpfung erzielte.

Allgemein lässt sich sagen, dass Musik, die einen ähnlichen Rhythmus wie unsere Herzfrequenz hat, bei Menschen die besten Resultate zeigt. Bei vier Studien der oben erwähnten Metauntersuchung wurde die Musik sogar von einem Musiktherapeuten live gespielt. Auf diese musikalische Untermalung reagierten Patienten besonders gut.

Ich würde ein kleines, intimes Livekonzert ebenfalls vorziehen. Und mir – falls dies die Krankenkasse übernehmen würde – gern ein Liveständchen von Herbert Grönemeyer darbringen lassen.

1 Kommentar zu «Mit Musik und positivem Denken gegen Schmerzen»

  • Maike sagt:

    Musik hat eine Wirkung auf unser Befinden, da beisst keine Maus einen Faden ab. Wenn man mir einen gebrauchtenTag angedreht hat, lege ich mir ein paar Platten auf – Prince, Joe Cocker, Bon Jovi – und alles ist nicht merh so schlimm. Oder ein lauer Sommerabend und im Hintergrund Blues Max – phantastisch.
    Und wenn sowas schon im Normalzustand funktioneren kann, warum das nicht auch dann einsetzen, wenn es einem so richtig schlecht geht ? Man könnte hier auch gut den Bogen zur Homöopathie schlagen. Sind alles alternative Heilmethoden, die helfen könne ohne heftige chemische und finanzielle Pharmaunterstützung. Was die Lobbyisten der Pharmaindustrie und deren Anhänger natürlich anderes sehen und auch lauthals kund tun. Nur laut tun bedeutet nicht immer Recht zu haben.

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