Vom Abnehmen mit einem Magenbypass

Adipositas ist eine Krankheit, die in unserer Gesellschaft scheinbar keinen Platz hat. (Fotos: iStock)

«Sie sind doch eine intelligente, junge Frau. Wie konnten Sie es nur so weit kommen lassen mit Ihrem Gewicht?» fragte mich kürzlich jemand, der im Gesundheitswesen tätig ist.

Wie erkläre ich jemandem meine schwere Essstörung? Als Texterin habe ich eigentlich keine Probleme, die richtigen Worte zu finden. Den Grund für meine schwere Adipositas konnte ich trotzdem nie adäquat erklären. Das hat wohl ganz viel damit zu tun, dass ich mir selber nie erklären konnte, wie es so weit kommen konnte.

Ich war ein pummeliges Kind, wurde zu einem moppeligen Teenager und später zu einer übergewichtigen Erwachsenen. Dazwischen lagen ganz viele Momente, in denen ich von Wildfremden on- und offline «fett, disziplinlos, hässlich, dumm, zum Kotzen» genannt wurde. Viele davon hatten noch nie ein Wort mit mir gewechselt, meist genügte ein Blick und das Label klebte an meiner Stirn – ich wurde in eine Schublade gesteckt.

«Schon mal mit gesund essen und Sport versucht?»

In den letzten 20 Jahren hatte ich mindestens 80 Abnehmversuche gestartet. Ich habe Punkte und Kalorien gezählt, viel Eiweiss und wenig Fett gegessen, ernährte mich phasenweise ausschliesslich von nach Karton schmeckenden Shakes. Ich habe Kohlenhydrate komplett verbannt, Ess-Tagebuch geführt, ging ins Fitnesscenter, machte Verhaltenstherapien, ernährte mich phasenweise sehr ausgewogen – und nahm immer wieder erfolgreich ab. Bis früher oder später die Essstörung ihre hässliche Fratze wieder zeigte. Bis das Suchtverhalten wieder durchdrang. Mit jedem gescheiterten Versuch zerbröckelte meine Seele ein Stück mehr.

«Friss doch einfach weniger und beweg dich, abnehmen ist ganz einfach!» – ich weiss gar nicht mehr, wie oft mir diese «Garantie-Erfolgsformel» an den Kopf geworfen wurde. Wie erklärst du jemandem, der nie ein Gewichtsproblem hatte, wie es ist, in einem Körper zu leben, der aufgrund eines gestörten Stoffwechsels kein Sättigungsgefühl mehr empfindet? Wie kannst du beschreiben, wenn du dich als Sklave deines Körpers fühlst, dessen hormonelle Steuerung komplett aus der Bahn ist und du immer wieder mit einem Kontrollverlust kämpfst, dem du einfach nicht gewachsen bist?

Nach 40 übergewichtigen Jahren habe ich mich im letzten Jahr für eine Magenbypass-Operation entschieden. Dies, nachdem ich mich vorher jahrelang dagegen gesträubt hatte. Ich wollte das mit dem Abnehmen allein schaffen – auch wenn die Statistiken gegen mich sprachen. Wenn ich anderen Operierten zuhörte, konnte ich gar nie wirklich glauben, was diese erzählten. «Ich empfinde wirklich fast keinen Hunger mehr, und meine Lust auf Süsses ist komplett weg» – solche und ähnliche Aussagen betrachtete ich extrem kritisch. Mein Hauptargument gegen die Operation war immer, dass man ja am Magen und nicht im Kopf operiert wird. Wieso sollte man danach so gut abnehmen können, wenn man doch die psychologische Ursache des Problems damit nicht bekämpft hatte?

Der Magenbypass, mein Werkzeug

Es stellte sich heraus, dass meine Einschätzung der Situation falsch war. Es ist tatsächlich auch bei mir so, dass ich nun häufig kaum mehr Hunger empfinde. Man könnte mir heute eine Schokotorte vor die Nase stellen und ich würde sie dankbar lächelnd weiterreichen. Der Suchtmechanismus greift nicht mehr und das macht das Leben – auch im sprichwörtlichen Sinn – tausendmal leichter. Trotzdem bin ich dauernd auf der Hut. Auch wenn man nur noch kleine Portionen aufs Mal essen kann, so kann man sich mit vielen kleinen Mahlzeiten am Tag trotzdem überessen. Das langsame und achtsame Essen jeder einzelnen Mahlzeit ist eine grosse Umstellung vom vorherigen oft gedankenlosen Schlingen. Überhaupt ist das Achten auf die Körpersignale bezüglich hungrig und satt sein ein ganz wichtiger Punkt – etwas, was ich in den letzten Jahren zunehmend schwieriger gefunden hatte. Während ich diese Zeilen schreibe, spüre ich zwei Monate nach meiner Operation eine unermessliche Dankbarkeit dafür, dass ich diesen Hilfesteller erhielt.

Macht das Leben leichter: Magenbypass.

Denn genau das ist ein Magenbypass. Er ist ein Werkzeug, das beim Abnehmen unterstützt, der den Körper und seine Signale neu steuert. Wie bei allen Werkzeugen muss man auch beim Magenbypass zuerst lernen, wie man ihn richtig «benutzt». Der verbleibende Restmagen (die sogenannte «Pouch») kann sich über die Jahre hinweg wieder ausweiten, wenn man konstant zu viel isst. Daher gilt es weiterhin darauf zu achten, die nötigen Eigenleistungen zu erbringen hinsichtlich gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung. Gleichzeitig sollte bei unkontrollierbaren Suchtmechanismen psychologische Unterstützung gesucht werden.

Mein Weg in ein leichteres Leben

Manchmal ertappe ich mich beim Blick auf die purzelnden Zahlen auf der Waage dabei, dass ich mich frage, ob ich nun «bescheisse», wenn ich mithilfe dieses Werkzeuges so viel abnehme. Dann muss ich mich selbst daran erinnern, dass das Werkzeug ohne meine Mithilfe nicht funktionieren würde. Dass ich mit jeder gesunden Mahlzeit und jeder Bewegungsminute meinen Weg in ein leichteres Leben mitpräge. Und dass es keine Schwäche war, sich in einer mir ausweglos scheinenden Situation medizinische Hilfe zu holen. Denn Adipositas ist eine Krankheit mit vielschichtigen Ursachen – auch wenn dies in unserer Gesellschaft heute noch oft nicht akzeptiert wird.

64 Kommentare zu «Vom Abnehmen mit einem Magenbypass»

  • Machan sagt:

    Liebe Frau Baumann!
    Ich verstehe Ihre Erfahrung sehr gut. Geht mir ähnlich.
    Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg, Kraft und Spaß auf Ihrem weiteren Weg, ein schlanker, gesunder Mensch zu werden!!!
    An dieser Stelle ist es mir ein Bedürfnis zu sagen, dass der Gang zu einer solchen OP nicht einfach ist, und auch nicht einfach mal eben gemacht wird.
    Und ich kann mir nicht vorstellen, dass diejenigen, die sich zu diesem Schritt entschieden haben, das aus Schönheitsgründen machen. Und selbst wenn, spätestens die ÄrztInnen machen dabei nicht mit. Und die Krankenkassen schon gar nicht.
    Liebe Frau Baumann, danke für Ihren informativen Artikel und Ihnen alles alles Gute für die Zukunft!!!

  • Pia sagt:

    Ich bekam im September 2018 meinen Magenbypass und habe in 6 Monaten 36 Kilo abgenommen. Ohne Bypass wäre mir das nie und nimmer möglich gewesen. Ich war früher immer schlank, hatte viel Sport getrieben und aufgrund von gesundheitlichen Einschränkungen und anderen privaten Schwierigkeiten stieg das Gewicht, ich kämpfte mich durch unzählige Diäten und endete bei 124kg. Es ist ein Trugschluss zu glauben, ein Bypass sei ein Spaziergang oder der einfachste Weg um Gewicht zu verlieren. Das ist ein schwerer Eingriff der sehr gut überlegt sein muss und der in keiner Klinik mal einfach so durchgeführt wird. Kritiker und Neider wird es immer geben, da muss man drüber stehen und für sich selbst das Positive mitnehmen 🙂 Alles Gute Alexandra!

  • Pfeiffer Diana sagt:

    Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg. Leider ist in unserer Gesellschaft dick, oder pummelig, immer noch mit negativen Attributen verbunden. Mein Bruder war/ ist im Gegensatz zu mir (ich muss aufpassen, dass ich nicht zu dünn werde) dick. Wir Menschen bekommen unser Aussehen vererbt. So viele „schöne“ Leute bilden sich darauf etwas ein und sind überheblich. Doch es ist nicht ihr Verdienst. Es macht mich wütend, wenn Menschen aufgrund ihres Äusseren und/ oder Behinderungen gehänselt werden. Jeder Mensch ist schön. Und jeder Mensch, der gesund zur Welt kommt, kann sich glücklich schätzen. Ich freue mich für Sie, dass Sie nun einen Weg gefunden haben, um abzunehmen. Das Leben ist so kurz, versuchen Sie diese Zeit trotz Ihrer Kilos so richtig zu geniessen. Viel Erfolg 🙂

    • Alexandra Baumann sagt:

      Liebe Frau Pfeiffer
      Vielen Dank für Ihre Zeilen. Ja, das Aussehen zählt leider viel zu stark in unserer Gesellschaft – sehr wenige Menschen interessiert es wirklich, was hinter einer Fassade steckt.
      Gesundheit ist das höchste Gut und manchmal macht es mich etwas traurig, wenn es erst dann geschätzt wird, wenn man es nicht mehr hat.
      Auch für Sie von Herzen nur das Allerbeste und ein schönes Wochenende. Beste Grüsse

  • Katrin Steiner sagt:

    Liebe Alexandra Baumann,
    habe im Jan. 2019 einen Magenbypass bekommen und mein Gewicht von 140 kg
    auf momentan 66 kg runtergebracht. Bin bald am Ziel. Ich würde Ihnen gerne
    noch ein paar gute Tipps geben.
    Mit lieben Grüssen
    Katrin Steiner

    • Alexandra Baumann sagt:

      Liebe Katrin
      Wow, das ist ja eine Riesenleistung – ich gratuliere Ihnen sehr dazu. Gute Tipps sind natürlich jederzeit sehr herzlich willkommen 😉
      Herzliche Grüsse

  • L. sagt:

    Ich vermisse in diesem Artikel die nicht harmlosen Nebenwirkungen die lebenslangen Potienskakes, die jährlichen Kontrolluntersuchungen etc. Es ist kein harmloser Eingiff auch wenn dies heute leider von vielen Ärtzen so verkauft wird. Aber sicher eine gute Einnahmequelle. Darum informiert euch bitte rundum .

    • Alexandra Baumann sagt:

      Mir persönlich wurde dieser Eingriff als alles andere als „harmlos“ „verkauft“, wie Sie es nennen – mein Chirurg und meine Ärztin haben mich sehr detailliert auf alles hingewiesen, was geschehen kann. Auf die Risiken des Eingriffes einzugehen, hätte den Rahmen dieses Artikels gesprengt. Ich werde jedoch einen Follow-Up Artikel zu diesem Thema schreiben, da dies scheinbar auf grosses Interesse stösst.

    • Pia sagt:

      Jeder der eine solche OP plant wird im Vorfeld ausreichend nicht nur über die „nicht harmlosen Nebenwirkungen“ aufgeklärt sondern ist auch angehalten, ausgehend von der Krankenkasse, einige Auflagen zu erfüllen. Dick sein alleine ist kein Indikator, dass eine solche OP automatisch durchgeführt wird. Ich habe selbst einen Magenbypass. Lebenslange Proteinshakes muss ich keine einnehmen. Das Protein sollte nach einer gewissen Zeit selbständig durch die Ernährung aufgenommen werden. Täglich ein Multivitaminpräparat einnehmen und einmal im Jahr eine Kontrolluntersuchung durchführen ist das weit kleinere Übel als lebenslänglich mit schweren Nebenwirkungen der Adipositas zu leben (Arthrose, Diabetes, koronare Herzerkrankung etc) da sind weit mehr Arztgänge notwendig, Medikamente und Operationen

  • Brigittr sagt:

    Genau so sehe ich es auch @ Momof4. Das ganze ist eine Willenssache @ Marcus Ballmer

  • Bärbel John sagt:

    Herzlichen Glückwunsch zu dieser Entscheidund und Nein, ich weiss, dass auch diese keine einfache war: am 18.12.17 bekam ich neinen Bypass! Ich habe in 1 Jahr 43 Kilo abgenommen und die Lebensqualität ist kaum in Worte zu fassen.
    Der Alltag ist nicht mehr spiessruten laufen durch angewiderte oder mitleidige Blicke , mein Denken nicht mehr bestimmt von Gelüsten und Hunger, meine Bewegungen nicht mehr begleitet von Schmerz.
    Noch immer nehme ich regelmässig die Hilfe des Psychologen an, denn immer noch neige ich dazu, essen als Seelentröster, Problemlöser, Beruhiger zu sehen – doch der Magenbypass verhindert ein erneutes Ausufern und der Psychologe lehrt mich neue Strategien.

    • Alexandra Baumann sagt:

      Liebe Bärbel
      Wow, eine Riesenleistung! Ich gratuliere dir herzlich zu diesem Schritt und dem Erfolg. Und ich finde es schön zu lesen, dass du auf diesem Weg neue Strategien kennenlernen durftest und diese erfolgreich einsetzt.
      Weiterhin alles Gute dabei und beste Gesundheit. Herzliche Grüsse, Alexandra

  • Karin sagt:

    Ich wünsche Ihnen alles Gute und finde Ihren Entscheid mutig. Vor allem weil es ein doch grosser Eingriff ist. Ich bin mir sicher, dass die Erfolge sichtbar sind. Aber zu welchem Preis? 6-8 Esslöffel finde ich arg zu wenig um auch noch Spass zu haben. Dann weiss ich nicht, was mit der „Extrahaut“ passiert etc. Aber ich verstehe Sie. Ich selbst bin ein Hungerhaken und habe während der Schwangerschaft extrem zugenommen. Das „Feedback“ reichte von: iss nicht für zwei, Fresssack, bis bis das nimmst Du nie wieder ab. Leider von Fremden, nicht dem nahen Umfeld. Dabei war vieles nicht „zuviel essen“, sondern Wassereinlagerungen.

    • Alexandra Baumann sagt:

      Liebe Karin
      Mich hat der „Preis“, den man für diese OP zahlt, auch lange „abgeschreckt“. Ich konnte mir nicht vorstellen, nur noch so wenig essen zu können. Ich musste mir jedoch schon einige Zeit vor der Operation eingestehen, dass mir das Essen ja meistens auch keinen „Spass“ mehr machte. Es war mit so vielen Zwängen behaftet und solche „Feedbacks“ wie Sie habe ich fast täglich erlebt. Nun esse ich wesentlich weniger und es macht mir sooo viel weniger aus, als ich mir das jemals hätte vorstellen können – der Gewinn der Lebensqualität wiegt so viel stärker.
      Das mit der Haut ist natürlich ein grosses Thema: Ich werde für die Rückbildung meiner Haut mein Bestes geben mit viel Training – aber man weiss natürlich nicht, wie es sich entwickelt.
      Herzliche Grüsse, Alexandra

  • Mel sagt:

    Ich habe ebenfalls eine Schlauchmagen-OP gemacht letztes Jahr, und habe jetzt nach 8 Monaten mein Idealgewicht erreicht. Es ist ein Geschenk und ein neues Leben, das mir wieder Frieden gibt und mich glücklich macht. Ich wünsche ganz ehrlich jedem, dass er glücklich mit seinem Körper sein kann. Das verändert nämlich auch im Kopf ziemlich viel. Ob man es selbst schafft, oder Hilfe braucht wie wir… das spielt schlussendlich keine Rolle, finde ich. Bin der modernen Medizin echt dankbar für die zweite Chance, was soll man mehr dazu sagen. Viel Gesundheit und Glück wünsche ich euch allen, und danke für den Beitrag, Frau Baumann.

    • Alexandra Baumann sagt:

      Liebe Mel
      Es freut mich sehr, dass Sie eine solch positive Erfahrung gemacht haben und diese hier teilen. Ich persönlich finde auch, es soll jeder den Weg gehen, der für ihn stimmt – ob das nun mit oder ohne OP ist, finde ich ebenfalls zweitrangig.
      Auch für Sie weiterhin nur das Allerbeste und ein schönes Weekend. Herzliche Grüsse, Alexandra Baumann

  • F.Fischer sagt:

    Ich habe seit 17 Jahren einen Magenbypass. Normalgewicht 1.5 Jahren nach der Operation erreicht und seither problemlos gehalten. Ja ich nehme täglich Vitaminpräperate, aber sonst habe ich keinerlei Probleme. Ich bin noch immer jeden Tag dankbar, dass ich die Operation gewagt habe und sie auch gut gelungen ist. Leider ist dies nicht bei allen so. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg.

    • Alexandra Baumann sagt:

      Liebe/r F.

      Das freut mich sehr zu lesen! Diese Langzeit-Erfolgsstory finde ich schön und dass du immer noch dankbar bist, noch schöner.
      Bezüglich den Vitaminpräparaten: Wenn ich daran denke, was ich möglicherweise dereinst hätte an Medikamenten nehmen müssen, wenn ich den Schritt nicht gemacht hätte, finde ich das im Vergleich wirklich definitiv das kleinere Übel 🙂

      Auch für dich alles Gute und weiterhin gute Gesundheit.

  • Daniela sagt:

    Liebe Alexandra, ich wünsche dir von Herzen, das du weiterhin Erfolg hast auf deinem Weg!!!

  • Brigittr sagt:

    Ich bin gegen solche Operationen. Nur um dem Schönheitsideal zu entsprechen lässt man sich operieren. Ich finde man muss es auch so schaffen abzunehmen denn schliesslich hat man es selber so weit kommen lassen. Ich habe 30 kg abgespeckt ohne „Hilfsmittel“ wie eine OP ect. Habe es selber geschafft und mir nicht einfach ein Magenbypass machen lassen damit es fast wie von selbst geht.

    • Olivier Fuchs sagt:

      Sie verwechseln Aesthetik mit Gesundheit. Schön ist es, gerade Beinachsen zu haben, unschön, mit deutlichen O- oder X-Beinen herumzustolzieren. Nachdem ich, typisch Fussballer mit O-Beinen, wegen beginnenden Schmerzen infolge Überlastung des Innenkompartements, gefolgt von Abnutzung, sie osteotomisch begradigen liess, konnte ich meine Knie retten. Auch im Falle der Adipositas handelt es sich um eine Abnormität, der ein Krankheitswert zukommt, oder die zu früher schwerer Krankheit führen kann.

    • Marcus Ballmer sagt:

      @Brigittr: Sie sind der Prototyp von Mensch, der nicht verstehen kann, dass nicht alle Menschen gleich sind. Was bei Ihnen funktioniert, muss bei anderen nicht zwingend ebenfalls funktionieren. Tipp: lesen Sie den Text von Alexandra Baumann nochmals, langsam und aufmerksam. Vielleicht begreifen Sie es dann. Schön, dass Sie es geschafft haben, ohne Hilfsmittel abzunehmen. Ziemlich beschränkt allerdings, zu meinen, das müssten alle anderen nun auch können.

    • Michael sagt:

      … dieser Kommentar ist einfach nur dumm und ohne jeglichen Sachverstand, …die angeblichen 30 Kilo werden schnell wieder drauf sein und überhaupt wäre besser sich in die Materie einzulesen und nicht über Sachen zu urteilen, welche man nicht versteht!

    • Samira Maurer sagt:

      Schön – für sie stimmt das also, für andere jedoch nicht und für diese anderen gibt es andere Methoden – offenbar wissen sie wenig über Übergewicht und dessen Ursachen.
      Ein Magenbypass wird nicht „einfach“ gesetzt, sondern erst, wenn es viele erfolglose Versuche gab und wenn das Übergewicht so gross ist, dass es weniger mit Ästhetik zu tun hat, sondern in erster Linie mit den gesundheitsschädlichen Folgen.

  • Roland Stuber sagt:

    Herzlichen Dank für Ihren Beitrag!
    Jetzt wo ich zugenommen habe, sind mir die Beleidigungen die sich Menschen gegenüber anderen schwereren Zeitgenossen erlauben, frappant in mein Leben getreten. Ich schäme mich für jeden dieser hohlen Zeitgenossen.

    • Alexandra Baumann sagt:

      Lieber Roland
      Andere Menschen als „hohle Zeitgenossen“ zu bezeichnen ist aber auch nicht grad sooo respektvoll, oder? 😉
      Ganz ehrlich: Ich wurde in meinem Leben schon wirklich ganz arge beschimpft und beleidigt und lange Zeit war es immer mein Impuls, zurück zu „schlagen“ – also verbal.
      Inzwischen durfte ich lernen, dass diese Reaktionen nur mit der Person zu tun haben, welche sie ausspricht: Mit ihrem eigenen Frust, mit ihren eigenen Unzulänglichkeiten. Seit ich mich selber mehr respektiere, kann ich dem auch nochmals anders gegenüber treten.
      Natürlich: Ab und zu verletzt es mich trotzdem noch. Aber wir können die Zeitgenossen um uns herum nicht ändern – nur, wie wir darauf reagieren.
      Alles Gute für dich!

  • Nina sagt:

    Beim mir war es gleich. Ich habe jetzt meinen Magenbaypass seit 5 Jahre. Ich bereue nicht das ich es gemacht hab. Meine Diabetes war am Abend nach der Op weg. Bis heute. Ich habe 45kg abgenommen. Heute wiege ich seit der Op 70kg. Ich könnte noch mehr abnehmen
    Doch das macht alt und die Haut hängt runter. Ich musste zwei Jahre später eine Arm und Bauchstraffung machen lassen. Ich halte mein Gewicht und esse wenig. Aber alles. Die lust auf süsses kam wieder. Seit ich dünner bin geh ich regelmässig wieder zum sport. Nicht zu unterschätzen sind die Mangel Erscheinungen von den Vitamine und. Ich brauch 1x im Jahr Eisen und alle zwei Monate ein D3 Spritze. Wenn ich zurück schau bereue ich es nicht.
    Doch ich ernähre mich auch vernüftig.

    • Alexandra Baumann sagt:

      Hallo Nina
      Schön, zu lesen, dass es dir gut geht und danke für das Teilen deiner Erfahrungen!
      Ich denke, die Nachsorge ist enorm wichtig und man sollte sich selber den Respekt gegenüber aufbringen, dass man die Werte regelmässig testen lässt und wo nötig mit Ergänzungen arbeitet – deine Aussagen haben das grad wieder bestätigt.
      Ich wünsche dir weiterhin alles Gute, viel Spass und Freude beim Sport und gute Gesundheit.
      Liebe Grüsse
      Alexandra

      • maettu sagt:

        @Nina. Herzliche Gratulation. Was mich aber „stört“ ist die Aussage, „meine Diabetes war am Abend nach der OP weg“. Völlig unmöglich oder Sie hatten keine. Des weiteren verstehe ich die Supplementierung nicht (insbesondere D3). LG

  • Henri sagt:

    Ich finde es gut, dass Sie den Eingriff haben machen lassen. Das hat sicher auch Mut gebraucht, vor allem, wenn man weiss, dass man nachher nur noch kleine Portionen essen darf. Wobei, wenn ich die Fotos auf Ihrer Facebook Seite sehe, dann sind die Portionen eigentlich nicht mal so klein. Ich hatte mir sie kleiner vorgestellt. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg und gute Gesundheit.

    • Alexandra Baumann sagt:

      Hallo Henri
      Schön, dass Sie auf meiner Facebook-Seite vorbeigeschaut haben.
      Zur Erläuterung noch folgendes: Meine momentane Ess-Menge beträgt pro Mahlzeit zwischen 6 und 8 Esslöffeln. Die abgebildeten Portionen entsprechen nicht dem – vom letzten Essensbild beispielsweise haben sich 3 Personen ernährt und es gab noch Resten 😉 Dies einfach so zur Klärung. Ich habe noch nie so viele Tupperware benötigt, wie seit der Zeit nach der OP 🙂
      Auch Ihnen alles Gute und gute Gesundheit. Beste Grüsse, Alexandra

    • Peter sagt:

      ja das ist so bis vor der Operation 35 einheiten 1x pro tag gespritzt. 2 tage nach der Operation keine Insulin spritzen mehr nötig bis heute 2 1/2 Jahre nach der Operation.
      Und mein gewicht ist seit 1 1/2 jahre stabil.

  • Dominique Zimmermann sagt:

    Ich habe vor 2 Jahren mit 120 Kg und einem KFA von ü 50% entscheiden dass isch mein Keben ändern muss.
    Heute habe ich mein Leben total geändert mit einer Gesunden und ausgewogenen Ernährung und regelmäßigem Sport habe ich 40 kg verloren und gehe leichtfüßig durchs Leben.
    Ich finde eine Magenverkleinerung eher suboptimal, denn es ist der „leichte“ Weg und da kann ich mir vorstellen das ein Rückfall eher möglich ist.
    In erster Linie kommt aber die Körperliche Gesundheit und dafür so einen Eingriff vor zu nehmen ist auf jedenfall lobenswert.
    Kannst stolz auf dich sein und einfach weiter dran bleiben

    • Alexandra Baumann sagt:

      Liebe Dominique
      Ich gratuliere dir herzlich zu deinem Gewichtsverlust. Ich freue mich an jeder Erfolgsgeschichte und für jeden, der es ohne OP schafft.
      Etwas möchte ich jedoch noch sagen: Ich habe wirklich grosse Mühe, wenn man eine Magen-OP als „leichten“ Weg bezeichnet (auch wenn es in Anführungsstrichen ist). Das ist so ein Bild vom Leben nach einer solchen OP, das viele Menschen haben (man nehme ja „automatisch“ ab und müsse nichts mehr dazu beitragen). Dem ist bei weitem nicht so, ich muss genau so weiterhin stark auf meine Ernährung achten, mich viel bewegen, achtsam mit mir umgehen…. und ja, wenn ich es nicht tue, kann ich schwupdiwupp wieder zunehmen.
      Rückfälle sind aus meiner Erfahrung mit und ohne OP möglich – Erfolgsgarantien gibt es meiner Meinung nach gar nie eine.

  • Momof4 sagt:

    Da ich selber Übergewicht habe und diese Fresssucht „kannte“ kann ich ihre Beweggründe durchaus verstehen. Würde ich mich selbst operieren lassen? NEIN, nie im Leben! Niemals würde ich sowas wie unseren Körper der von der Natur so genial ausgestattet wurde, verändern lassen. Die Spätfolgen, welche sie haben werden sind noch nicht absehbar. Permanenter Nährstoffmangel ist einer davon. Ich habe meine Fresssucht ohne Operation besiegt und zwar mit einer Ernährungsumstellung. Zuerst startete ich diese mit einem kompletten Verzicht von Industriezucker sowie Zuckeraustauschstoffen. Nur der natürlich vorkommende Zucker in Früchten und Gemüse war erlaubt. Nach 3 Wochen krassem Entzug, wusste ich was mein Problem war. Wegen des Zuckers hatte ich ständig Heisshunger.

    • Alexandra Baumann sagt:

      Liebe Momof4
      Ich gratuliere Ihnen herzlich dazu, dass Sie für sich mit der Ernährungsumstellung IHREN Weg gefunden haben – ich persönlich fand es schon immer grossartig, wenn es jemand ohne OP schaffte.

      Mein Weg war ein anderer. Noch kurz etwas zu Ihrer Bemerkung: „Die Spätfolgen, welche sie haben werden sind noch nicht absehbar“ – das wäre aber, wenn ich den Eingriff nicht gemacht hätte, genauso gewesen. Und dem Nährstoffmangel kann man entgegenwirken 😉

      Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

      • Momof4 sagt:

        Nur noch eine Bemerkung zu ihrer Bemerkung bezüglich der Spätfolgen. Sie haben den Eingriff jetzt machen lassen und müssen nun genau wie jemand ohne Op ihre Ernährung umstellen und sich mehr bewegen und immer dran bleiben, da sie ansonsten auch wieder zunehmen. Warum ging das dann nicht ohne Op? Das soll jetzt kein Angriff sein, es ist nur eine Frage die mich zu dem ganzen beschäftigt da ich noch mehr Menschen kenne die diesen Eingriff haben vornehmen lassen.

      • Alexandra Baumann sagt:

        Vielleicht müssen Sie den Artikel nochmals lesen. Es ist eine Frage, auf die ich mir selber keine Antwort geben kann. Wenn es – wie eine andere Kommentarschreiberin ja so selbstgefällig betonte – „nur“ eine Willenssache wäre, hätten wir auch keine Raucher, keine Alkoholiker, keine Arbeitssüchtigen etc. mehr. Die könnten dann alle einfach so aufhören, wenn sie nur genug wollten. Die Suchtkomponente mag in Ihrem Fall mit dem Zuckerentzug (was ich übrigens mehr als einmal auch gemacht habe) ausgeschaltet worden sein. Meine Geschichte ist eine andere. Mein Stoffwechsel und meine Psyche sind anders als Ihre. Meine Vergangenheit ist eine andere. Ich kann Ihre Frage nicht in einem 800 Zeichen Kommentar beantworten, weil ich selber keine Antwort darauf habe. Ehrlicher kann ich es nicht sagen.

  • Rumblo sagt:

    Nach meiner Magenbypass-Operation habe ich etwa 28 Kilo abgenommen. Und heute nach 5 Jahren habe ich das gleiche Gewicht wie vor der OP. Ich, aus meiner Sicht würde diesen schweren Eingriff nicht wieder machen, ist natürlich bei jedem anders. Ja im nachhinein ist man immer klüger.

  • Christina sagt:

    Eine Essstörung sollte grundsätzlich mit einer Therapie behandelt werden, nicht mit einem chirurgischen Eingriff. Das grundlegende Problem bzw. die Ursache wird damit nämlich nicht behandelt.
    Leider wird , wie so oft bei solchen Artikeln, nicht über die möglichen Risiken einer solchen Operation geschrieben – und da gibt es eine ganze Menge, wie z. Bsp. schwere Depressionen. Mir ist schleierhaft, wie unsere Gesellschaft ( und Ärzte!) es gutheissen kann an einem gesunden Organ herumzuschnippeln, nur damit Menschen dem gängigen Schönheitsideal entsprechen können. Wie wäre es, wenn wir einfach akzeptieren würden, dass Menschen in allen möglichen Formen und Grössen daherkommen?
    Und nein, nicht jeder dicke Mensch ist automatisch krank, genauso wenig wie jeder Schlanke gesund ist.

    • Tanja sagt:

      Wie wäre es, wenn wir einfach mal an die Gesundheit denken anstatt an das Schönheitsideal? Darin geht es nämlich in dem Artikel. Frau Baumann will in erster Linie gesund sein. Um drohenden, schwerwiegenden Krankheiten entgegenzuwirken, war diese OP zwingend notwendig. Zu dick = krank, resp. krank werden. Zu dünn selbstverständlich auch. Und wenn es nach 40 Jahren keinen anderen Ausweg mehr gibt als diese OP, weil es schlussendlich auf lange Sicht um Leben & Tod geht, dann ist die Schönheit wahrlich eine sehr grosse Nebensächlichkeit.

      • Christina sagt:

        @Tanja, Frau Baumann erwähnt nirgends in ihrem Artikel, dass sie die OP aus gesundheitlichen Gründen gemacht hat. Nicht alle dicke Menschen kriegen Diabetes, Herzinfakte, Gelenkprobleme etc. pp. Vielleicht war aber der Gesellschaftliche Druck einfach zu gross? Als dicker Mensch durchs Leben zu gehen ist nicht einfach. Jahrelang Vorurteilen ( dick= blöd, faul und willensschwach) ausgesetzt zu sein kann durchaus zermürben. So sehr, dass man/frau als einzige Lösung eine solche Operation sieht, wo an einem gesunden (!) Organ manipuliert wird.

      • Alexandra Baumann sagt:

        Wie wäre es, wenn wir einfach akzeptieren würden, dass verschiedene Menschen verschiedene Wege wählen, wenn es um Gesundheit geht?
        @Christina, im Gegensatz zu Tanja kennen Sie mich nicht persönlich. Bei mir ging es bei diesem Eingriff sowohl um meine physische wie auch um meine psychische Gesundheit. Es liegt mir nichts ferner, als irgendeinem „Schönheitsideal“ nachzueifern und ich verstehe nicht, wie Sie auf diese Schlussfolgerung kamen. Über die OP-Risiken zu schreiben, hätte den Rahmen dieses Beitrages gesprengt – das heisst auf keinen Fall, dass ich mich nicht intensiv damit beschäftigt habe. Zum Schluss ein Gedanken-Anstoss: Sie wünschen sich, dass Menschen andere besser akzeptieren und verurteilen meine Entscheidung im gleichen Atemzug, ohne die genauen Hintergründe zu kennen.

      • Markus Künzli sagt:

        „Nicht alle dicke Menschen kriegen Diabetes, Herzinfakte, Gelenkprobleme etc. pp.„

        Ja, das stimmt schon. Es kriegen auch nicht alle Raucher Lugenkrebs oder ein Raucherbein – dennoch ist das Risiko signifikant erhöht.

  • F. Kuss sagt:

    Sehr geehrte Frau Baumann

    Danke für Ihren offenen und ehrlichen Blog-Beitrag. In meiner Sprechstunde werde ich fast täglich mit dem Thema Adipositas konfrontiert in all seinen Facetten. Nach vielen erfolglosen Versuchen haben Sie sich meiner Meinung nach absolut richtig für die Operation entschieden. Ich sehe das keineswegs als „Mogeln“ an – einzig das Endergebnis zählt: Dass Sie dauerhaft abnehmen können und dadurch die üblichen Langezeitfolgen der Adipositas möglichst vermieden werden.
    Ich wünsche Ihnen alles Gute auf Ihrem Weg und hoffe, dass Sie Ihr Wanderziel im 2019 schaffen werden!

    • Alexandra Baumann sagt:

      Sehr geehrter Herr Kuss

      Herzlichen Dank für Ihre Zeilen. Ich werde natürlich alles daran setzen, dass es zu einem Langzeit-Erfolg kommt und ich meine nächsten Lebens-Jahrzehnte leichter und vor allem gesund erleben darf – mit möglichst vielen Wander-Momenten in den Bergen 🙂

      Beste Grüsse und auch für Sie alles Gute
      Alexandra Baumann

  • Dario vo Züri sagt:

    Magen-OP ist keine Garantie gegen den Jojo-Effekt
    Bevor so ein Eingriff vorgenommen wird müssen die Betroffenen abnehmen, um das allgemeine hohe OP-Risiko von Übergewichtigen zu reduzieren. Viele die dann eine Magen-OP zwecks Abnehmen über sich ergehen liessen kommen später wieder auf Übergewicht, so ist z.B. bekannt, dass einige u.a. ein Glas Nutella erhitzen und flüssig zu sich nehmen um einen Kalorienkick zu bekommen. Abnehmen beginnt tatsächlich im Kopf und es würde eigentlich genügen, die beim Abnehmen vor der OP aufgebrachte Selbstdisziplin weiterzuziehen.

    • Pia sagt:

      Hier geht es um einen Magenbypass nicht um einen Schlauchmagen. Wer mit einem Magenbypass ein Glas Nutella erhitzt und flüssig zu sich nimmt der findet sich entweder in der Notaufnahme oder im Sarg wieder.

      So ein Eingriff ist nie zu verallgemeinern und es ist immer leicht aus der Ferne von Selbstdisziplin zu sprechen ohne im Detail zu wissen welchen Leidensweg viele Adipöse hinter sich haben bevor sie den Schritt eine OP wagen.

  • Ralf Schrader sagt:

    ‚Denn Adipositas ist eine Krankheit mit vielschichtigen Ursachen‘

    Das kann sein, muss aber nicht. Ich kenne kein Argument für die Annahme, Adipositas sei eine Krankheit und nicht nur eine Gesundheitsstörung. Adipositas hat den Weg in den ICD gefunden, wie viele andere behandlungsbedürftige Zustände, um die mit den Krankenkassen abrechnen zu können. Krankheiten sind Adipositas oder ADHS, Burnout und Alkoholismus, usw. dennoch nicht.

    • Marcus Ballmer sagt:

      „Adipositas ist eine Ernährungs- und Stoffwechselkrankheit mit starkem Übergewicht“ – lautet die korrekte Definition. Ihr selbstgebastelten Begrifflichkeiten, was eine Krankheit ist und was nicht, interessieren nicht.

      • Christian Weiss sagt:

        Inwiefern muss Adipositas zwangsläufig eine Ernährungs- und Stoffwechselkrankheit sein?
        Wer seinem Körper mehr Energie zuführt, als dieser braucht, wird zwangsläufig dicker. Das hat per se noch gar nichts mit einer Krankheit zu tun.

  • Dieter Studer-Joho sagt:

    Herzliche Gratulation zu Ihrem Erfolg! Ich kenne die psychischen Auswirkungen von Adipositas aus erster Hand. Eine Operation ist ein mutiger Schritt: Ich möchte die Vorzüge von Kohlenhydratverzicht herausstreichen, die bei mir sehr effektiv waren und sind (BMI 31 auf BMI 25). Gary Taubes hat mir die Augen geöffnet für mein Stoffwechselproblem: Insulin-Resistenz. Ich (wie viele andere, auch Sie?) habe offenbar einen Stoffwechsel, der mit Kohlenhydraten nicht effektiv genug umgehen kann. Zucker, Glukose-Fruktose-Sirup, raffinierte Stärke, Mehl lassen meine Blutzuckerwerte explodieren. Mein Körper reagiert richtig, mit Insulinausschüttung, aber die Körperzellen sind gegen Insulin (teil-)resistent. Happy End: Lasse ich die raffinierten Kohlenhydrate weg, habe ich die Insulinresistenz im Griff.

    • Natalie sagt:

      Mit einem BMI von 31 waren Sie nicht adipös.

      • Dieter Studer-Joho sagt:

        @Natalie, Sie befinden sich im Irrtum. BMI 31 entspricht nach WHO der Kategorie „Adipositas Grad I“. Zudem sage ich nicht, dass BMI mein höchster Wert war. Ich hatte zuvor schon mühselig „konventionell“ mit der sogenannten „ausgewogenen Ernährung“ ein paar Pfunde verloren. Ultra-Low-Carb hat mich von 31 auf 26 gebracht.

      • Ralf Schrader sagt:

        Auch bei der WHO weiss man, Adipositas kann man nur durch Messung des Körperfettanteils, nicht durch den BMI qualifizieren. Männer gelten als adipös, wenn der, je nach Alter, > 25- 30%, Frauen wenn > 40% beträgt.

        Kampfsportler haben gerade vor Wettkämpfen fast regelmässig einen BMI > 30 und einen Körperfettanteil < 16%. Sie sind bezogen auf Fettanteil also eher magersüchtig.

        Der BMI kann nur für junge nordamerikanische Männer zu Konstitutionsklassifikation benutzt werden. Für Frauen grundsätzlich gar nicht und für Europäer südlich der Alpen, Afrikaner, usw. ebenfalls nicht.

      • Dieter Studer-Joho sagt:

        @Ralf Schrader, ich widerspreche Ihnen nicht und ich wollte auch nicht den BMI propagieren. Mein Punkt, der hier offenbar komplett vertrollt ist: ich war dick/fett/übergewichtig/schwerknochig/unglücklich/gelenkgeplagt/bückbeschwert/magensäurig/kurzatmig/zu schwer für meine Grösse/bluthochdruckig/achillessehnengestresst/kurzatmig/kleidergrössensammelnd in wievielen Zentimetern und Grammen ist gänzlich egal — dann habe ich Ultra-Low-Carb entdeckt; und seither bin ich glücklich und froh, wie die Maus im Haberstroh, was meinen Körper anbelangt. Ultra-Low-Carb kostet nichts, ich muss nie Hungergefühle aushalten/ignorieren/schönreden, nichts zählen, weil ich soviel essen kann, wie ich mag. Für diejenigen, die mich verstehen oder verstehen wollen: probieren Sie es aus, Sie werden es sich danken.

    • maettu sagt:

      „Zucker, Glukose-Fruktose-Sirup, raffinierte Stärke, Mehl lassen meine Blutzuckerwerte explodieren“, wie bei allen anderen auch…

      • Dieter Studer-Joho sagt:

        @maettu. Sie haben völlig recht. Der rasante Anstieg der Blutzuckerwerte tritt bei allen ein. Entscheidend ist aber, was danach passiert. Bei mir und anderen Insulinresistenten bleiben die Blutzuckerwerte anhaltend hoch (u. U. bis zur nächsten Mahlzeit), weil die Zellen trotz des unmissverständlichen Signals des Organismus (Insulin => „bitte Glukose aus dem Blut holen!“), nicht bereit sind die Glukose, effizient aus dem Blut aufzunehmen und dem ATP-Stoffwechsel zuzuführen. Die Zellen bleiben lieber hungrig und melden ans Hirn: „Weiteressen!“ Mein Kollege isst drei Gipfeli zum Zmorgen und trinkt den ganzen Tag gesüsste Getränke. Er macht keinen Sport und ist spindeldürr. Ist es nicht zumindest plausibel, dass sein Stoffwechsel anders funktioniert als meiner?

      • Alexandra Baumann sagt:

        Ich glaube, der BMI ist nicht umsonst umstritten. Mein Lieblingsbeispiel, warum der BMI nur bedingt aussagekräftig ist, ist immer noch der durchtrainierte Schwinger, der als Kraftpaket dann halt schnell mal bei 185 Zentimetern 110 Kilos wiegt…. und somit vom BMI her auch in einem ungesunden Bereich wäre.

        Aber BMI und Ernährungsphilospie hin- oder her: Über die Frage von Dieter Studer-Joho „Ist es nicht zumindest plausibel, dass sein Stoffwechsel anders funktioniert als meiner?“ sollten wir vielleicht eben doch mal nachdenken. Auch wenn das vielleicht für manche mit einem tiptop funktionierenden Stoffwechsel nur schwierig nachvollziehbar ist, dass es davon eben auch „andere“ Modelle gibt.

  • Aquila Chrysaetos sagt:

    Guter Text. Weiterhin alles Gute und hoffentlich bald wieder mehr Texte von Ihnen im Outdoorblog – welche ich immer sehr gerne lese.

    • Doris sagt:

      Freue mich, wieder von Frau Baumann zu lesen, vermisste ihre Beiträge im Outdoor Blog. Ich wünsche Frau Baumann alles Gute, Mut und Dranbleiben.

      • Alexandra Baumann sagt:

        Liebe Aquila, liebe Doris

        Ihre Zeilen haben mich RIESIG gefreut. Das trainieren fällt mir leichter, die Beweglichkeit hat sich verbessert, an der Kraft und Ausdauer arbeiten wir – es wird bestimmt bald wiedermal einen Beitrag auf dem Outdoorblog geben 🙂

        Auch Ihnen alles Gute und ein schönes Frühlings-Wochenende.
        Herzliche Grüsse
        Alexandra Baumann

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