Best of: Sonnenbaden in Unterwäsche – geht das?

Es sind Sommerferien, auch für unsere Autorin. Deshalb publizieren wir einige Beiträge, die besonders viel zu reden gaben. Dieser Beitrag erschien erstmals am 24. Juli 2016.

Von Kopf bis Fuss

Bikini oder BH: Macht das einen Unterschied? Foto: Russell Kwok (flickr)

Die Stadt dampfte vor Hitze, der Schweiss lief mir in Strömen runter. Ich war mit einer Freundin zu einem Shoppingtrip verabredet, doch bereits nach 10 Minuten war klar: Das Einkaufen würden wir heute sein lassen.

«Komm, wir gehen an den See und kühlen uns etwas ab», schlug sie vor.

«Aber wir haben ja keinen Bikini dabei», warf ich ein. Sie zeigte mir den Vogel. «Brauchts doch nicht», sagte sie lachend.

Wir suchten uns ein schattiges Plätzchen, was bei dem Gedränge, das an diesem brütend heissen Samstagnachmittag herrschte, ein eher schwieriges Unterfangen war.

«Puh, ist mir heiss», seufzte sie», und begann ihre Bluse aufzuknöpfen. Wenig später lag sie im rosafarbenen Spitzen-BH und Slip neben mir auf der Wiese.

«Zieh dich doch auch aus», forderte sie mich auf. «Ob man einen BH oder ein Bikinioberteil trägt, spielt doch keine Rolle».

«Nö, so heiss ist mir gar nicht», sagte ich etwas verschämt, obwohl alles an mir klebte.

«Dann halt nur das Shirt», meinte sie.

Aber ich hatte keine Lust dazu, vor allem als ich sah, wie ein paar Teenager kichernd in unsere Richtung sahen. «Ich kann nicht», sagte ich leicht gereizt, «ich habe hautfarbene Unterwäsche an, die ist nicht blickdicht.» Ausserdem habe ich echt keine Lust, mich so zu präsentieren.

«Du bist eine prüde Maus! Schau doch mal, ich bin nicht die Einzige, die so in der Sonne liegt», rief sie und lief in Richtung See. Und in der Tat, in Blickweite lagen zwei ältere Männer in Unterhosen im Gras.

Ich und prüde? Also bitte! Ehrlich gesagt, war ich etwas beleidigt. Es stört mich übrigens nicht, wenn andere in ihrer Unterwäsche sonnenbaden. Jedem das Seine. Solange ich nicht mit sekundären Geschlechtsmerkmalen und labbriger Unterwäsche konfrontiert werde oder mir der Nachbar sein Hinterteil quasi ins Gesicht streckt.

Mit meiner Unterwäsche-Frage bin ich übrigens nicht alleine. In England, das vor ein paar Tagen unter einer Hitzewelle litt, ist im Internet eine Debatte ausgebrochen, ob das Sonnenbaden in Unterwäsche ein «Go» oder ein «No-go» sei. Die Frage stellt sich vor allem in den städtischen Parks, wo die Leute eng beieinander liegen.

Was meinen Sie dazu? Stört es Sie, wenn ihr Nachbar auf der Liegewiese halbblank zieht? Oder finden Sie, dass es niemanden etwas angeht, wie Sie sünnelen? Ich bin gespannt auf Ihre Meinung.

31 Kommentare zu «Best of: Sonnenbaden in Unterwäsche – geht das?»

  • Sandra sagt:

    Hauptsache man und frau kriegt keinen Hautkrebs! Ansonsten gilt: Leben und leben lassen..

  • sophie Nicolle sagt:

    Das würde ich nicht tun. Ein minimum an Scham sollte man schon haben. Es gibt schon genug Dekadenz überall. Bitte ein wenig Würde ! Bin sicher dies kommt wieder, die Menschheit geht immer von einem extrem zum anderem. Nicht ?
    Mai 68 sagte „Es ist verboten zu verbieten“ und ich sage „ein wenig Würde muss sein“.

  • champedissle sagt:

    Ist mir ehrlich gesagt eigentlich egal. Was mich aber stört sind diese unseeligen Stringtangas die in der Spalte des Hintern eingeklemmt sind. Nicht auszudenken was daran alles klebt!

  • Lilith sagt:

    Meine FreundInnen und ich sind Anfangs 80er, in der Mittagspause in Zürich am See, noch nackt baden gegangen und niemand hat sich daran gestört. So was ist leider heute nicht einmal mehr denkbar 😉

    • Urs sagt:

      Warum nicht? Tun Sie’s doch einfach. Wenn Sie belästigt/beschimpft werden, wehren Sie sich, notfalls mit Hilfe der Polizei, und wenn Letztere Sie belästigt, verlangen Sie, man möge Ihnen die Rechtsgrundlage zeigen. Das können viele Polizischten nicht.

  • I. Unternährer sagt:

    Mir sind die Meinungen der anderen Leute egal, ich frage mich nur wie will ich mich präsentieren. Stimmt es für mich, mach ich es, stimmt es für mich nich, dann lass ich es. Zu Hause in meiner Wohnung, die nicht gross einsichtbar ist laufe ich rum wie ich will, auch nur mit Slip, aber draussen in der Allgemeinheit würde ich mich nit in Unterwäsche präsentieren. Ich habe aber auch das Glück, dass ich diew Wärme als angenehm entfinde und nich schwitze. Ich habe dank der Wärme viel weniger Schmerzen und geniesse es.

    • Ursel sagt:

      Sie haben Recht! Mit sind die Meinungen ebenfalls egal, aber ich sage meine trotzdem: Sich in Unterwäsche in einem öffentlichen Park zu sonnen, finde ich nicht besonders toll und zeigt von keiner guten Kinderstube. Sonst könnte man schliesslich in Unterwäsche auch einkaufen, spazieren gehen etc. Wenn Leute sich gerne in Unterwäsche zeigen, kennt man dies unter einem bestimmten Namen und ist behandelbar.

  • Lia sagt:

    jedem mit normalen Schamgefühl wird gleich Bünzlitum unterstellt. Der heutige Bünzli ist derjenige, der seinen Geschlechtsbereich jedem entgegen hält, denn der Bünzli ist der, der sich der Norm fügt.

  • Lisa sagt:

    Im Auge des Betrachters kann Unterwäsche schon aufreizender sein als ein Bikini.
    Es empfinden nun einfach einmal nicht alle Menschen gleich.
    Prüde sein hat einen negativen Beigeschmack, aber wo die Grenze des Schamgefühls liegt, sollte jedem selbst überlassen und von anderen akzeptiert werden!

  • Othmar Riesen sagt:

    Für mich ist das giga-bünzli. Es suggeriert, dass man kein Geld für eine Badehose hat.
    Beste Grüsse
    O.R.

  • Sissi sagt:

    „Best of: Sonnenbaden in Unterwäsche – geht das?“ Blödes Sommerlochthema für Smartfounbesitzer.

  • Eric Pudles sagt:

    Und meistens ist die Unterwäsche aus mehr Stoff gefertigt als so manches Bikini.

  • Michael sagt:

    Warum nicht ? Die optischen Grenzen zwischen Unterwäsche und Bikini / Badehose sind mittlerweilen doch sehr verschwommen. Und wenn sollte es stören ? Und was hat das mit Schamgefühl zu tun ? Mal aufgelöste bedeutet Schambefühl doch, sich für etwas zu schämen. Ich für meinen Teil würde mir bei der Hitze nicht die Kleider vom Leibe reissen – einfach aus dem Grund, weil ich der Umwelt nicht meinen Bauch zumuten will. Aber ein Mensch, bei dem der Körper noch ansehnlich ist – warum nicht ?

    • Rheini sagt:

      Genau das finde ich völlig falsch.
      Wenn sie einen Bauch haben sieht man den genau so gut unter Ihrem Hemd, wie in der Badehose.
      Und warum sollen alle aussehen wie im Modeprospekt, damit man öffentlich baden darf, obwohl das für 80% der Menschen nicht zutrifft.

      Ich finde z.B. auch die grossflächigen Tattoos scheusslich, weil sie von weitem aussehen wie Verbrennungen oder Verletzungen, und trotzdem werde ich damit tagtäglich konfrontiert.

      • Michael sagt:

        Sie untrschätzen, was man alles mit der richtigen Kleidung und entsprechenden Mustern so alles bei Männern kaschieren kann !

  • Jeder Jedermann sagt:

    Jedem(r) das seine.

  • Edi Brugger sagt:

    Mangels Badehose habe ich (80) einen ganzen Nachmittag im schwarzen Slip im Hallenbad/Freizeitanlage genossen, aber keine hübsche Frau hat mich auch nur eines kurzen Blicks gewürdigt (Seufz).

  • Bernhard Moser sagt:

    Wer bestimmt denn was Stil hat und was nicht? Haben vollgepierste und tätowierete Stil? Aus meiner Sicht nicht und trotzdem muss ich damit leben. Die entscheidende Frage ist doch die Sichtweise und wie ich damit umgehe und nicht ob etwas Stil hat.

  • Richi Schweizer sagt:

    Machen meine Frau und ich öfters. Ob im Valle Vercasca oder kürzlich an der Töss. Ist doch nichts dabei, wenn man schöne Unterwäsche trägt.

  • Filosof sagt:

    So würde ich mich auch nicht sünnelen. Ich bin nicht prüde (ein Wort, das von schamlosen Typen gerne angewendet wird, um anderen was aufzuzwingen), aber gehöre auch nicht zu denen, die jedes Schamgefühl verloren haben. Bei Kindern sind wir froh, dass ein gewisses Schamgefühl sie schützt – bei Erwachsenen soll alles über Bord geworfen werden?
    Im Falle grosser Hitze – warum nicht in ein nettes, klimatisiertes Café gehen? Man kann sich dort auch viel netter unterhalten als in der heissen Sonne und muss nicht schiefe Blicke befürchten.

    • P Glotz sagt:

      Scham scheint bei Ihnen hoch im Kurs.
      Ich würde dringend mal drüber nachdenken, ob es nicht sinnvoll wäre über befohlene Grenzen zu sinnieren. Falls Sie dazu in der Lage sind.

  • TiVi sagt:

    Ob Bikini oder Unterwäsche spielt doch nun wirklich überhaupt keine Rolle!! Die sekundären Geschlechtsmerkmale sind schön hübsch bedeckt, so dass niemand Anstoss dran nehmen kann, und ob der bedeckende Stoff nun aus Lycra, Seide, Baumwolle oder sonst was ist, ist doch vollkommen egal.

  • Urs sagt:

    Kommt nicht drauf an, ob eine liederliche (Zürcher) Masse noch etwas liederlicher rumhängt.

  • Martin sagt:

    Bloeder Artikel.

Kommentar

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