Die einfachste Diät der Welt im Test

Suzy Wengel begeistert mit ihrer Scandi-Sense-Diät nicht nur ihre dänischen Landsleute. Foto: senseslankmedfornuft (Instagram)

Die Scandi-Sense-Diät machte in den nordischen Ländern Furore und erobert jetzt auch andere europäische Länder. Unkompliziert, ausgewogen und nährend ist sie laut Suzy Wengel (39), die die Diät entwickelt hat. Die Autorin, Mutter von fünf Kindern und Unternehmerin hat mit ihrer gestern hier vorgestellten «Handvoll-Methode» in zehn Monaten fast 40 Kilo abgenommen. Und ihr Gewicht gehalten.

So sollte es gemacht werden:

Täglich

Handvoll 1 und 2: Gemüse und Salate.

Handvoll 3: Proteine/Eiweisse in Form von magerem Fleisch, Poulet, Fisch, Meeresfrüchten, Eiern oder fettarmem Käse. Proteine machen ja einen wichtigen Bestandteil der Ernährung aus. Sie sind wichtige Baustoffe für die Zellen und sollten in zwei von drei Mahlzeiten vorhanden sein.

Handvoll 4: Kohlenhydrate in Form von gesunden Brotsorten, ungezuckerten Getreideflocken, Hülsenfrüchte, Pasta, Reis, Kartoffeln, Früchten und Beeren.

Fett: Zu jeder Mahlzeit sind ein bis drei Teelöffel erlaubt. Am besten Olivenöl oder andere kaltgepresste Öle. Empfohlen in geringen Mengen: Nüsse, Kokosnussflocken, Avocado, Butter, Rahm oder schwarze Schokolade.

So habe ich es gemacht:

1. Woche
Die Nahrungsumstellung gelingt nicht einfach, da ich am Morgen immer Fruchtjoghurt esse. Nach drei Tagen habe ich mich allerdings an das ungesüsste, griechische Low-Fat-Joghurt und die Getreideflocken gewöhnt, zusätzliche Beeren verleihen Süsse. Die Kohlenhydrate, meist in Form von Pasta oder Kartoffeln, esse ich mittags, dazu kombiniere ich Gemüse und Salate. Ich ertappe mich allerdings dabei, dass ich die stärkehaltigen Lebensmittel grosszügiger bemesse als Gemüse & Co. Auch das Olivenöl, das ich für die Salatsauce verwenden darf, ist mir zu knapp bemessen. Aber ich fühle mich satt und weniger müde. Kein Wunder, statt der halben Tafel Schokolade, die ich täglich gegessen habe, gibts als Dessert nur noch ein Stück schwarze Schokolade.

2. Woche
Der Alltag ist stressig, aber ich komme recht gut über die Runden. Ich wäge die Lebensmittel nicht mehr mit den Händen ab, ich habe die Portionen auch so im Griff. Probleme bereiten mir allerdings Einladungen. Ich will nicht unhöflich sein und esse darum, was aufgetischt wird, verzichte aber zur Überraschung aller aufs Dessert. Im Alltag bin ich weiter motiviert, und sogar eine aufkommende Erkältung kann ich umschiffen. Ich gratuliere mir im Stillen, dass ich dieses Buch entdeckt habe.

3. Woche:
Schon am Dienstag habe ich Widerwillen, das tägliche Müesli zu essen und sehne mich nach Aprikosenjoghurt. Beim Mittagsessen starre ich gierig auf den Teller meiner Kollegin, die ihre Tagliatelle mit einer Speck-Rahm-Sauce geniesst. Und ich merke, dass sich, wie bei fast jeder Diät zuvor, mein innerer Widerstand formiert: Warum tue ich mir das an? Nur der Gedanke, dass ich mich innerlich für drei Wochen verpflichtet habe, hält mich bei der Stange. Ich finde auf den «Weg der Tugend» zurück, der Rest der Woche verläuft problemlos.

Fazit

Positiv: Die Scandi-Sense-Diät hat funktioniert. Und: Ich habe zwei Kilo verloren.

Negativ: Für mich ist die Diät zu wenig flexibel. Da ich oft und gerne auswärts esse, ist es schwierig, abzuwägen, was und wie viel davon ich essen darf; ich weiss vor allem bei den Fetten auch nicht, was genau in welcher Dosierung verwendet wurde. Und das Wichtigste: Ich möchte lieber meine Fähigkeit weiterentwickeln, dass ich selber spüre, was und wie viel mir guttut.

31 Kommentare zu «Die einfachste Diät der Welt im Test»

  • CK sagt:

    Aber Frau Aeschbach, letzte Woche erklärten Sie überzeugend in der Coopzeitung dass Sie der Traumfigur ade sagen und heute lese ich von einer Diät die Sie probierten ?!?
    Ging wohl nur ums vermarkten Ihres neuen Buches Bye-Bye Traumfigur.
    Schade ich dachte Sie fühlen sich wohl in Ihrem Körper.

    • Silvia Aeschbach sagt:

      Liebe CK
      Zu meinem Beruf als Journalistin gehört es auch, immer wieder mal etwas Neues in Sachen Ernährung zu versuchen, das Sinn macht. In meinem Buch geht es um den Figurterror, dass alle Frauen einem gewissen Ideal entsprechen sollen. Und Sie werden es nicht glauben, aber ja, ich fühle mich die meisten Zeit wohl in meinem Körper, aber nicht immer. Lieber Grusss Silvia

    • Salome sagt:

      Genau das habe ich mir auch gedacht!

  • Desirée Sommer sagt:

    Ich habe eine tolle Methode gefunden, um zu essen und schlank zu bleiben. Ich esse zwar die Sachen ganz normal, aber statt runterzuschlucken spucke ich sie wieder aus. Natürlich nicht alles, man muss ja leider etwas essen. Ein schlechtes Gewissen wegen Moral und so muss man bei der Methode nicht haben, denn Nahrung landet durch die Verdauung ja eh im WC.

  • Manfred Teufel sagt:

    Man weiss doch eigentlich selbst wenn man mehr isst als man braucht. Viel Salat, wenig Zucker weiss auch jeder über 6 Jahre. Das Schwierige beim Diäteln ist nur den Arsch hochzukriegen und das Zuviel wieder abzuspörteln. Das Einzige was ich jemandem zur Ermunterung sagen kann, ist, dass sich der Körper an andere Nahrung gewöhnt und man seinen Big Tasty nach einem Jahr oder so tatsächlich nicht mehr vermisst, was man sich bei der Umstellung nicht wirklich vorstellen kann.

  • Tiqva sagt:

    Was soll an dieser Diät einfach sein? Klingt genauso kompliziert und nach Zählen/Messen wie fast alle anderen auch.

  • Angela sagt:

    Fett: im Filmchen redet sie von „Esslöffeln“ Fett und im Text sind es plötzlich „Teelöffel“. Fett ist wichtig und zuwenig Fett schädlich. Bitte wenigstens korrekt übersetzen!

  • Mariu sagt:

    Welch ein Schwachsinn schon wieder! Wer hält das denn aus, ausser Masochisten? Das Bild oben trägt auch nicht gerade dazu bei, diese Ernährungsform ausprobieren zu wollen. Das Gemüse sieht aus wie – man weiss nicht was -, das Fleisch wie eine Schuhsole bei der Ankunft in Santiago de Compostela nach monatelanger Pilgerreise und alles andere erweckt ebenfalls nicht gerade den Eindruck, als ob das Wort „lecker“ angebracht wäre.. Bei solcher Kasteiung sind eines nahenTages exzessive Fressattacken sowieso nicht mehr zu unterdrücken und so kommt es, dass sich eben immer mehr Fette durchs Leben robben, anstatt weniger.

  • 11 sagt:

    Weshalb die Protein-Zufuhr ausschliesslich durch Fleisch, Poulet, Fisch, Meeresfrüchte, Eiern, fettarmen Käse bei dieser Ernährungsformel?
    Hülsenfrüchte und Nüsse bieten die gesündere Version mit jeweils höherem Anteil an Protein als jene hier aufgeführte tierischen Ursprungs.

    • Barbara Grohé sagt:

      Weil sie es für sich selbst ausprobiert hat – und keine Veganerin ist?

      • Michael Häberli sagt:

        Das hat nichts mit vegan oder nicht vegan zu tun. Sehr viele Leute haben dank Unwahrheiten aus der Werbung etc. schlicht vergessen, dass es auch pflanzliche Proteine gibt und dass die nicht schlechter sind als tierische Proteine.

  • Hanspeter Niederer sagt:

    Die heute vorgeschlagene Kalorienzahl für einen körperlich wenig aktiven Menschen ist viel zu hoch bei einer gut funktionierenden Verdauung. Galina Schatalova hat dazu sensationelle Versuche gemacht. Mit von ihr geheilten Patienten unternahm sie Wanderungen durch Wüstengebiete in Russland von bis zu 500 km in 16 Tagen. Die Leute assen pro Tag Kalorienmengen von 250-400 Kilokalorien und tranken bei brütender Hitze weniger als 2 Liter Wasser pro Tag. Am Schluss dieser gewaltigen Strapazen hatten die Menschen kein Gewicht verloren oder hatten sogar leicht zugelegt. Trainierte Sportler mit der üblichen Ernährung mussten im ersten Drittel der Wanderung aufgeben, weil sie total erschöpft waren. Die heutigen Übegewichtsprobleme basieren schlicht auf kompensatorischem Frustessen.

    • Muller M. sagt:

      Entschuldigung, aber das glaube ich schlichtweg nicht!
      Unmöglich, bei 400 kcal und Bewegung nicht abzunehmen!

      • Sarah Maier sagt:

        Nun ich ess täglich seit Jahren ca 1800 Kalorien (bei BMI 19) und nehm weder zu noch ab, warum sollte aucz auch wenn (!) Es möglich wäre nur 400 Kalorien zu essen das tun? Da entgeht einem so unfassbar viel leckeres das wär doch blöd ;D

    • Heidi Herrmann sagt:

      Die Kalorienmengen waren 800 bis 1200 kcal täglich und die Experimente jeweils nur 4-7 Tage. Bei so kurzer Dauer der Nahrungsveränderung kann gar nichts über die Ernährung ausgesagt werden, da reichen die Reserven im Körper noch lange.

      • Hanspeter Niederer sagt:

        @Hermann: Die Kalorienmenge war 600kcal beim Supermarathon über 500km sogar innert 7 Tagen und nicht in 16 Tagen wie ich irrtümlich geschrieben habe. Die eingeladenen Spitzensportler nahmen 6000 kcal zu sich und machten im ersten Drittel dieses Marathons alle schlapp. Ihr Kommentar ist unter dem Motto „Was nicht sein darf kann nicht sein“ einzuordnen. Link zu spannendem Artikel über Schatalova: http://members.yline.com/~naturpur/schatalova.html

    • maia sagt:

      @Muller M. – Doch, doch, das ist leider möglich…….
      Ich wäre froh, es wäre anders

    • Peter Aletsch sagt:

      „Die Leute assen pro Tag Kalorienmengen von 250-400 Kilokalorien und tranken bei brütender Hitze weniger als 2 Liter Wasser pro Tag“. Warum nicht entsprechend „Sie tranken Wassermengen… von 2 Liter Wasser ‚? Kalorien(Mengen) ISST man nicht, man NIMMT SIE EIN!

      • Michi sagt:

        @Maia: Mathematik ist schonungslos… Wenn Sie bei 400 Kalorien pro Tag nicht abnehmen, dann haben Sie entweder VIEL mehr zu sich genommen und/oder viel weniger verbraucht als angenommen. Sie finden dazu passende Studien im Internet: Probanden schätzen die gegessene Energiemenge zu tief und die verbrauchte Menge zu hoch ein und schon nehmen sie zu, obwohl weniger gegessen und mehr Sport getrieben haben.

  • Roberto sagt:

    Ich empfehle eine abgewandelte Hollywood-Diät. Die revolutionäre „The Rocky Horror Picture Show – Diät“. Man ersetze ab und zu eine Hauptmahlzeit mit Unmengen von Popcorn. .Nur viele heisse Luft drin. Jedenfalls machen das junge Ehepaar Janet und Brad, als auch der Arzt Dr. Frank N. Furter, der sie behandelt – bella Figura. Wild tanzen tut der Figur auch immer gut, und der Seele.

    • Magenta sagt:

      Super Tipp. Das könnte man jetzt vermarkten mit Buch etc., das Ganze unterlegt mit einem möglichst eindrucksvollen eigenen Leidensweg.

  • Matthias Fehr sagt:

    PS: schon der Verzicht auf eine halbe Tafel Schokolade (ca. 300 kcal) während 21 Tagen, ergibt eine Einsparung von ca. 1 kg Fett (grosszügig gerechnet, aber auch wissend, dass die totale Gewichtsreduktion auch mit dem Wasserhaushalt zu tun hat). LG

    • Sarah Maier sagt:

      1 Kg Fett hat beim ab oder zunehmen einen Wert von 7000 kcal, die es einzusparen gilt ist eine einfache Rechnung 🙂

      • Ralf Schrader sagt:

        Nur eben 7000 kcal, welche durch die Darmzotten ins Blut diffundieren, nicht 7000 kcal, welche man isst.

    • Peter Aletsch sagt:

      Aber Schokolade enthält ziemlich potente kreislaufschützende Substanzen. Wer nicht ästhetisch unter der Fülle leidet, soll einfach mehr Sport treiben, denn der hält so zuverlässig gewisse Risiken in Schach.

  • Christine Goldinger sagt:

    Für ein paar Wochen mag das in Ordnung sein, aber sicher nicht langfristig, da ist viel zu wenig Fett und Öl in der Nahrung. Inzwischen ist wissenschaftlich erwiesen, dass Low-Fat schädlich ist. Möglicherweise ist sogar der Anstieg an Alzheimer Erkrankungen auf diese verfehlten Ernährungsempfehlungen zurückzuführen, denn für unser Gehirn ist Fett unentbehrlich. Und natürlich auch für das Sättigungsgefühl, besonders, wenn man die Kohlenhydrate einschränkt, was sicher vernünftig ist.

  • David Klein sagt:

    Ich habe so abgenommen: Bis zum Mittagessen nichts essen, nur trinken (Wasser). Mittagessen: Salat so viel man möchte mit Essig und Öl plus Fleisch, Fisch oder Huhn, ebenfalls so viel man möchte. Für den Hunger bis zum Abendessen: Huhn oder mageres Fleisch mit wenig Vollkornbrot, Hüttenkäse, Joghurt mit Früchten. Abendessen: Pasta mit Sosse nach Wahl. Natürlich kein Zucker, keine Limos, Süssigkeiten, Weissmehl etc. Wichtig: So bleibt der Blutzuckerspiegel einigermassen konstant, Fressattacken bleiben weitgehend aus. Sport hilft: Täglich ausser Sonntag: 30 Min. Seilspringen, Liegestützen, Klimmzüge, Handstand an der Wand, Bauchübungen, jeweils abwechselnd an den verschiedenen Tagen. Der Sport sollte nicht mehr als 1 Stunde dauern und man kann ihn überall machen. Sonntags isst man alles :-).

  • Ralf Schrader sagt:

    Weil wir im Darm mehr Bakterien haben, als der gesamte Körper Zellen hat, funktioniert keine Diät länger als ein paar Wochen. Was immer Neues den zuerst irritierten Verdauungshelfern zugeführt ist, sie lernen innert Tage, damit umzugehen. Natürlich nur, wenn es überhaupt verdaubar ist.

    Aus einer im Mund zerkauten Menge Nahrung macht die Darmfauna am 1. Tag 100 kcal, nach 1 Woche 150 und schliesslich nach spätestens einem Monat das Maximum an Energie. Dann spätestens ist der gewollte Effekt des vielen Essens bei minimaler Energiezufuhr futsch und eine neue Diät muss her, die dann wieder nach wenigen Tagen wirkungslos wird.

    Die Annahme, Nahrungs- und Energiemenge würden sich äquivalent verhalten, ist wegen der Darmflora falsch.

    • Matthias Fehr sagt:

      Spannende Aussage, die ich so noch nie gelesen haben! Gibt es hierzu wissenschaftliche Studien? LG

      • Ralf Schrader sagt:

        Das ist Standardwissen, welches Sie in jedem Studentenlehrbuch der funktionellen Anatomie, der Physiologie des Menschen, oder einem der Ernährungswissenschaften der letzten 30 Jahren nachlesen können.

Kommentar

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