Wie giftig sind Nagellacke?

Um die Nägel zu lackieren, tut man gut daran, ein möglichst schadstoffarmes Produkt zu wählen. Foto: Pixabay, Pexels.com

Grüne Kosmetik liegt im Trend. Immer mehr Beauty-Unternehmen haben begriffen, dass sie dem Wunsch vieler Kundinnen nach möglichst natürlichen Produkten nachkommen müssen, indem sie auf schädliche Inhaltsstoffe in Pflegemitteln wie Shampoos und Duschgels, Cremen oder Make-ups verzichten.

Nur der Nagellack hinkte dieser Entwicklung bisher hinterher. Lange hiess es, es könne kein guter Lack hergestellt werden ohne gewisse chemische Zusatzstoffe wie Formaldehyd, das dafür sorgen soll, dass der getrocknete Lack nicht splittert, oder Triphenylphosphat (TPHP), das als Weichmacher benutzt wird. Tatsächlich ist es nicht einfach, den perfekten Nagellack frei von fragwürdigen Zusatzstoffen zu entwickeln. Der zudem noch halten soll, was auch konventionelle Lacke versprechen: Glanz, eine gute Deckkraft und eine lange Haltbarkeit. Und die Ansprüche der Kundinnen sind gross. Sind sie von einem Produkt enttäuscht, wird halt das nächste gekauft.

Schwangere sind gewarnt

In den letzten Jahren warnten immer mehr Studien, so beispielsweise eine von der Duke University in North Carolina, vor Inhaltsstoffen wie eben TPHP, das im Verdacht steht, Diabetes und Allergien auszulösen oder gar Krebs zu erregen. Formaldehyd wird übrigens in den USA durch die Umweltschutzbehörde als «wahrscheinlich krebserregend» eingestuft. Darum wird auch schwangeren Frauen empfohlen, ihre Nägel nicht (regelmässig) zu lackieren.

Nun leben wir in einer Welt, in der wir uns nicht konstant vor schädlichen Einwirkungen schützen können, es sei denn, wir würden in einem Kokon leben. Obwohl ich persönlich seit Jahren als Journalistin im Lifestyle-Bereich tätig bin, nahm ich die Warnungen bezüglich schädlicher Lacke lange nicht wirklich wahr, auch weil ich mir die Nägel nicht regelmässig lackiere.

Zwei Aha-Erlebnisse

Doch dann hatte ich ein Aha-Erlebnis, als ich bemerkte, dass ich, immer wenn ich mir die Nägel in einem Salon lackieren liess, beim Auftragen des Produkts ein leichtes Brennen verspürte. Allerdings nur dann, wenn mir die Kosmetikerin den Lack bis ganz ans Nagelbett strich. Und mir wurde klar, dass minime Mengen der Giftstoffe nicht über die Nägel, sondern über die Haut eindringen.

Das zweite Aha-Erlebnis hatte ich, als ich in Zürich ein Studio aufsuchte, in dem die Nail-Stylistinnen quasi im Akkord arbeiten. Die Betreiber des Shops boten eine preiswerte Lackierung an. Was mich umhaute, waren allerdings nicht die günstigen Preise, sondern der Gestank, der im Laden herrschte – es roch extrem nach ungesunden Dämpfen. Das war nicht nur für mich als Allergikerin ein guter Grund, den Salon fluchtartig zu verlassen. In der Folge beschloss ich, Nagellacke zu verwenden, die ohne schädliche Inhaltsstoffe auskommen.

Fünf Empfehlungen

Meine Lieblingsmarken sind momentan die bunten, veganen 7-free-Lacke von Alessandro, die keine Schadstoffe wie Parabene, Formaldehyd, DBP, Xylol, Campher oder Formaldehydharz enthalten. Empfehlen kann ich auch die Marken Kure Bazaar, Kester Black (über Greenlane.ch), Organic Glam (über Greenglam.de) oder Priti NYC (über Kultkosmetik.ch). Hier stimmen für mich Qualität und Gesundheit, und ich bin auch bereit, dafür etwas mehr zu bezahlen.

8 Kommentare zu «Wie giftig sind Nagellacke?»

  • Widerspenstige sagt:

    Werde ich weiter empfehlen, danke!

    Wenn ich die Kommentare hier lese von Männern dazu (die wohl keine schädlichen Nagellacke oder Kosmetika täglich benützen oder via Lippenstifte schlucken!), dann ist wohl dies wieder mal vor Augen zu führen:

    Vorwiegend Frauen wollen als CEO nachhaltiger Produzieren und soziale Produktionsprozesse fördern. Die Initiative für mehr Verantwortung der Unternehmen in ua menschenwürdige Arbeitsbedingungen auch der Partnerunternehmen im Ausland ist beim Bundesrat soeben bachab geschickt worden. Wohin führt so ein Verhalten? Ins Abseits für unsere Zukunft! Es ist schön, solche Unternehmerinnen hervorzuheben.

  • Stefan sagt:

    Es fehlt der Titel „Paid Post“. Kommt mir vor wie die Kochsendungen, wo der Koch noch wichtiguerisch erklärt, „dass man nun im Globus erhätliche Peterli nehmen soll, mit dem tollen Victorinox-Messer kleinschneiden solle und…“
    Auch hier: „Vegane Lacke von …. und….“ .

  • Rico sagt:

    Was darf man denn noch unbedenklich benutzen, oder tun???? Überall sind Giftstoffe, oder Krebserrengende Stoffe. Beim grillieren, wird das Fleisch vergiftet, der Salat hat Nitrat drin, die Autos lassen vergiftete Abgase raus, und die diversen Schönheitsprodukte sind ebenfalls krebserregend verseucht.
    Und wenn irgend ein Lebensmittel nicht verseucht ist, wird einem davon abgeraten, weil es sonst irgend wie schädlich sein könnte, oder ist. Schätzungsweise ist die Liste mit ungefährlichen Produkten, egal welcher Art um ein zig faches kürzer, als die der „verseuchten, schädlichen“ Artikel.
    Deshalb meine bitte veröffentlicht doch mal so meine Liste, anstelle nur immer derer die uns schaden. Dann könnte ich vielleicht bedenkenloser essen, Autofahren, After Shave benutzen und einiges mehr.

  • Martin Buser sagt:

    . . . Wissen Sie eigentlich, dass Nagellack zu den allerteuersten Lacke überhaubt gehört ? ? Meistens sind in den Fläschen nur 8ml Nagellack enthalten. Eine einfache Rechnung komm zu folgenden Resultat. 1000ml Lack ergibt mit 8ml Inhalt exakt 125 Fläschchen. Ist der Nagellack aus dem Hause einer der bekanntesten Schönheitsfarmen, kostet ein Fläschen rasch 10.- – bis 15.-Sfr. , falls dies überhaupt reicht. Wir nehmen mal an, dass der durschnitt bei nur 10.- Sfr liegt – das ergibt eine Liter-Preis von sage und schreibe 1’250.- Sfr. Dazu kommt noch, das die Produkte meist aus Nitro-Cellulose-Lack bestehen, also etwa die billigeren Grundstoffe im Lackchemie Haushalt.

    • Mark Meyer sagt:

      Der Lack ist NICHT teuer, aber der Profit ist da! Das Flaeschchen kosted mehr als der Inhalt! Habe selbst einmal in dieser Branche gehandelt. Ein Flaeschchen Lack kommt auf circa $0.50 +- einige cents!

      • Martin Buser sagt:

        . . Ja, da kann ich als ehemaliger Farben- & Lackrohstoffhändler nur beiplichten. Auch kenne ich keine. Mann, der je einer Frau beim 1sten Date die ach so schönen Fingernägel erwähnt hat – schon eher der Duft der Dame.

  • Max Demian sagt:

    OMG, diese Aha Erlebnisse:

    Als intelligenter Mensch sollte man einfach mal die Augen aufmachen, bzw. das Hirn einschalten:
    Die Lebenserwartung bei uns steigt kontinuierlich. Wir werden stetig älter und gesünder älter.
    Alles mögliche wird heute als wahrscheinlich krebserregend oder krebserregend eingestuft: das Verbrennen von Holz, rotes Fleisch essen, Alkohol trinken, Glyphosate, Schuhe reparieren, Schornstein fegen, Benzin, Pfeifenblumen, Gepökeltes, viele hormonelle Verhütungsmittel, Sonnenstrahlung, Schichtarbeit etc. etc.

    Und trotzdem werden wir immer älter. Was wollt ihr eigentlich, 120 Jahre alt werden mit den gleichen Zähnen? Noch nie ging es uns so gut wie heute und (gerade deswegen) wir haben vor jedem Unsinn Panik. Einfach mal tief durchatmen.

Kommentar

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