Die Schönheit liegt in den Augen

Augen zum Verlieben: Die Schauspielerin Kate Bosworth entzückt mit zwei verschieden farbigen Augen – hier etwa an der letztjährigen Golden-Globe-Verleihung. Foto: Mario Anzuoni (Reuters)

Auf der Suche nach der allgemeingültigen Schönheit eines Gesichts werden mithilfe von Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop Bilder von Augen, Wangen, und Lippen von Prominenten in immer neuen Kombinationen zusammengesetzt. Was das perfekte Gesicht ausmacht, hat auch Julian De Silva, ein Schönheitschirurg aus London, erforscht. Während zehn Jahren hat er die Wünsche von rund 1000 Frauen gesammelt, wertete diese aus und setzte das Ergebnis zu einem Bild zusammen. Das ideale Gesicht besteht danach aus folgenden «Einzelteilen»: den Augenbrauen von Jennifer Lopez, der Nase von Kate Middleton, den Lippen von Penelope Cruz, dem Kiefer von Cher, der Stirn von Miley Cyrus, der Haut von Reese Witherspoon und dem Kinn von Selema Gomez.

Hauptsache Durchschnitt

1000 Kundinnen des Schönheitschirurgen Julian De Silvia finden dieses Gesicht am attraktivsten. (Bild: Julian De Silva).

Es gibt unzählige Untersuche und Studien, wie ein perfektes Gesicht rein mathematisch auszusehen hat. Doch es ist nicht diese Perfektion, die als besonders anziehend gilt. Und auch nicht das prominente Puzzle-Gesicht, das sich die Frauen aus De Silvas Praxis wünschten. So unspektakulär es tönt: Wissenschaftlich erwiesen ist, dass eine schöne Frau zunächst einmal ziemlich durchschnittlich aussieht. Das haben die Psychologinnen Judith Langlois und Lori Roggman aus den USA schon 1990 nachgewiesen, indem sie Fotos von Gesichtern digital miteinander mischten. Heraus kamen Durchschnittsgesichter, die den Testpersonen besonders gut gefielen. Die Forscherinnen waren sich einig, dass Menschen eine Vertrautheit dem Durchschnitt gegenüber fühlen, weil er viele bekannte Merkmale in sich vereint. Vor allem die eigenen Erfahrungen seien es, die unser persönliches Schönheitsideal prägten, wie etwa einzigartige Begegnungen aus der Vergangenheit, Bilder aus Filmen oder vielleicht das Gesicht der ersten Liebe.

Das gewisse Etwas zum Verlieben

Doch was ist es genau, was uns an einem Gesicht besonders anzieht? Neben speziellen Vorlieben sind es vor allem die Haut, die Augen und die Haare, die unser Gegenüber in Bann ziehen. Eine Studie des Wiener Ludwig-Boltzmann-Instituts hat herausgefunden, dass beispielsweise Menschen mit einem ebenmässigen Teint für besonders attraktiv und jung gehalten werden.

Geht es ums Verlieben, so stehen allerdings die Augen im Zentrum der Aufmerksamkeit. Sie sind scheinbar das Anziehendste im Gesicht eines Menschen. Und zwar bei Frauen und Männern gleichermassen. Der Psychologe Daniel Gill von der Universität von Winchester in England belegt in einer neuen Studie, dass Männer und Frauen in erster Linie auf die Augen, dann auf die Haare und erst danach auf Lippen und Nase schauen. Die Erklärung? Die Augen spiegeln die innere Befindlichkeit wider. Sie sollen ja auch das Fenster zur Seele sein. Und strahlenden Augen kann niemand widerstehen, selbst wenn sie nicht perfekt sind wie bei der Schauspielerin Kate Bosworth. In ihrem rechten Auge ist ein großer, brauner Sprenkel, eine sogenannte sektorielle Heterochromie der Iris, zu sehen. Er verleiht der Schauspielerin das gewisse Etwas.

5 Kommentare zu «Die Schönheit liegt in den Augen»

  • Christoph Bögli sagt:

    Gerade ein Schönheitschirurg scheint mir eine besonders schlechte Referenz zu der Thematik, hat dieser doch quasi ausschliesslich mit Menschen zu tun, die bereits ein gestörtes Selbstbild haben und irgendeinem oft bizarren, medialen Schönheitsideal nachrennen, im Extremfall bis sie selbst nur noch monströs aussehen. Das frankenstein’sche „Ideal“-Bild hier zeigt denn auch in genau diese Richtung. Schön ist definitiv anders. Und auch wenns abgedroschen klingt: Schönheit kommt eben doch auch von Innen, besteht also auch aus Charisma, Charakter, Selbstbewusstsein. Weshalb unentspannte, durchoperierte, vollgespritze und zugeschminkte Komplexhaufen halt nie wirklich gut aussehen..

  • Hans Knecht sagt:

    Eine Schritt weit hat meines Erachtens die Autorin Recht: Die Schönheit liegt in den Augen.
    Was nützt ein perfekter Body wenn aber die Augen keine Wärme oder Vertrautheit ausstrahlen?

  • Paolo Martinoni sagt:

    „Wissenschaftlich erwiesen ist, dass eine schöne Frau zunächst einmal ziemlich durchschnittlich aussieht“ – dies mag tröstlich sein für durchschnittlich aussehende Frauen. Ein Trost allerdings, der von kurzer Dauer sein könnte, haben doch Wissenschaftler schon oft ihre Wahrheiten hinterfragen und sie schliesslich für unwahr bezeichnen müssen. Und so oder so: Sagen Sie einer schönen Frau oder ihrem in sie verliebten Partner, sie sehe durchschnittlich aus. Und seien wir ehrlich: Keine[r] von uns würde das Schöne als durchschnittlich bezeichnen bzw. das Durchschnittliche als schön durchgehen lassen – das wäre ein Widerspruch in sich, eine Aussage wider die Definition von Schönheit …

  • Max Blatter sagt:

    An den Webmaster: Es passiert mir bei diesen Blog-Kommentaren nun schon zum x-ten Mal, dass unter dem Eingabefeld z.B. steht „9 Zeichen übrig“. Versuche ich dann den Kommentar zu posten, heisst es plötzlich: „Ihr Kommentar ist zu lang, bitte beschränken Sie ihn …“. Das ist so ärgerlich wie nur etwas; kann man diesen offensichtlichen Programmierfehler nicht endlich mal beseitigen!?

  • Max Blatter sagt:

    „Wissenschaftlich erwiesen ist, dass eine schöne Frau zunächst einmal ziemlich durchschnittlich aussieht.“ Was soll der Unsinn? Meines Wissens gibt es nicht einmal eine allgemein anerkannte Definition des Begriffs „schön“ – wie kann also irgendeine eine Aussage darüber „wissenschaftlich erwiesen“ sein? Ein korrekte Aussage könnte höchstens etwa lauten: „In wissenschaftlich durchgeführten Studien bezeichnen die Probandinnen und Probanden ein Gesicht mehrheitlich dann als ’schön‘, wenn es nur wenig vom Durchschnitt abweicht.“ Das sagt mehr über die Urteilenden aus als über die Beurteilten! Zudem sind die Begriffe „schön“ und „zum Verlieben“ total verschieden: Zum Verlieben gehört die Unverwechselbarkeit, und die finde ich nur weit(!) ausserhalb des Durchschnitts.

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