5 Trainings-Mythen im Test

Mythos Nummer 1: Frauen sollten nur mit kleinen Gewichten trainieren. Foto: iStock

Wer, wie ich, alle drei Monate einen neuen Versuch unternimmt, um seine Fitness aufzubauen, findet immer wieder Ausreden, wieso das eine oder andere Training nicht machbar ist. Ich will ja nicht beim Joggen meine Knie kaputt machen, nicht beim Krafttraining zu grosse Muskeln aufbauen, und überhaupt, wenn ich mich schon überwinde, dann möchte ich sofort Resultate sehen. Nun weiss ich, dass körperliche Fitness eine gewisse Regelmässigkeit braucht und Wunder nicht über Nacht passieren. Bei so vielen verschiedenen Möglichkeiten, in Form zu kommen und zu bleiben, gibt es natürlich ebenso viele falsche Annahmen.

Fünf Fitness-Mythen

1. Frauen sollten nur mit kleinen Gewichten trainieren, damit sie keine Muskelberge aufbauen.

Falsch. Frauen haben im Gegensatz zu Männern eine geringere Testosteron-Ausschüttung. Um wie Arnold Schwarzenegger auszusehen, fehlt es uns an der genetischen Voraussetzung und an den notwendigen Hormonen. Diese führen dazu, dass durch das Training Eiweiss in der Muskulatur eingelagert wird und die Muskeln wachsen. «Um die Muskulatur mehr zu definieren und nicht an Masse zuzulegen, ist die richtige Intensität wichtig. Die Übungen sollten mit 40 bis 60 Prozent der maximalen Kraft ausgeführt werden», sagt Personal Coach Dave Baucamp.

Personal Coach/Sportlehrer ETH M. Sc. Dave Baucamp.

2. Tägliches Training ist am Effektivsten.

Falsch. Wer jeden Tag Sport treibt, gibt seinem Körper keine Zeit, sich zu regenerieren. Besser: Jeweils einen Tag dazwischen pausieren. Im britischen Kardiologie-Fachmagazin «Heart» veröffentlichte Studien weisen darauf hin, dass ein moderates Mass an Bewegung wohl das Optimum ist – und nicht unbedingt tägliches intensives Training. «Wer mehr trainieren will, der sollte beim Krafttraining die verschiedenen Muskelgruppen an unterschiedlichen Tagen trainieren», sagt Baucamp.

3. Nie Sport auf den leeren Magen.

Im Gegenteil! Wer es schafft, noch vor dem ersten Bissen zu trainieren, wird über den Erfolg überrascht sein. Studien der Northumbria University belegen, dass Workouts auf leeren Magen bis zu 20 Prozent mehr Fett verbrennen. Der Grund: Der Körper greift bestehende Fettdepots schneller an, wenn die schnell verfügbaren Kohlenhydrate fehlen. Am besten also nach dem Sport frühstücken. Zum Beispiel langkettige Kohlenhydrate oder eine proteinhaltige Mahlzeit. Weniger sinnvoll ist es, zu Süssigkeiten zu greifen. Sie sorgen zwar für einen schnell ansteigenden Insulinspiegel und geben einen starken Energieschub, doch kurz danach fällt man in ein energetisches Loch.

4. Fett kann man durch Training in Muskeln umwandeln.

Schön wärs! Funktioniert so aber nicht. «Mit regelmässiger Bewegung kann man den Fettanteil des Körpers durchaus verringern. Gleichzeitig sollte aber durch Kraft- und Ausdauersport die Muskelmasse deines Körpers gesteigert werden», sagt Personaltrainer Baucamp. Der Löwenanteil mache allerdings die Ernährung aus.

 5. Vor dem Training stretchen verhindert einen Muskelkater.

Stretchen ja, aber am besten nach dem Sport. «Vorsichtiges Dehnen und Bewegungen mit leichten Gewichten bereiten den Körper optimal auf das Training vor», sagt der amerikanische Promi-Trainer David Kirsch. Und, dass ein Training nur dann effizient ist, wenn man es mit schmerzverzerrtem Gesicht absolviert, ist Quatsch. Anstrengung ja, aber Fitness sollte nie in Quälerei ausarten.