7 Bräunungsmythen, die sich hartnäckig halten

Unschön und gefährlich: Sonnenbrand muss nicht sein, wenn man gewisse Dinge berücksichtigt. Foto: iStock

Zurzeit geistert wieder einmal ein verrückter Beauty-Trend durchs Internet. Als neues Wundermittel für eine schnelle Bräunung wird Coca-Cola gepriesen. Auf die Haut geschmiert, soll der Farbstoff E 150 d die Haut kurzfristig bräunen. Ein ziemlich gefährlicher Trend, denn die Säure im Getränk entfernt abgestorbene Hautzellen, wodurch verstärkt UV-Licht in die Haut eindringen kann. Die Phosphorsäure, die in Coca-Cola verdünnt vorhanden ist, hat ätzende Eigenschaften, die den natürlichen Schutzmantel der Haut angreifen. Das Risiko, einen Sonnenbrand einzufangen, und somit die Gefahr, an Hautkrebs zu erkranken, steigen dadurch.

Doch es gibt durchaus noch andere Bräunungsmythen. Wahr oder nicht wahr? Wir klären auf.

1. Sonnencreme verhindert Hautkrebs.

Richtig. Sonnencreme verhindert über einen bestimmten Zeitraum, dass UV-Strahlen die Haut schädigen. Man minimiert so also das Risiko. Sobald man allerdings die empfohlene Zeit in der Sonne überschreitet, steigt die Gefahr wieder.

2. All-Day-Sonnencreme muss nach dem Baden nicht erneuert werden.

Falsch. Selbst der beste Sonnschutz verliert seine Wirkung nach dem Schwimmen. Und beim Abtrocknen geht zusätzlich über 85 Prozent der Wirkkraft verloren. Die meisten Produkte müssen mehrmals täglich aufgetragen werden. Und das nicht zu knapp. Vor allem am Strand, wo die Sonne durch die Reflexion des Sands verstärkt wirkt, muss die Haut zusätzlich geschützt werden.

3. Selbstbräuner stinkt und färbt die Haut orange.

Stimmt teilweise. Es soll ja zarte Pflänzchen geben, die sich den ganzen Sommer über am liebsten im Schatten bewegen. Als hellhäutige Blondine gehöre ich dazu. Wo ich gerne mal ein bisschen künstlich nachhelfe, sind meine Beine, die einfach Farbe brauchen. Und es gibt inzwischen Selbstbräuner, die natürlich aussehen und einen angenehmen Duft haben. Wichtig ist, vor dem Auftragen des Produktes ein Peeling zu machen, damit die Haut danach streifenfrei und ebenmässig wirkt.

4. Sonnenschutz kann man mehrere Jahre verwenden.

Stimmt teilweise. Auf den meisten Sonnencremen steht ein Haltbarkeitsdatum. Bis zu diesem Zeitpunkt garantiert der Hersteller die unverminderte Wirksamkeit. Das gilt auch für geöffnete Tuben. Lagen diese allerdings mehrere Stunden in der Sonne, könnte die Schutzwirkung nachgelassen haben. Wie man das merkt? Wenn das Produkt leicht ranzig riecht: Weg damit!

5. Bräune lässt sich konservieren.

Stimmt teilweise. Wenn Sie dabei an einige Wochen denken, dann ein klares Ja! Schwieriger wird es, wenn Sie auch noch unter dem Tannenbaum Ihre gebräunten Schultern präsentieren möchten. Fakt ist: Je durchfeuchteter die Haut ist, desto länger bleibt die oberste Hautschicht intakt. Daher eine After-Sun-Lotion verwenden, die beispielsweise Aloe vera, Glycerin oder Vitamin E enthält.

6. Natürliche Wirkstoffe bieten den gleichen UV-Schutz.

Falsch. Eine Zeit lang galt es als besonders chic, sich nur mit Kokosöl einzucremen und so richtig vor sich hinzubrutzeln. Auch wenn verschiedene Kokosprodukte einen geringen Sonnenschutz aufweisen – etwa um Lichtschutzfaktor 5 –, ist dieser viel zu gering. Wer allerdings seine Haut auf natürliche Weise auf eine gesunde Bräune vorbereiten will: Rüebli enthalten Carotinoide, welche die Produktion von Melanin anregen, den Pigmentstoff, der die Bräunung der Haut durch die Sonne bewirkt. Und täglich ein Rüebli schadet sicher nichts.

7. Mehrfaches Eincremen erhöht den Lichtschutzfaktor.

Falsch. Durch regelmässiges Eincremen wird der LSF nicht erhöht. Wichtig zudem: Auch bei bewölktem Himmel eincremen! Meinen schlimmsten Sonnenbrand habe ich mir an einem Sommertag bei leicht regnerischem Wetter an einem Strand in der Normandie geholt. Und dies bei keinen 20 Grad!

28 Kommentare zu «7 Bräunungsmythen, die sich hartnäckig halten»

  • Gerhard Engler sagt:

    Es gibt bis heute keinen Nachweis dafür, dass Sonnencreme Hautkrebs verhindert (siehe Wikipedia, Stichwort Sonnencreme, „Studien“). Man sollte sich deshalb auch mit Sonnencreme nicht zu lange der Sonne aussetzen.

  • Eduardo sagt:

    Ich kenne mehrere krankhaft Sonnen- und Solariumssüchtige. Ab einem gewissen Alter wurden die Folgen unübersehbar: Truthahnhals, Altersflecken am ganzen Körper und natürlich ein mumienhaft erstarrendes Gesicht.

    Diese Leute zu warnen ist jedoch völlig nutzlos. Sie wollen einfach nicht sehen, was sie sich antun, und eine sonnenverrückte Bekannte, der sogar schon an einem Arm ein Basaliom enfernt werden musste, fauchte mich böse an, als ich ihr riet, die Sonne zu meiden. Mit 56 hat sie jetzt bereits eine entsetzlich fleckige, welke, verschrumpelnde Haut.

    Alles nur traurig und hoffnungslos.

  • Verena Studer sagt:

    Warum schreibt denn niemand dass, wenn von Anfang an mit hohem Lichtschutzfaktor zugeschmiert wird, die Haut keine Pigmente (Eigenschutz) bilden kann, und auch die Aufnahme von Vitamin D nicht möglich ist.

  • Othmar Riesen sagt:

    Das kann man rasch googeln (auf Englisch): Sonnencrème kann zu Brustkrebs führen. So wie Deos. Daher immer Bio-Produkte verwenden.

    • Vierauge sagt:

      tja, googlen hilft zwar, bildet aber nicht unbedingt.
      NEIN, Sonnencreme kann NICHT zu Brustkrebs führen (wie sollte denn das überhaupt funktionieren?), ebenso wenig wie Deos. Es wird zwar einigen Stoffen nachgesagt, dass sie krebserregend seien, aber das stimmt nicht – alle Stoffe, die von seriösen Herstellern (also Beiersdorf oder auch die Lieferanten von Migros, dm oder Rossmann) verwendet werden, sind in den verwendeten Konzentrationen unschädlich.

      • Eduardo sagt:

        @ Vierauge:

        Es scheint aber leider doch so zu sein, dass das Aluminium in Deos zu Brustkrebs führen kann.

        Seriöse Tabakfirmen hätten ihren Kunden früher (ist noch nicht so lange her) übrigens auch hoch und heilig versichert, dass Rauchen nicht zu Krebs (unter anderem der Lunge, der Bauchspeicheldrüse und der Blase), zu COPD, Arterienverengung, miesem Teint und frühem Zahnverlust führt. Ja, sie hätten ihrer werten Kundschaft sogar garantiert, dass der eklige Geruch aus Mund, Kleidung und Haut besonders sexy ist und die giftigen und mutagenen Substanzen, die Schwangere mit dem Tabakrauchkondensat täglich aufnehmen, für das Gedeihen der Embryos/Föten im Mutterleib ganz besonders vorteilhaft wären.

        Wer es fassen kann, der fasse es.

  • beat lauper sagt:

    Bräunen ist doch schon seit Jahren total out. In Australien gehen die Leute im T-Shirt baden, in unseren Breitengraden wohl noch nicht nötig, aber der Punkt ist, dass kaum mehr jemand Zeit verschwendet um in der Sonne wie eine Cervelat zu braten. Oder doch?

  • Kurt Felix sagt:

    Gibt es tatsächlich noch Leute, die glauben, UV-Strahlung schade der Haut nicht? Die Fakten sind: Kollagenschäden entstehen immer, auch bei minimaler UV-Exposition (rein ästhetisches Problem). Melanome bilden sich erwiesenermassen vor allem auf exponierten Hautstellen. Weil eine bestimmte Art von Hautkrebs auch auf den Fusssohlen und Handflächen entsteht, zirkuliert der Mythos, die akkumulierte UV-Dosis sei nicht relevant.

  • Andreas sagt:

    8. Gebräunte Haut sieht gut aus

  • Hanspeter Niederer sagt:

    Jeder, dessen Haut die Fähigkeit hat, an der Sonne braun zu werden, soll seine Haut langsam ohne Sonnencreme und nur mit minimaler Hautrötung an die UV-Strahlen gewöhnen. Rothaarige sollten starkes UV-Licht selbstverständlich meiden. Die Hautkrebs-Hysterie ist ein Marketing-Instrument der Produzenten dieser Giftmischung.

    • Hanspeter Niederer sagt:

      Sich wie eine Bratwurst der Sonne auszusetzen ist natürlich ein absolutes No-Go, aber es gibt halt immer noch verwirrte Leute, die stolz darauf sind, wie ein Spanferkel auszusehen.

    • Hannes Müller sagt:

      Na, dann viel Glück. In meiner Umgebung ist Hautkrebs ein aktuelles Thema, leider.

    • Adriano Maranta sagt:

      Jaja, die Onkologinnen wollen mit dem Krebs nur Geld verdienen… (Ironie aus). Meine Frau ist Onkologin. Und glauben Sie mir, es gibt lukrativere Tätigkeiten. Einer Onkologin Hautkrebs-Hysterie und Marketing-Absichten zu unterstellen, ist einfach nur dumm, peinlich und arrogant. Bitte kommen Sie bei Hautkrebs dann nicht zu uns gerannt und unterstehen Sie sich, dann teure, krankenkassenbelastende Therapien zu fordern. Leider müssen wir auch Dummheit kurieren.

    • Hanspeter Müller sagt:

      @ Niderer: zur Info: wenn die Haut rot wird ist der Schaden gesetzt. Die Rötung ist Ausdruck der ablaufenden Entzündungsreaktion auf den Strahlenschaden. Es spielt dabei keine grosse Rolle mehr, ob das langsam oder „minimal“ geschieht. Und dazu braucht es kein „starkes UV-Licht“. Auch abgeschwächte Strahlung bei bedecktem Himmel kann problemlos ausreichen, auch bei nicht-Rothaarigen. Und für das Krebsrisiko gilt die Summe der Strahlenschäden. Es beginnt nicht jeden Frühling von vorne zu zählen, sondern addiert ein Leben lang.

  • Hans Kohler sagt:

    @Olivier Fuchs. Sie sollten Ihre Aussage zur Hautkrebs-Rate in Afrika nochmals überprüfen. Die Daten der WHO und Wikipedia sind Ihr Freund.

  • hernmarck sagt:

    Zu Punkt 6 das rüibli sollte gegessen werden.
    Ich hatte über mehre Jahre eine Sonnenalergie,dem habe ich mit div.Karotin Produkten vorgebeugt,hilft 100 Prozent.

  • zweistein sagt:

    1. Sonnencreme verhindert Hautkrebs.
    Falsch. Sonnencreme ist hoch toxisch!

    3. Selbstbräuner stinkt und färbt die Haut orange.
    Wie auch immer. Hoch toxisch!

    Extra-Tip: Wer mit dem Lauf der Jahreszeiten seine Haupt mit der Sonne spielen lässt, hat schon Ende Mai eine natürliche, leichte Bräunung und ist auch ohne Schmiergifte bereit für den Hochsommer. Übrigens: Sonne entspannt, kalibriert das Nervensystem, schützt vor Langzeitschäden von Fake News und macht ur-intelligent !

    • Jacques sagt:

      @zweistein: Hoch toxisch? Quelle. Diese Produkte nimmt man ja auch nicht ein.
      @Autorin: Ja, die Sonne in der Normandie kann heimtückisch sein (wie in den Alpen). Meist gibt es da auch eine leichte Brise, die kühlend wirkt.

    • Andra sagt:

      Nochmals falsch!
      *Jede* noch so leichte Bräunung wirkt potenziell Hautkrebs erregend. Besonders bei heller Haut.
      Wir können also wählen zwischen nicht ganz unproblematischen, aber wirksamen Sonnenfiltern und einem Hautkrebs. Weil wir heute nicht mehr nur 50, sondern fast doppelt so alt werden. Die Haut vergisst nie!
      Den Körper müssen wir u.U. nicht cremen, sondern können langärmlige Shirts und lange, luftige Hosen tragen.
      Zudem dürften wir auch nichts mehr essen und nicht mehr atmen. Das kann auch toxisch wirken.
      Eine positive Lebenseinstellung hilft, und ebenso der viel gepriesene Mittelweg…

      • Olivier Fuchs sagt:

        Im Gesicht und auf den Händen, die mehr oder wenig regelmässig dem Sonnenlicht ausgesetzt ist, gibt es fast nie Hautkrebs. Ebenso nirgends in Schwarzafrika, obwohl oder weil die Leute täglich starker Strahlung ausgesetzt sind.

      • Hannes Müller sagt:

        In meiner Umgebung ist das mit dem Gesicht aufgetreten und offensichtlich nicht so selten, denn der Arzt, der das diagnostizierte, wusste gleich, wer das am besten operieren kann.

      • Olivier Fuchs sagt:

        Jede noch so leichte ‚Bräunung‘ wird ihr Leben 1000 mal wahrscheinlicher verlängern als verkürzen. Der Aberglaube unserer Zeit. Weil einige Bleichgesichter in Höchst-UV-Zonen jetten. Normallichtexpositionsinduzierte Wucherungen in Gesicht sind fast nie tödlich.

      • Hanspeter Müller sagt:

        @ Fuchs: Was Sie da schreiben hat mit der Realität, respektive den nachlesbaren Fakten überhaupt nichts zu tun. An Kopf und Vorderarme/Hände sind gewisse Hautkrebsarten am Häufigsten. Es gibt eben nicht nur Melanome, sondern auch noch andere bösartig Hauttumore. Auch Ihre Behauptung von Schwarzafrika ist kreuzfalsch. In gewissen Regionen ist einfach die medizinische Versorgung so schlecht, dass die Menschen sterben bevor der Krebs diagnostiziert ist.

      • Eduardo sagt:

        @ Olivier Fuchs:

        „Im Gesicht und auf den Händen (…) gibt es fast nie Hautkrebs. Ebenso nirgends in Schwarzafrika, obwohl oder weil die Leute täglich starker Strahlung ausgesetzt sind.“

        Ihnen ist aber zufällig schon einmal aufgefallen, dass die Menschen in Schwarzafrika sehr dunkel pigmentierte Haut haben? Warum wohl? 😉 Bei afrikanischen Albinos ist Hautkrebs bezeichnenderweise ein riesiges Problem.

        Hautkrebs dürfte bei Weißen auch im Gesicht ein großes Problem sein. Einer Nachbarin, die sich in ihrer Jugend nicht vor der Sonne schützte, mussten schon mehrere Herde von schwarzen Melanomen entfernt werden. Der australische Schauspieler Hugh Jackman leidet seit Jahren an wiederkehrendem weißen Hautkrebs an der Nase.

    • Marcus Ballmer sagt:

      Und was genau soll an einer Sonnencrème toxisch – also giftig – sein, zweistein? Manchmal rollt es einem beinahe die Zehennägel nach hinten wegen des Unsinns, der von gewissen Leuten verzapft wird.

      • Alain Burky sagt:

        Toxisch wäre Sonnencrèmes ev. bei innerlicher Anwendung. Wird aber normalerweise äusserlich angewendet. Es spricht aber nichts gegen die Einnahme von Rüeblis. Karotin = Provitamin A. Tut der Haut immer gut. Nur nicht gerade literweise Rüeblisaft trinken. Kann zu einer sog. Hypervitaminose führen (auch weil fettlöslich).

      • Vierauge sagt:

        Herr Burky, nein, auch bei einer Einnahme ist Sonnencreme nicht toxisch. Dies wird inzwischen auch in der Schweiz durch ein Experten-Gutachten für jedes einzelne Produkt nachgewiesen.
        Wenn Zweistein meint, die Leute billig mit der exzessiven Verwendung des Wortes TOXISCH erschrecken zu wollen, kann er/sie das gerne tun, es ist aber immer noch völliger Unsinn.

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