Oben ohne – 11 Fakten zum Haarausfall

In this image released by Starpix, model Naomi Campbell poses at the Badgley Mischka Spring 2015 show was modeled during Fashion Week in New York on Tuesday, Sept. 9, 2014. (AP Photo/Starpix, Marion Curtis)

Model Naomi Campbell trägt seit Jahren Perücken, weil ihre Haare durch verschiedene kosmetische Behandlungen stark ausgedünnt sind. (Foto: Keystone)

Wir finden sie plötzlich auf unseren Schultern, auf dem Kissen oder in Kamm und Bürste. Manchmal nur ein paar wenige, aber manchmal haben wir das Gefühl, dass uns die Haare gleich en masse ausgehen. Je mehr es sind, desto grösser wird unsere Angst, dass wir bald lichtes Haupthaar haben. Und nicht nur die Männer sind von Haarausfall betroffen. Immer mehr Frauen leiden darunter.

1. Wann wird Haarausfall zum Problem?

Normalerweise verlieren wir 100 bis 150 Haare am Tag. Wenn es mehr sind, sollte man sich beraten lassen.

2. Wie stelle ich fest, ob ich zu viele Haare verliere?

Wenn die Haare ausfallen, könnte man sie täglich morgens im Waschbecken sammeln und während drei bis vier Tagen zählen. Wichtig ist, die Haare während dieser Zeit nicht zu waschen. Falls es mehr als 100 bis 150 pro Tag sind, sollte man den Arzt aufsuchen. Es sollte nicht so lange gewartet werden, bis man einen Volumenverlust oder sogar kahle Stellen bemerkt.

3. Auf was ist übermässiger Haarausfall zurückzuführen?

Akuter Haarausfall kann die Folge von Stress, Krankheit, Medikamentennebenwirkungen oder einer Mangelerscheinung sein. Das merkt man meistens nicht in einer akuten Phase, sondern erst etwa zwölf Wochen später. Bei erblichem Haarausfall, der mehr Männer als Frauen betrifft, werden die Haare immer dünner und feiner. Und dann gibt es noch den spontanen, kreisrunden Haarausfall, der von einer entzündlichen Erkrankung der Kopfhaut rührt.

4. Sind eigentlich mehr Männer von Haarausfall betroffen als Frauen?

80 Prozent der Männer und bis zu 40 Prozent der Frauen leiden immer wieder unter Haarausfall. Bei den Männern beginnt er bereits nach der Pubertät, bei Frauen oft erst nach der Menopause. Die sogenannte androgenetische Alopezie ist genetisch bedingt. Typisch für den Mann sind die Stirnglatze und ein freier Fleck am Hinterkopf. Bei Frauen dagegen dünnen die Haare über den gesamten Kopf aus.

5. Kann man prophylaktisch etwas gegen Haarausfall unternehmen?

Wenn der Haarausfall richtig diagnostiziert wurde und die Ursache bekannt ist, können entsprechende Therapien helfen. Wie zum Beispiel bei der androgenetischen Alopezie: Hier kann man ein minoxidilhaltiges Haartonic täglich anwenden und somit dem Haarausfall entgegenwirken. Auch bei Mangelerscheinungen wie Eisenmangel kann mit der Ergänzung des Eisens der Haarausfall gestoppt werden. Die Einnahme von nahrungsmittelergänzenden Präparaten ist umstritten. Gelegentlich kann bei Frauen die Antibabypille und bei Männern das Medikament Finasterid den Haarausfall positiv beeinflussen.

6. Viele Frauen tragen Frisuren, bei denen die Haare mit einem Haargummi streng zurückgebunden sind. Kann dies zu kahlen Stellen führen?

Es gibt das Phänomen Alopecia mechanica, das vor allem Frauen betrifft, die eben die Haare so tragen, die Haare extrem geglättet haben oder einen strengen Ballerina-Dutt tragen. Zum Beispiel wie Naomi Campbell, die seit Jahren aus diesem Grund Perücken trägt. Wer nur hin und wieder eine solche Frisur trägt, muss nichts befürchten.

7. Kann übermässiges Styling mit Haarglättern und Lockenstab zu Haarausfall führen?

Nein, aber diese Methoden können zum Haarbruch und zu verletzter Schuppenschicht des Haares führen. Den Haarfollikeln kann weder Styling noch Färben etwas anhaben.

8. Wenn bereits mein Vater eine Glatze hat, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich auch kahl werde?

Das Risiko ist leider gross. Aber bei genetisch bedingtem Haarausfall gibt es einen Wirkstoff, der hilft: Minoxidil. Das ursprüngliche Bluthochdruckmittel regt die Blut- und Nährstoffversorgung an, verbessert Dichte und Dicke der Haare und wird bei Männern und Frauen eingesetzt, hat aber durchaus auch gewisse Nebenwirkungen. Die Patienten müssen die Minoxidil-Lösung täglich morgens und abends anwenden. Und ob die Behandlung funktioniert, sieht man erst nach einem halben Jahr. Setzt man das Minoxidil dann ab, droht der erneute Haarverlust. Schwangere und stillende Frauen dürfen Minoxidil nicht anwenden.

9. Wie verläuft eine Haartransplantation?

Bei einer Haartransplantation werden nicht nur die Haare verpflanzt. Vielmehr werden die Haarfollikel transplantiert. Die Spenderfollikel entnimmt der Arzt am Hinterkopf samt der Haut. Dort, wo die Haare wachsen sollen, werden Löcher in die Kopfhaut gestanzt, in die der Arzt die Follikel einsetzt. Die ganze Prozedur dauert einige Stunden. Nach etwa drei Monaten wachsen aus den verpflanzten Follikeln die neuen Haare.

10. Viele schwören bei Haarausfall auf Lotionen, Kräuter und Essenzen. Was bringt das?

Laut Dermatologen gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Aminosäuren, Eisen bei Patienten ohne Eisenmangel, Vitamine, Hirse, Kieselsäure, Meerestierextrakte, chinesische Kräuter, Ginkgo biloba, Aloe vera, Ginseng, Bergamotten, Hibiskus, Sophora-Extrakte, Koffein, Melatonin oder Retinoide bei Haarausfall wirken.

11. Welche neuen Möglichkeiten gibt es statt einer Transplantation?

Man kann heute bei Frauen und Männern, die noch keine Glatze haben, mittels Mesotherapie, Microneedling und Licht gute Erfolge erzielen. Dies ganz ohne Medikamente. Bei der Lasertherapie werden Haarfollikel durch Laserlicht stimuliert, die Durchblutung steigt und der Haarausfall kann gestoppt werden. Diese Behandlung kann zu Hause oder in der Praxis durchgeführt werden. Sie sollte jeden zweiten Tag 20 bis 30 Minuten durchgeführt werden. Das Ergebnis zeigt sich nach zwei bis vier Monaten. Mit der Mesotherapie und dem Microneedling regt man die Durchblutung durch Nadelstiche an. So kann man Vitamine in die Kopfhaut einschleusen. Auch hier muss während sechs Wochen zweimal pro Woche mindestens eine Behandlung durchgeführt werden. Alle Behandlungen zur Erhalt der Haarpracht brauchen viel Disziplin, Zeit und Geld, eine einmalige Anwendung bringt nichts.

Medizinische Beratung: Dr. med.mandana_peclard_2504 Mandana Péclard, Zürich, Fachärztin FMH für Allgemeine und Innere Medizin. Tätigkeitsschwerpunkt Dermatologie mit den Spezialgebieten Hautkrebs-Prävention, Akne-Therapien, dermatologische Lasertherapien und ästhetische Medizin.

 

16 Kommentare zu «Oben ohne – 11 Fakten zum Haarausfall»

  • Justin sagt:

    Einige davon waren mir tatsächlich auch ziemlich neu.
    Hier findet ihr dazu auch noch weitere Informationen, die mir selber sehr gut weitergeholfen haben: http://www.haarausfall-jetzt-stoppen.com
    Viele Grüße
    Justin

  • Daniel sagt:

    Es ist immer wieder spannend zu sehen, das nicht nur wir „Normalos“ ein Problem mit unserem Haarausfall haben. Ich als Kerl bin sowieso einer von vielen, dem die Geheimratsecken langsam über den Kopf wachsen. Eine echte Lösung gibt es nicht, außer gesündere Ernährung, weniger Stress und am Ende wahrscheinlich eine Haartransplantation. Auf https://www.haarausfallen.de ist ein gutes Beispiel für eine gelungene Haartransplantation und ich könnte mir vorstellen, auch eine zu machen. Manchen steht eine Glatze eben und manchen nicht. Ich zähle mich eher zu Letzterem. 😉

    Ich habe auf dem Blog auch ein Interview gelesen, bei dem ein Haarmediziner die Wahrheit über Alpecin und Co. erzählt.. ein Grund mehr, dass nicht zu kaufen.

    Beste Grüße,
    Daniel

  • Julia sagt:

    Hallo, ich bin ratlos. Ich habe einige Tipps ausprobiert nur verliere ich trotzdem immer vermehrt meine Haare. Ich habe auch sehr viele Homepages durchforstet und habe mir Informationen diesbezüglich eingeholt. Auf dieser Homepage: http://haarausfaelle.de/ habe ich zB gelesen, dass es auch wichtig ist welches Produkt für die Haare verwendet. Ich habe bis jetzt Head and Shoulders verwendet. Wollte fragen, ob dies ein Problem ist?

  • Robin sagt:

    Hallo,

    Wie oben bereits schon erwähnt wurde, gibt es mehrere Arten von Haarusfall.
    Und um diesen effektiv bekämpfen zu können ist es ersteinmal sehr wichtig erstmal dessen Ursache festzustellen.
    Weitere Informationen dazu findet ihr auf unserer Webseite (http://www.was-tun-bei-haarausfall.org/)

    Haarausfall kann viele Gründe haben, daher gibt es auch einige Behandlungsmethoden die Funktionieren oder eben auch nicht.
    Wenn eine mal nicht funktionieren sollte dann nicht gleich aufgeben, es gibt für fast jedes Problem eine passende Lösung.

    Informiert euch erst gut bevor ihr mit irgendeiner Art von Behandlung anfangt, und achtet auf eine gesunde Ernährung!
    Bleibt einfach ganz entspannt, findet das Problem und beseitigt es 😉

  • doris sagt:

    glatzen bei männern sind Launen der Natur. haben kaum etwas mit vererbung zu tun. Vater und Grossvater hatten früh eine Glatze, meine geschwister und mein sohn haben dichtes haar. Glatzige männer finde ich sexy, sind oftmals charmant, haarausfall bei frauen kann zum problem werden, ich selber bin mit 60 nicht davon betroffen, aber meine mutter war es damals.

  • Stephan sagt:

    Minoxidil habe ich mit Mitte 20 schon ausprobiert und es hat gar nichts gebracht. Die Haare sind trotzdem ausgefallen und sahen vorher zudem noch extrem strohig und spröde aus, d.h. an den Stellen, wo ich das Minoxidil aufgesprüht hatte.. Jetzt habe ich seit 20 Jahren eine Glatze und muss ehrlich sagen, dass dies von all meinem Problemen das Allerkleinste ist. Das sind doch alles nur Äusserlichkeiten. Und pflegeleicht ist das Ganze noch dazu 🙂

  • Rudolf Kupper sagt:

    Vielleicht sollte man das Innere des Kopfes, insbesondere das Gehirn, ebenso wichtig nehmen wie das Äussere. Aber gut: Sind wir denn blöd?

  • Stefan sagt:

    Vater Glatze = Sohn ebenfalls Glatze ist ein totaler Mythos. Mein Vater hat vollstes Haar nicht einmal Geheimratsecken, Grossväter volles Haar und ich hatte schon im jungem Alter eine Glatze.Mein Arzt spezialisiert auf Haare sagte das sei nicht unüblich. Viele seiner Patienten hätten Vätern mit vollen Haare aber der Sohn eine Glatze oder umgekehrt der Vater hat eine Vollglatze und der Sohn volles Haar.Die Gene die für den Haarausfall verantwortlich sind überspringen oftmals eine Generation.Prominente Beispiele mit Vätern wie Aren Robben, Orlando Bloom, Mark Zuckerberg,David Beckham,Roger Schwawinski wiederspiegeln diese Tatsache: Entweder der Sohn hat eine Glatze und Vater volles Haar oder Vater hat eine Glatze und der Sohn volles Haar.

    • Alexander sagt:

      Vater volles Haar, Bruder volles Haar und ich? Ich habe mit 25 meine gesamte Haare am Oberkopf verloren.Das Leben meinte es echt gut mit mir! In meiner Blütezeit habe ich eine Glatze. Mein soziales Leben ist zerstört. Als ich mit 18 schon Haarausfall bemerkte meinte mein Arzt ich bilde es mir nur ein mein Vater habe ja tolles Haar. Soviel zu den sogenannten „Spezialisten“ im Medizinbereich.

      • Anna Lüthy sagt:

        Wieso soll Ihr soziales Leben durch Haarausfall zerstört sein? Dafür dürfte mehr die innere Haltung zu sich selbst, oder die Umgangsformen zuständig sein. Mir kommen auf Anhieb mehrere Männer in den Sinn, die kaum Haare haben, aber interessant, intelligent und teils ausgesprochen sexy sind.

  • Martin Thalmann sagt:

    Bei Naomi Campbell erscheint mir aber viel wichtiger zu erwähnen: Schwarze Frauen haben meist einen sehr weit hinten angesetzten Haaransatz. Eine Anpassung der Natur an die heissen klimatischen Bedingungen. Und krause Haare, die man lang fast nicht tragen kann (z.B. als Afrolook). Daher schneiden die meisten die Haare ganz kurz oder tragen Extensions. Natürlich auch, weil sie unseren Schönheitsidealen entsprechen möchten.

    • Rodney sagt:

      „Natürlich auch, weil sie unseren Schönheitsidealen entsprechen möchten.“

      Das hat mir noch keine Afrikannerin so geschildert. Gut es gibt über 50 Länder in Afrika. Meiner Frau käme es nie in den Sinn, den europäischen Frauen nachzueifern. Schon gar nicht Schweizer Frauen…

      • Helena sagt:

        Leider aber glätten doch viele schwarze Frauen; siehe Michelle Obama (und auch schon die beiden Obama-Töchter). Das kostet ein Vermögen und immer viel Zeit…
        Und wir braten uns in südlichen Ländern für einen «braunen Teint», während Asiaten mit Schirmen und immer langärmelig rumlaufen und sich Bleichmittel ins Gesicht schmieren. Verkehrte Welt…

    • Hanspeter Müller sagt:

      Die Pflege der krausen dicken Haare der Schwarzen ist extrem aufwendig wenn sie nicht verfilzen sollen. Deshalb glätten viele Frauen ihre Haare, dann sind sie ein bisschen einfacher zu pflegen und ähnlich frisierbar wie die Haare der Asiatinnen. Dass Frau Campbell Perücken trägt hat damit zu tun. Also Model muss sie auf alle möglichen Arten „stylbar“ sein und ihr Haartyp ist das eben nicht. Da ist ein Perückenwechsel für die Show etliches einfacher. Hat nix mit Haarausfall zu tun.

  • MaPa sagt:

    Die wichtigste Therapie wurde leider vergessen (wenigstens für Männer; ich gebe zu, dass es für Frauen weniger einfach ist): Akzeptanz. Haare fallen einfach aus. Ich bin nicht allein, und es ist eigentlich auch kein Problem. Aber es wird zu einem Problem gemacht, zum Beispiel auch von solchen Blogs. Es gibt so viele Beispiele von brillianten Köpfen und coolen Typen mit wenig Haaren, dass der Haarausfall zu keinen psychischen Problemen führen sollte. Haarausfall ist in der Regel keine Krankheit, höchstens vielleicht eine Abweichung von der Norm. Aber das sollte uns Individualisten doch freuen, oder 😉

  • hans hardcore sagt:

    Hey Leute bei der Entwicklung vom Affen zum Menschen haben wir schon einen Haufen Haare verloren und das wird sich nicht wieder umkehren. Darum gehe ich stolz voran und zeige den Fortschritt in der Evolution, der Teil meines Körpers ist, wo andere noch beim Friseur abdrücken müssen.

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