Warum viele Freunde gar keine Freunde sind

Freunde sind wie eine grosse Familie? Stimmt leider nicht immer. (Foto: iStock)

Freunde sind wie eine grosse Familie? Stimmt leider nicht immer. (Foto: iStock)

Kürzlich standen mein zukünftiger Mann und ich vor der grossen Frage: Wen, neben unserer Familie, laden wir zu unserer Hochzeits-Party ein?

Natürlich war es bei einem Dutzend Leuten klar, dass sie zum «innersten Kreis» gehörten. Wie aber sah der erweiterte Rahmen aus? Und überhaupt: Wo verläuft die Grenze zwischen engen Kollegen und Freunden? Und noch schwieriger: Würden die Menschen, die wir als gute Freunde bezeichnen, das ebenso sehen?

Ich bin bezüglich Freundschaften ein bisschen altmodisch. Ich habe, ganz klassisch, eine beste Freundin und eine Handvoll sehr gute Freundinnen. Eine davon kenne ich noch nicht so lange. Aber ich fühlte mich mit ihr so verbunden, dass ich das Gefühl hatte, sie schon ewig zu kennen. Schwestern im Geiste sozusagen.

Uih, wie peinlich!

Und so kam es, dass ich jene Freundin zur Hochzeit einlud. Ich machte das mündlich und platzte fast vor Vorfreude. Sie reagierte nicht so, wie ich es gerne gehabt hätte, sondern schaute mich mit grossen Augen an und sagte: «Ich fühle mich geschmeichelt und komme gerne. Aber sooo gut kennen wir uns ja eigentlich nicht. Bist du sicher, dass du mich dabeihaben willst?»

Aua. So viel zum Thema Schwestern im Geiste.

Für einen Moment fühlte ich mich in die Primarschulzeit zurückversetzt, als ich von meinem Angebeteten wissen wollte:

«Willst du mit mir gehen?
JA
NEIN
(Bitte ankreuzen)»

Und die Antwort lautete: «Weiss nicht.»

Seine Sympathie oder sogar seine Liebe einer anderen Person zu gestehen und dann eines «auf den Näggel» zu bekommen, ist peinlich und im schlimmsten Fall sehr verletzend. Dass ich bei der Einschätzung einer Freundschaft ziemlich danebenlag, war nicht das erste Mal. Und ich befinde mich diesbezüglich in guter Gesellschaft. Forscher fanden nämlich heraus, dass etwa die Hälfte unserer Beziehungen nicht auf Gegenseitigkeit beruht. Sprich, knapp die Hälfte der Menschen, die wir zu unseren Freunden zählen, sehen das nicht so.

Nur die Hälfte erwidert die Freundschaft

Forscher der Universität von Tel Aviv befragten Studenten zwischen 23 und 38 Jahren, welche Beziehung sie zu ihren Kommilitonen haben. Bezüglich der Intensität dieser Verbindungen gab es fünf Kategorien zwischen 0 für «Ich kenne diese Person nicht», über 3 für «Freund» bis 5 für «einer meiner besten Freunde».

Das Resultat: 95 Prozent der Studenten gingen davon aus, dass die Sympathie gegenseitig sei. Doch die Realität belehrte sie eines Besseren: Nur 50 Prozent der Freundschaften wurden erwidert.

Ins «richtige Leben» übersetzt, bedeutet das nichts anderes, als dass die Hälfte der Menschen, mit denen man befreundet sein möchte oder bei denen man das Gefühl hat, dass man es sei, dieses Gefühl nicht erwidern. Freundschaften richtig einschätzen zu können, scheint also schwieriger zu sein, als wir angenommen haben.

Wieso wir so sicher sind, dass unsere freundschaftlichen Gefühle gegenseitig sind, ist schwierig zu erklären. Mag sein, dass wir uns gar nicht besonders viel dazu überlegen, sondern einfach davon ausgehen, dass, wenn wir jemanden mögen, dies selbstverständlich auf Gegenseitigkeit beruht. Denn uns einzugestehen, dass dem nicht so ist, ist ja nicht sonderlich schmeichelhaft. Oder vielleicht möchten wir mit einer Person befreundet sein, und dieses Wunschdenken ist so stark, dass wir nicht wahrnehmen, dass es auf der anderen Seite nicht so aussieht. Oder, und das ist die wahrscheinlichste These: Wir sind gewissen Menschen zwar nicht egal, sie mögen uns, aber der Stellenwert, den wir in ihrem Leben einnehmen, ist nicht besonders gross.

Die besagte Freundin, die vor ein paar Monaten noch nicht sicher war, ob sie meine Freundin sein will, hat sich (zum Glück) eines Besseren besonnen. Sie kam an mein Hochzeitsfest und dankte mir danach mit den Worten: «Es war eine Ehre für mich, dabei sein zu dürfen.» Geht doch.

31 Kommentare zu «Warum viele Freunde gar keine Freunde sind»

  • paul rickenbacher 22790 285 Recreio dos Bandeirantes Rio de Janeiro sagt:

    Immer das Gerede von Freunschaft,kein Mensch hat Freunde,niemand kennt den Anderen jeder ist fuer sich alleine. Herrmann Hesse.

  • Coffee Toffee sagt:

    Ich habe nur gute Freunde, auf die ich jederzeit zählen kann. Die meisten kenne ich schon seit der Primar/sekundarschule. Was mich an diesen langjährigen Freundschaften begeistert- man kannte sie schon als Kinder. Das finde ich extrem wertvoll.
    Kollegen habe ich nicht, weil ich einerseits lieber Zeit mit Familie und Freunden verbringe und andererseits wenig Gelegenheiten bei der Arbeit hatte, Kollegen näher kennenzulernen. So gut und gern ich mit allen möglichen Menschen spreche und auskomme- in der Freizeit
    Mit ihnen abzumachen empfinde ich als Zeitverschwendung

  • Bettina Baumann sagt:

    ich glaube, die erwähnte Person war einfach etwas selbstunsicher. Dass man SIE dabeihaben wollte, konnte sie einfach nicht fassen. Sojemand braucht meiner Meinung nach viel Liebe und keine Erwartungen.

  • Walter Denz sagt:

    Bei mir war es so: Ich bin ein sehr erfolgreicher Unternehmer, seit über 20 Jahren im Geschäft. Je mehr Erfolg ich im Business hatte, desto weniger Freunde hatte. Jetzt sind meine besten Freunde meine zahlreichen Businesspartner, über den ganzen Globus verstreut. Businesspartner sind viel besser als Freunde. Solange für beide Seiten win/win ist, bleiben sie einem treu.
    Und sowieso, das ständige zusammen rumhocken und saufen mit “Freunden“ brauche ich schon lange nicht mehr. Ich habe jetzt andere Interessen und mache intensiv Sport. Aber of course, es wäre schon optimaler wenn ich nicht immer alleine joggen und wandern müsste.

  • edith schmidt sagt:

    freundschaften… wann fangen sie an? wann erlebt man das gute passende gefühl gemeinsam.? wieviel toleranz verlangt eine freundschaft? wann ist eine freundschaft fürs leben? was erwartet man von freunden? was kann oder muss man freunden bieten? fragen über fragen….menschen die mir sympatisch sind und ich spontan bei beginn ein gutes gefühl habe, mich diese menschen interessieren und ich mich nicht verstellen muss um diese zu begeistern.. mit denen ich über alles diskutieren und mich bei ihnen auch mal längere zeit nicht melden kann, ohne dass dies als ein makel empfunden wird! sind für mich kollegen! freunde für s leben hingegen sind eine kontinuierliche partnerschaft mit höhen und tiefen die sich aber auch nicht so schnell in luft auflöst. davon gibts ganz wenige! edith

  • Benni Aschwanden sagt:

    Es kommt ganz darauf an, was man mit der „Freundschaft“ bezweckt. Denn die meisten zwischenmenschlichen Beziehungen dienen einem Zweck. Bei der Hochzeit möchte man die Kirche voll machen (damit man dann am Kaffeetisch oder auf Facebook stolz verkünden kann „Oh, es war wunderbar, es kamen über zweihundert Gäste…“). Um persönliche Probleme mit einer Vertrauensperson zu besprechen möchte man andererseits möglichst wenig Menschen mit einbeziehen. Um jemand zu haben, mit dem man quatschen und freie Zeit verbringen kann genügt eine Handvoll Leute, mit denen man sich gut versteht und die unterhaltsam sind. Die ehrlichsten und innigsten Beziehungen sind die ganz ohne Profitgedanken („Was bringt mir das“). Die sind aber auch die rarsten. Wie viele davon haben Sie, wenn Sie ehrlich sind? 😉

  • Daniel R. Gygax sagt:

    Ich habe auf der ganzen Welt 100 Menschen immer wieder die gleiche Frage gestellt: „Was bedeutet für Sie Freundschaft?“ Herausgekommen sind fast 100 verschiedene Antworten! Wie auch diese Diskussion zeigt, verstehen wir nur selten genau das gleiche unter ‚Freundschaft‘ wie unsere Freunde…
    PS. Aus diesen Interviews/Porträts ist ein Buch entstanden – die Frage ist der Titel – es erscheint diesen Herbst 🙂

    • Heidi Arn sagt:

      Dieses Buch moechte ich gerne haben und vielleicht auch meinen Freunden schenken, also denen, die ich schon immer fuer meine Freunde hielt 😉
      Ich finde es nicht schwierig beste Freunde zu erkennen, sie bezeichnen sich doch oft selber so und man spricht auch manchmal ueber Freundschaft, sei es ueber die eigene oder ueber Erlebnisse mit andern.
      Mir sind genaue Einteilungen gar nicht so wichtig, darum zerbreche ich mir nicht den Kopf ueber jene im „Graubereich“. Alles fliesst.

  • Monty Müller sagt:

    Zuerst sollte man den Unterschied zwischen Freunden und Kollegen definieren. Was unterscheidet Freundschaft von Bekanntschaft? Was ist ein Freund/eine Freundin, was ist ein Bekannter/eine Bekannte? Oft meint man, mit jemandem befreundet zu sein und stellt irgendwann fest, dass man sich täuschte. Das war dann halt eben keine Freundschaft, sondern nur eine Bekanntschaft, auf die man besser verzichtet hätte.

  • Christoph Bögli sagt:

    Das Beispiel scheint mir nicht sonderlich passend, da die vermeintliche Freundin ja die Freundschaft nicht in Abrede stellt, sondern bloss überrascht ist, dass man bereit „so gut“ befreundet ist. Was wiederum viel mit der persönlichen Sicht auf eine Hochzeit zu tun haben kann: Für manche ist das halt ein Riesenfest, zu dem Kreti und Pleti eingeladen wird, und für andere eher etwas intimes, das man maximal mit der engsten Familie und langjährigen Freunden feiert. Je nach persönlichem und kulturellem Hintergrund. Was ja generell wichtig beim beschriebenen Problem ist: Wie man Freundschaft definiert und was man von dieser erwarten kann, ist ja sehr individuell. Weshalb nicht die Vorstellungen über eine Freundschaft per se auseinander gehen, sondern eher dazu, was diese genau bedeutet.

    • Sina sagt:

      Als nur halbe Schweizerin finde ich dieses Analysieren und Kategorisieren aller Beziehungen (Freundschaften sowie Partnerschaften), das in der Schweiz üblich ist, unglaublich anstrengend und kompliziert. Dabei geht es auch viel einfacher. Einfach leben und leben lassen, sich über Sympathie und schöne Momente freuen und sich mit den negativen arrangieren. Geben und nehmen und grosszügig sein, aber nicht naiv. Und Irrungen sowie Fehler einfach schlucken, das gehört halt dazu. Ist es denn so wichtig, ob jemand „Kolleg“ oder „Freund“ ist?

      • Heidi Arn sagt:

        So geht es mir auch. Erlebe dieses Einordnen aber in manch andern Teilen der Welt noch staerker als in der Schweiz.

  • Sina sagt:

    Also ich finde ja, dass Freundschaft ganz generell überschätzt wird. Die Erwartungen und Emotionen, die manche Leute einbringen, erscheinen mir oft sektiererisch und unrealistisch. Oder Aussagen wie: Partnerschaften sind auf Zeit, Freundschaften fürs Leben – so ein Schmarrn. Natürlich braucht man Freunde, um nicht zu vereinsamen, um seine Freuden und Leiden zu teilen – aber man sollte diese Beziehungen nicht überbeanspruchen, denn die meisten sind beileibe nicht so tragfähig und langfristig, wie man sich das wünscht. Mit dieser Einstellung bin ich bisher eigentlich immer richtig gelegen. Und freue mich über die paar, die mich jetzt schon seit Jahrzehnten begleiten und irgendwie immer noch Freude daran haben. 🙂

    • Sina sagt:

      Ach, und noch was: wenn mich jemand zur Hochzeit einlädt, v.a. jemand, mit dem/der ich mich gut verstehe, egal, wie lange ich die kenne, dann würde ich jederzeit freudig hingehen, so ich denn nicht anderweitig verhindert bin. Man muss die Feste feiern, wie sie fallen! Finde ich seltsam, dieses Zögern und dann von wegen welche Ehre und so. Schon wieder diese übermässig hohen Erwartungen. Als ob man gleich selber mitheiraten müsste…

    • Jasi sagt:

      Da kann ich nur beipflichten. Mir ist noch nie in den Sinn gekommen, den Beweggrund für eine Einladung zu analysieren, sondern ich habe mich immer darüber gefreut.

    • beatrice sagt:

      @Sina,

      ich denke da gleich wie sie. kommt eventuell auch daher, dass ich schon ein paar mal von ‚freundinnen‘ enttaeuscht wurde, die mich hintergangen haben. irgendwie schien ich dies anzuziehen. seit einigen jahren ist es mir daher kaum mehr moeglich enge frauenfreundschaften einzugehen und das ist auch gut so. sobald eine klammert und extreme hohe erwartungen an unsere freundschaft hat, suche ich das weite. ich fuehle mich eingeengt. ich moechte keine verpflichtungen. einzig und alleine meinem partner, meinen kindern und meinen eltern fuehle ich mich wirklich verpflichtet. toent traurig aber so ist es. einsam bin ich nicht aber ich suche kontakt zu kolleginnen, die aehnnlich denken wie ich.

  • some1 sagt:

    Interessantes Thema. Hat Ihre Geschichte aber nicht mehr mit „dem ersten Schritt“ zu tun? Wie hätten Sie reagiert, wenn, bevor Sie sich überlegt hatten ob Sie Ihre Freundin einladen, besagte Freundin zu Ihnen gekommen wäre und gesagt hätte: „Du Heiratest? Super, bin dabei!“.

  • fritz sagt:

    Es gibt einen saudummen Spruch zum Thema FREUNDE, BITTE, BITTE, NICHT ALS FRAUENFEINDLICH AUFFASSEN.
    Eine Frau sagte einmal: “ meine Beine sind meine besten Freund! “ aber, auch die gehen einmal auseinnander!
    Jacky 06:11 das IST DIE ERKLÄHRUNG, lieber nur 2 dafür solche auf die man, IM NOTFALL, IMMER ZÄHLEN KANN. Darum bin ich immernoch VERHEIRATET.

  • Hannes Müller sagt:

    Doch, doch, Sympathie ist fast immer gegenseitig. Ich verlasse mich darauf, seit ich das begriffen habe, und das sind ein paar Jahrzehnte.

    ABER: Die Situation sollte man auch berücksichtigen.
    Mal extrem gesagt: Einer Frau einen Heiratsantrag machen, wenn sie in festen Händen ist, ist eben nicht situationsgerecht.

    Irgendwo auf dieser Linie zwischen Sympathie mit passender Situation und Sympathie mit ungünstiger Situation liegt das Beispiel der eingeladenen neueren Freundin.

    • Sina sagt:

      Eben genau, auch Freundschaften sind immer situationsbedingt. Und deshalb oft auch temporär. Es sei denn, man schafft es, sich von der situativen Ebene ein Stück zu lösen, aber dafür braucht es viel Toleranz und Goodwill.

  • Jan Holler sagt:

    Das Thema hat mehr mit dem eigenen Selbstwertgefühl denn mit der Beziehung zum anderen Menschen zu tun. Das eigene Ich scheint hier wichtiger als die andere Person. Das drückt sich dann eben schlussendlich in Dankbarkeit für die „erwiesene Ehre“ der Einladung aus. Genau hier hätte die Autorin erkennen können, dass es wohl doch nicht Freundschaft ist, die die Eingeladene hat kommen lassen, sondern eben Ehre (dass man zur handverlesenen Auswahl der Freunde gehört, man „durfte“ kommen). Und genau dieser Begriff „Ehre“ hat in einer (per se egalitären) Freundschaft gar nichts verloren.
    Und zum anderen: Man lädt ein, wen man gut mag und wen man als Gewinn für die Feier ansieht. Es kommt, wer einem gut mag und wer die Zeit dazu hat. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

  • Martin sagt:

    Ist eine gute Frage. Vor allem dann, wenn man eigentlich eher weniger Zeit hat, sich um Freundschaften zu kümmern, sondern eher um andere Dinge. Freundschaften können auch belastend sein, nicht nur bereichernd und dann gibt es noch die falschen Schlangen. Eine gute Frage: Wer sind meine Freunde?

    • Jacky sagt:

      Das sind die, welche Dich genau so nehmen wie Du bist. Die anderen sind Menschen die man kennt oder kennen lernt wie sie wirklich sind, im Verlaufe der sogenannten Freundschaft. Manchmal sind auch Feinde darunter. Aber lieber eine herzliche Feindschaft als ein Kriegszustand, wenn es um Arbeitsfreunde geht, wobei man diese wohl kaum als Freunde bezeichnen sollte. Dann gibts noch die Partnerausspanner, auch zum vergessen. Trotz allem, ganz alleine macht es keinen Spass.

      Wie es schon im Lied Wolke 4 von Philipp Dittberner heisst:
      Lass uns die Wolke vier bitte nie mehr verlassen
      Weil wir auf Wolke sieben viel zu viel verpassen
      Ich war da schon ein Mal, bin zu tief gefallen
      Lieber Wolke vier mit Dir als unten wieder ganz allein

  • Vera sagt:

    Spannende Diskussion, die wir aufgrund einer anstehenden Hochzeit einer Arbeitskollegin kürzlich auch führten.

    Ich habe zuerst etwas befremdlich festgestellt, dass ich zwar viele Kollegen habe – einige auch sehr gute – aber dass ich praktisch niemanden als Freund bezeichnen würde. Man möchte meinen, ich sei ein armer Tropf. Dem ist aber mitnichten so, ich habe eine gute Familie (ich zähle meine Schwester als gute Freundin), eine tolle Partnerin und viele verschiedene Kollegen denen ich anrufen könnte, wenn ich Gesellschaft bräuchte oder etwas wäre. Das genügt für mich.

    • Christoph Bögli sagt:

      Das Konzept der „Kollegen“ ist allerdings ein sehr deutschsprachiges Konzept, das man primär in der Schweiz findet. In der Schweiz gibt es traditionell eigentlich keine „Freunde“, sondern maximal „sehr gute Kollegen“. Wieso auch immer, evtl. ist der Freund-Begriff vielen Schweizern schon zu aufdringlich oder bindend. Das sind aber letztlich eh nur Begrifflichkeiten. Im Rest der Welt nennt man die „Kollegen“ Freunde, z.T. wie im englischsprachigen Raum selbst all jene, die wir bestenfalls als „Bekannte“ einstufen würden.

      • Claudia M. sagt:

        In der Schweiz gibt es auf alle Fälle einen Unterschied zwischen Arbeitskollegen, Kollegen und Freunden: wo in Detuschland die Kollegen jene sind, die mit einem Arbeiten, ist man auch sehr schnell „eine Freundin“.
        Wenn ich hier in der Schweiz von einer Freundin spreche, dann ist es wirklich eine sehr gute Freundin, von denen habe ich aber wirklich nur ganz wenige. Ich habe aber einige gute Kollegen, aber die als Freunde zu bezeichnen, wäre falsch…. Was aber nicht heisst, dass ich auch sehr gute Kollegen zur Hochzeit einladen würde. Aber: es ist eh besser, man erwartet nicht zu viel von anderen Menschen…

  • Max Bader sagt:

    Ich unterscheide zwischen echten Freunden und Saufkumpanen. Dabei ist das Wort Saufkumpan nicht abwertend gemeint. Es ist einfach so, dass dies Leute sind, mit denen man viel Spass haben kann, aber wenn es hart auf hart kommt, man nicht speziell füreinander da ist oder man generell nicht sehr persönliches mit ihnen spricht.

  • Jacky sagt:

    Ich habe soviele Freunde wie weniger Finger an der Hand. Wir sind füreinander da. Jeden könnte ich problemlos morgens um 3 anrufen. Ob man sich jedes Wochenende sieht? Nein. Es stört mich aber auch nicht mal etwas alleine zu unternehmen. Ich habe lieber weniger Freunde, als 20 die sich nicht sicher sind, ob sie nun bei mir bleiben wollen oder nicht.

    • Sue Reich sagt:

      Finde ich gut Jacky. Schlimm, wenn man nur „Freunde“ hat, um später oder im Notfall nicht alleine sein zu müssen. Der wahre Begriff von Freundschaft, gegenseitige Sympathie, bis man sich mehr und mehr kennenlernt und effektiv merkt, dass man sich immer noch sehr gut mag, ist echte Freundschaft. Und für echte Freunde ist man doch da. Die falschen sind nur da, wenn sie einen brauchen. Schön, dass Sie Jacky diese guten Freunde haben. So etwas ist wertvoll.

      • Jacky sagt:

        Es war ein LAAAAANGER Prozess, bis es zu dieser handvoll Freunde kam. Nein, ich bilde mir darauf nichts ein. Auch ich musste mich verabschieden, wurde verabschiedet, orientierte mich neu, fand neue Freunde, alte aus der Schulzeit per Zufall wieder. Ja, der Lauf des Lebens hat mir dann eben diese handvoll da gelassen. Es ist schön wie es ist. Einfach offen durchs Leben gehen und auch den Mut haben zu jemandem nein oder ciao zu sagen.

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