10 Tipps gegen trockene Haut

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Wasser, Schweiss und falsche Pflege: Viele leiden im Sommer unter trockener Haut. (iStock)

Trockene Haut im Sommer? Das kann doch nicht sein! Doch, es kann. Denn so paradox es klingt: Wenn wir schwitzen, ist unsere Haut zwar aussen feucht, trocknet aber von innen aus. Das Schwitzen entzieht ihr Wasser, das eigentlich für die Instandhaltung des schützenden Hydrolipid-Filmes gebraucht wird. Durch die Bildung der Schweissperlen setzt auch ein Verdunstungseffekt ein, der noch mehr Feuchtigkeit kostet. Und dadurch, dass wir im Sommer auch besonders sauber sein wollen, waschen und duschen wir uns vielleicht noch mehr als sonst. Dies wirkt entfettend und trocknet die Haut noch mehr aus. Für ihre Pflege sind Fluids besser als reichhaltige Bodylotions, denn zu viele Inhaltsstoffe können die Haut stressen.

Nicht überpflegen

Trockene Haut entsteht aus einer Unterfunktion der Talgdrüsen: Diese produzieren zu wenig Talg und emulgieren nicht genügend Feuchtigkeit. Trockener Haut fehlen auch genügend körpereigene Lipide, die für die Bindung von Feuchtigkeit zuständig sind. Auch psychische Ursachen wie Stress, äussere Einflüsse, der Hautalterungsprozess und übertriebene Pflege strapazieren unsere Haut zusätzlich. Und nicht zuletzt kann trockene Haut auch vererbt werden.

Was also braucht die Haut, um schön geschmeidig zu bleiben?

Meine 10 Tipps:

1. Trockene Haut muss mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt werden. Seifen und starke Reinigungsprodukte entziehen der Haut Feuchtigkeit. Darum am besten rückfettende Duschöle oder andere milde Reinigungsmittel mit einem hautfreundlichen pH-Wert von 5,5 verwenden.

2. Nach dem Duschen und Baden sorgfältig abtrocknen. Zu viel Rubbeln strapaziert die Haut unnötig und raut sie auf.

3. Viel Trinken: Im Sommer am besten Kräutertee und frisch gepresste Säfte, die Vitamine und Mineralien enthalten. Tomaten- und Rüeblisaft können zudem helfen, die obersten Hautschichten zu stärken. Um trockene Gesichtshaut wieder geschmeidig zu machen, kann man sie mit einem selbst gemachten Gesichtswasser aus frisch gepresstem Rüeblisaft pflegen. Rüebli enthalten Vitamin A, das die Epidermis stärkt, und Betacarotin, einen wichtigen Zellschutzstoff.

4. Wann immer die Haut spannt oder sich rau anfühlt: cremen! Was ihr jetzt guttut, sind sind ungesättigten Fettsäuren, Hyaluronsäure, Mineralien und Aloe vera. Keine alkoholhaltigen Gesichtswasser benutzen, da sie die Haut austrocknen. Empfehlenswert ist ein Feuchtigkeits- oder Thermalwasserspray, die den Hydrolipid-Film stärken, zum Beispiel von Avène oder Vichy.

5. Spezielle Seren, die vor der normalen Tages- oder Nachtpflege aufgetragen werden, befeuchten die Haut. Seren sind für mich die beste Altersvorsorge. Ich mag die Produkte von Clarins, Bobbi Brown und Weleda. Wenn ich stark geschwitzt habe, bekomme ich oft rote Flecken im Gesicht. Dann verwende ich das REN Dry Rose O¹² Moisture Defence Serum. Das ist eine Intensivpflege für die empfindliche, trockene Haut. Die darin enthaltenen Omega-3-Säure und Vitamin A beruhigen und glätten meine Haut.

6. Keine Gesichtspeelings mit Schleifpartikeln – sie sind viel zu aggressiv! Besser sind Enzym-Peelings. Enzyme spalten Eiweissbausteine. Die Peelings lockern also abgestorbene Hautzellen. Nach einer kurzen Einwirkzeit können die überschüssigen Schüppchen einfach abgewaschen werden. Wer ein chemisches Peeling zu Hause ausprobieren möchte, dem empfehle ich das Gentle Cream Exfoliant Peeling von Dermalogica. Es entfernt alte Hautzellen auf die sanfte Tour (unter anderem mit Milch- und Salicylsäure). Es wird wie eine Maske auf die Haut aufgetragen, die etwa 15 Minuten einwirken sollte. Meine Haut ist danach weich und genährt.

7. Bei trockener Körperhaut einen Liter Vollmilch und 200 Milliliter Olivenöl mischen und ins Badewasser geben. Höchstens eine halbe Stunde baden. Das Wasser sollte nicht zu heiss sein, da es sonst die Haut wieder austrocknet.

8. Nachtpflege ist wichtig, da in der Nacht die Haut bis zu achtmal schneller repariert wird als tagsüber. Jojoba, Collagen und Shea-Butter sind ideale Wirkstoffe für trockene Haut.

9. Feuchtigkeitsmasken gibt es von den verschiedensten Herstellern. Wer lieber auf Selbstgemachtes setzt: Vollfettquark mit einem Teelöffel Honig mischen und zehn Minuten auf das Gesicht auftragen. Die Haut wird weich und geschmeidig. Eine Gesichtsmaske aus Haferflocken, heissem Wasser und Honig pflegt und befeuchtet ebenfalls. Nehmen Sie dazu eine Hand voll Haferflocken, die Sie mit heissem Wasser übergiessen. Sobald die Flocken gequollen sind, verrühren Sie alles mit Honig zu einer Masse und tragen es als Peeling auf die Haut auf. Ist alles getrocknet, kann die Maske lauwarm abgespült werden.

Eine Haferflocken-Honigmaske gibt der Haut viel Feuchtigkeit. (Youtube/Gesund&Beauty)

10. Bestimmte Krankheiten sowie die Nebenwirkungen einiger Medikamente beeinflussen mitunter das Gleichgewicht zwischen Feuchtigkeit und Fetten in der Haut. Falls Ihre Haut auch bei sorgfältiger Pflege juckt und schuppt, sollten Sie einen Dermatologen beiziehen. Ausgeprägte Hauttrockenheit kann auch Teil einer bestimmten Krankheit sein. Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Kontaktekzeme, Schuppenflechte könnten der Grund sein.

4 Kommentare zu «10 Tipps gegen trockene Haut»

  • Micha sagt:

    Super Artikel! Ich habe auch mal eine kleine Seite zum Thema fettige Haut gemacht, mit der ich versuche ein bisschen zu helfen 🙂
    Liebe Grüße Micha 🙂
    http://http://was-tun-gegen-fettige-haut.net/
    Vielleicht für den ein oder anderen interessant 😉

  • K. G. sagt:

    Zu Tipp 1: neuere Erkenntnisse weisen darauf hin, dass der ph-Wert der Haut deshalb im sauren Bereich liegt, weil über unser grösstes Ausscheidungsorgan überschüssige Säuren aus dem Körper abtransportiert werden. Aus diesem Grund sollte die Körperpflege basisch sein, um die Haut nicht noch mehr mit Säuren zu belasten. Selbst mit chronischem Ekzem und sehr empfindlicher Haut gesegnet, mache ich seit einigen Monaten beste Erfahrungen mit guten Seifen (nicht aus dem Supermarkt) und regelmässigen Bädern mit Natronzusätzen.

    • Simon Affentranger sagt:

      DAS kann ich nur unterstützen! Die sogenannten „pH-Hautneutralen“ Produkte sind alles andere, als es der Name vermuten lässt: Sie sind NICHT neutral, sondern sauer! –> pH 5.5 Unsere Haut als grösstes Ausscheidungsorgan entsorgt die vielen Säuren, mit welchen wir unseren Körper belasten (zu viel Zucker, zu viele Kohlenhydrate, etc…). Wenn wir die Haut unterstützen wollen, dann müssen wir sie basisch pflegen und nicht „pseudo-neutral“, sprich sauer! Basenbäder (Vollbäder und Teilbäder) wirken da Wunder! Mein Sohn (7 Jahre), welcher durch seine Neurodermitis stark geplagt ist, macht seit einigen Monaten wunderbare Fortschritte damit. Wir haben eine wunderbare, basische Bio-Naturkosmetiklinie entdeckt: http://www.shop.salbenmanufaktur.ch/ Alles in der Schweiz hergestellt!

  • Aerne Doris sagt:

    Sehr gute Tipps. Danke. Sonnencrème mit hohem Schutzfaktor verwenden, bei starker Sonneneinwirkung mehrmals täglich. Sun-Gel Creme Eucerin 50 Oil Control bei unreiner Haut oder bei Altersakne ist wunderbar, fettet nicht, merkt man kaum auf der Haut.

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