Wenn Glaceessen wehtut

Süsse Schmerzen: Viele leiden beim Verzehr von kalten Speisen an Kältekopfschmerzen. (iStock)

Süsse Schmerzen: Viele leiden beim Verzehr von kalten Speisen unter Kältekopfschmerzen. (iStock)

Kürzlich ass ich mit meiner Freundin Cordula ein köstliches Pfirsichsorbet. Plötzlich griff sie sich an die Stirn und stöhnte laut auf. Es handelte sich dabei nicht um ein genussvolles, orgiastisches Stöhnen, sondern klar um Schmerzlaute. Cordula verharrte sekundenlang in dieser Pose, und als ich sie erschrocken fragte, was ihr fehle, stöhnte sie nur: «Kopfweh!» Leichte Panik stieg in mir auf. Woher kamen diese plötzlichen Schmerzen? Eine Migräne, womöglich ein Schlaganfall? Es vergingen einige Sekunden, dann war Cordula wieder die Alte und grinste nur: «Mein Kopf ist plötzlich eingefroren. Passiert mir öfter beim Glaceessen.»

Da wusste ich, was sie meinte. Ich kenne diesen Effekt nur zu gut. Als ich letzthin ein Vanillefrappé zu gierig getrunken hatte, spürte ich einen heftigen, stechenden Kopfschmerz vorne hinter der Stirn, der allerdings nach einigen Sekunden wieder verschwand. Woher aber kommt dieser Kältekopfschmerz? Laut einem Artikel im «British Medical Journal» verspürt jede dritte Person nach dem Essen von kalten Getränken und Speisen den sogenannten Brain-Freeze-Effekt. Die Schläfen scheinen sich zu verkrampfen, der Kopf hämmert und scheint wie eingefroren zu sein.

Doch was löst diesen «Hirnfrost» eigentlich aus?

Wenn die kalte Glace mit den Kapillaren in der Mundhöhle in Berührung kommt, ziehen sich die Blutgefässe schlagartig zusammen, um einen Verlust der Körpertemperatur zu verhindern. Gleichzeitig setzt unser Organismus alle Hebel in Bewegung, um die plötzliche Kälte auszugleichen – in Form einer Extraportion Blut, die er ins Gehirn pumpt. Der schnelle Blutfluss verursacht eine Art Überdruck in den Blutgefässen, was sich in Form eines stechenden Schmerzes in der Hirngegend bemerkbar macht.

So schmerzvoll diese Sekunden sein können, gefährlich sind diese Kopfschmerzen nicht. Aber sehr unangenehm und auch beängstigend, wenn man nicht weiss, woher dieser Spuk kommt.

Damit das Glaceessen ein Vergnügen bleibt, sollte man das Eis langsam und so genussvoll wie möglich essen oder, bevor man es runterschluckt, im Mund zergehen lassen. Es entfaltet so übrigens auch seinen Geschmack besser. Normalerweise sollten die Kopfschmerzen laut «British Medical Journal» nach 20 Sekunden zu Ende sein. Dauert der Schmerz länger, sollte man einen Schluck eines warmen Getränkes nehmen. Und das Wichtigste: Lassen Sie sich den Spass am Glaceschlecken nicht verderben!

Die Schauspielerin Bella Thorn liebt offensichtlich Glace. (Instagram/ Bella Thorn).

Offensichtliche Glaceliebhaberin: Schauspielerin Bella Thorn. (Instagram / Bella Thorn).

 

3 Kommentare zu «Wenn Glaceessen wehtut»

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