«Skinny fat» – Wie Kate Moss ein neues Körperbild prägt

Kate-Moss-Bikini-Photos_-2014-in-Rio-de-Janeiro--03-720x1106

Auf den ersten Blick schlank, auf den zweiten «skinny fat» (oder schlecht fotografiert): Kate Moss. (gotceleb.com)

Als Kate Moss vor einigen Monaten in Brasilien Ferien machte und am Strand fotografiert wurde, mokierte sich die englische Presse über ihre Figur. Sie sei «skinny fat», sprich dünn und fett zugleich. «Sie macht optisch einen schlanken Eindruck, hat aber trotzdem zu viele Fettzellen am Körper», meint auch der Zürcher Personal-Trainer Dave Baucamp. Nun wird die Moss sicher strenger beurteilt als die Frau von nebenan, schliesslich verdient sie mit ihrem Körper viel Geld.

Das hindert die 40-Jährige allerdings nicht, sich allerlei gesunden und ungesunden Genüssen hinzugeben. Die regelmässigen Crash-Diäten, die sie in der Vergangenheit machte, wirken sich nicht unbedingt positiv aus. So machte sie Schlagzeilen, als sie vor ein paar Wochen nach einer Detox-Fastenwoche in der Türkei im Flugzeug ausflippte, als ihr gesagt wurde, die Sandwiches seien ausgegangen. Als ihr das Flugpersonal auch keinen Alkohol ausschenken wollte, behalf sie sich mit einer eigenen Wodka-Flasche, deren Inhalt (auf leeren Magen) eine ausgesprochen schlechte Wirkung hatte.

Doch Kate Moss scheint eine Eigenschaft zu haben, die sie von vielen anderen Prominenten abhebt: schlechte Presse scheint ihre egal zu sein. Im Gegenteil, ihr Rock-’n’-Roll-Image hat noch nie gelitten, egal ob sie im Sommer Pelz trägt, im Flugzeug randaliert oder ob sie fotografiert wird, wie sie scheinbar Kokain schnupft – all das hat ihren Marktwert immer nur erhöht.

Doch zurück zu «skinny fat»: Dieser Begriff ist vor allem im englischsprachigen Raum weitverbreitet und dient zur Beschreibung von Menschen, die zwar, wenn sie bekleidet sind, schlank wirken, jedoch einen relativ hohen Fettanteil und einen geringen Anteil von Muskelmasse haben. «Insbesondere Frauen neigen dazu, skinny fat zu sein, weil sie sich für ihre Traumfigur regelrecht runterhungern wie Kate Moss», sagt Baucamp. Der Wechsel zwischen Schlemmen und Hungern sei ausserdem schlecht fürs Bindegewebe. «Viele dünne Frauen glauben, wenn sie einen niedrigen BMI haben, seien sie automatisch auch athletisch und muskulös», erklärt Baucamp. Dem sei aber nicht so: «Viele Dünne haben eine schlechte Körperspannung und machen so eine traurige Figur. Dagegen gibt es kräftigere Menschen, die sich gut ernähren und Sport treiben und bessere Blutwerte haben als Schlanke», sagt der Personal-Trainer.

Wie vermeidet man also den «Skinny fat»-Effekt?


Die Tipps von Personal-Trainer Dave Baucamp:

• Nicht hungern. Vor allem keine Crash-Diäten. Wenn der Körper schnell viel Fett verliert, verliert er auch Muskeln. Die Folge ist eine schlaffe Figur.

• Grosse Gewichtsschwankungen (Hungern – Schlemmen – Hungern) vermeiden. Wer abnehmen will, sollte dies langsam tun.

• Zweimal wöchentlich Sport: intensives Ausdauer-/Intervall-Training oder intensives Krafttraining fördert den Muskelaufbau. Schwimmen oder Leichtathletik sind empfehlenswert.

• Fast Food und zu viel Alkohol (siehe Kate Moss) meiden.

 

 

 

 

 

 

 

26 Kommentare zu ««Skinny fat» – Wie Kate Moss ein neues Körperbild prägt»

  • Ammann Hugo sagt:

    Man wird auch in 30 Jahren noch einen Grund finden, Kate Moss abzulichten. Für mich war sie immer ein dünnes Model mit abgelöscht-verwöhntem Gesichtsausdruck und null positiver, geschweige denn anziehender Ausstrahlung. Nun, die Geschmäcker sind eben verschieden. Schon vor langer Zeit verzauberte ein wandelnder Kühlschrank
    namens M. Dietrich Millionen von
    Menschen.

  • Charles Dupont sagt:

    Aber ich prägte auch schon ein neues Körperbild. (Aber nur in kleiner Nebenrolle). Alter, rel. schlanker Mann mit schönem runden Bauchansatz. (Cimetière des poulets – oder eben Güggelifriedhof); Typ Gammler oder Vagabund. Mit wehenden weissen Haaren (fast wie dazumals Johnny Winter). Und gemäss dem ‚french-paradox‘ werden solche Typen heutzutage mit – gut situiert assoziiert.
    Mich laust der Affe …

    • Charles Dupont sagt:

      Und ich folgere: Dave Baucamp liegt total falsch. Keine Wunder. Sein Name ist auch ‚falsch‘ geschrieben. Hier heisst es immerhin ‚Beau-Champs‘ …

    • edith schmidt sagt:

      charles, du hast recht.. ich finde wirklich das einzig das zählt, ist ; sich selbst zu mögen! kate schein in dieser konfortablen lage zu sein.. nur übertreiben kann sie dies ja nur, weil sie schon berühmt ist.. vielleicht werden wir es auch noch? edith

  • Muttis Liebling sagt:

    Dieses Phänomen heisst in der Medizin seit Jahrzehnten Visceralfett. Man braucht keinen neuen Anglizismus um so etwas Banales zu verstehen.
    Wenn ich wissen will, ob ich zu viel Fettgewebe habe, reicht weder Wiegen noch Blickdiagnose. Man bittet den Hausarzt, den Körperfettanteil bestimmen zu lassen, per Unterwasserdensitometrie oder im MRI. Die Krankenkasse zahlt das nicht, weil es keinen Bezug zu Krankheit hat. Aber dann weiss man es. Man kann gertenschlank und dennoch zu fett sein.

    • Muttis Liebling sagt:

      Übrigens auch umgekehrt. Man kann etwas beleibt aussehen und dennoch oder gerade deshalb das Optimum der Körpergewebeverteilung haben.

  • kaya sagt:

    sieht doch gut aus? wo ist da das viele fett? sorry, da haben sich ein paar fitness fanakter im studio vertan. was soll denn das?

  • Grohe sagt:

    Aja. Aber sonst haben wir keine Sorgen. Gute Güte die Frau ist 40 hat ein Kind geboren und vor allen Dingen – sie lebt!!!!!!!! Das heisst dass man auch mal alle 5 grade sein lassen darf und ja auch mal sündigen. Tun wir das nicht alle hin und wieder mal? Bloss wir müssen nicht damit rechnen dass irgendein Depp mit Kamera uns ablichtet.

    • Anna P. sagt:

      Genau, bei den „Stars“ läuft alles anders, sie sind ja ständig im Visier von Paparazzis. Vor allem Models unter ständigen Figur-Kritik.

  • Martin Kallmann sagt:

    Dies ist einfach der normale Alterungsprozess eines Menschen, der noch anderes zu tun hat als Sport zu treiben…

    • Markus Schneider sagt:

      Jetzt kommen Sie aber. Was hat Kate Moss denn bitte anderes zu tun? Die sieht doch nur aus. Und jetzt mal ehrlich: Auf diesem Foto echt nicht wirklich gut. Wenn jeder mit einem solchen Körper soviel Geld verdienen könnte wie die, dann hätte die AHV null Sorgen.

      • Anna Meier sagt:

        @Schneider: Die gute Frau hat schon so einiges erreicht im Leben. Nebst dem, dass sie als es geschafft hat als Model durchzustarten, obwohl sie viel zu klein und auch sonst nicht wirklich Model-tauglich ist, designt sie Kleiderlinien, lebt ein Leben im Blitzlichtgewitter und hatte trotzdem noch genug Nerven übrig um ein Kind gross zu ziehen…. Ihr Kommentar verleitet mich schon fast zu der Frage, was Sie denn im Leben bisher grossartiges geleistet haben – aber ich will die Antwort lieber nicht wissen… 😉

  • Charles Dupont sagt:

    Es gibt schönere Bikinis, besonders die Farbe …

  • P. Meier sagt:

    ..manchmal frag ich mich wie es möglich war, dass mein Grossvater 90 und meine Mutter 85 geworden sind, ohne dass je Sport gemacht und auf ihre Figur geachtet haben …

  • Dilek Demirel sagt:

    Ach, schlechte Fotos von Kate Moss gibts schlicht nicht, deswegen ist sie auch das ultimative Supermodel. Ich wusste bis jetzt aber nicht, was für einen schönen femininen Bauch sie mit den Jahren bekommen hat. Nein ich bin kein Fan von harten Sixpacks, find ich schon bei Männern schräg, geschweige denn bei Frauen. Gleichzeitig kann ich mir lebhaft vorstellen, was für unansehliche pubseelige pinkgesichtige schwabbelige englische Journis den Schmähartikel verfasst haben.

  • Marie sagt:

    Hauptsache, wir urteilen und stänkern über die Körper anderer Frauen.

  • André Schöni sagt:

    Also ehrlich. 1. ist die Gute auch schon ü40, da ist das halt auch nicht mehr so einfach mit dem Gewebe und 2. so schlimm sieht sie doch nicht aus! Muss denn jede/jeder muskeldefiniert rum rennen? Wie mans macht, ists falsch, sag ich nur: Dick=schlecht, dünn=skinnyfat und dazwischen zu wenig das, zuviel dies! Vielleicht wird man halt mir den Jahren klüger und lässt sich nicht mehr ständig drein reden, wie man/frau sein sollte.

  • Gabriela sagt:

    Am 12. Juli wurde an gleicher Stelle ein Beitrag publiziert, der den schönen Titel trug „Warum Blitzdiäten besser sind als ihr Ruf“. Wie schön, wenn sogar innerhalb eines einzigen Blogs so viel Uneinigkeit herrscht…

  • Franka Winter sagt:

    Aah, endlich eine Bezeichnung für meine Körperform. Allerdings gar nicht mit Diäten erreicht, sondern mit „nach dem Schulabschluss kein Sport mehr“ und normalem Essverhalten. Muskeln abgebaut, Fett dazugewonnen.

  • Paula C. sagt:

    Man muss sich nicht runterhungern, um skinnyfat zu werden/sein, sondern einfach von Natur aus eine schlanke Physiognomie haben und selten Sport machen, viel Alkohol trinken und Essen, das reicht schon. Die meisten Menschen sind nicht von Kopf bis Fuss muskulös und durchtrainiert, viele besitzen, ob schmal oder stämmig, weiche Polster – was vollkommen ok ist. Wenn ich so viel Essen würde, wie als Kind, würde ich nicht breit werden, sondern ein schwabbeliger, plumper Pudding mit Grösse 34.

    • Martina sagt:

      Und? Ist das denn wirklich so essentiell wichtig im Leben?

      • Paula C. sagt:

        „- was vollkommen ok ist“…Aber Ich mache wahnsinnig gerne Sport und zwar Boxen gegen den „geistigen“-Stress und Wandern, Laufen für das Wohlbefinden. Ohne Sport wäre ich bestimmt lustloser und depremierter und gleichzeitig finde ich meinen Körper dadurch sehr schön: Ja, beides ist mir wichtig! Für mich ist die Zufriedenheit mit mir selber durchaus essentiell! Man muss definitiv nicht alles im Leben wollen und darf träge sein, ich für meinen Teil bin es nicht, weder beruflich noch körperlich. Ich will genau MEIN Leben leben mit MEINEM Körper und ja das will ich zum vollen aussschöpfen.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.