Absurde Skinny-Selfies

bellybuttonchallenge

Bei der Bellybutton-Challenge gilt es, den Arm hinten um den Rücken zu schlingen und den Bauchnabel zu berühren. (Instagram/Mollystapes)

Vor ein paar Tagen hat meine Kollegin Doris Hofer an dieser Stelle über ihr Sixpack geschrieben. So sehr ich ihre Disziplin bewundere, ich sehe alles, was mit meinem Körper zu tun hat, lockerer und bin jedenfalls die meiste Zeit mit ihm versöhnt, auch wenn ich keine Modelmasse habe.

Was mich aber richtig nervt, sind die Körper-Challenges, die zurzeit grassieren. Als die ersten Girls ihren «thigh gap», also die Lücke zwischen ihren Oberschenkeln twitterten, schmunzelte ich noch und dachte an meine Teenagerzeit und daran, wie wir in der Garderobe vor dem Turnen genau diese Lücke zum Mass aller Dinge machten. Leider gehörte ich damals nie zu den coolen Dünnen mit Durchblick, und auch heute schmiegen sich meine Oberschenkel innig aneinander.

Dann folgte vor kurzem die Bellybutton-Challenge. Im Netz tauchten plötzlich Fotos auf, die dünne Girls zeigten, die den Arm einmal hinten um den Rücken schlingen und dann den Bauchnabel berühren. Dieser neue Internet-Hype stammt aus China. Auf Weibo, der chinesischen Twitter-Variante, tauchten die ersten Bilder auf, inzwischen finden sich Zehntausende solcher Verrenkungs-Selfies auch auf Instagram, Twitter und Facebook. Immer mehr schlanke Mädchen und Frauen präsentieren ihre flachen Bäuche und laden Freunde ein, auch an der Challenge teilzunehmen.

(Instagram/Danbao)

Bei der Collarbone-Challenge werden möglichst viele Münzen auf dem Schlüsselbein aufgereiht. (Instagram/Danbao)

Und schon ist die nächste Skinny-Selfie-Welle online. Wie schon die Bauchnabel-Challenge hat auch dieser Trend seinen Ursprung in China. Die Collarbone-Challenge besteht, wer eine Reihe von Münzen aufrecht auf seinem Schlüsselbein aufreihen kann. Und die nächste Skinny-Challenge ist sicher schon im Anrollen. Wobei Rollen sicher der falsche Begriff ist. Denn an den Girls, die sich so präsentieren, ist nicht mehr viel Rundes dran.

Als erwachsene Frau könnte ich solche Trends auf die leichte Schulter nehmen. Damit ich meinen Bauchnabel erreichen könnte, müssten meine Arme über Nacht 30 Zentimeter wachsen. Aber wenn ich mir vorstelle, wie diese Fotos auf junge Mädchen wirken, dreht es mir den Magen um. Der weibliche Körper verkommt zu einem Stück Fleisch oder einer Ansammlung einzelner Problemzonen. Über die sozialen Netzwerke wird Dünnsein als einzig akzeptables Ideal propagiert. Und wenn meine schlaksige 12-jährige Nichte darüber sinniert, ob sie auf Diät gehen soll, schlucke ich meine aufsteigende Wut runter und erkläre ihr, dass sie so wie sie ist, wunderschön ist. Ob sie mir glaubt, weiss ich nicht.

Die feministische Psychoanalytikerin Susie Orbach spricht in der «Süddeutschen Zeitung»  vom «Körperterror». Es sei heute schlichtweg normal, seinen Körper nicht zu mögen. Aber wir haben viel davon, wenn wir unseren Körper mehr lieben. Wir machen uns verrückt und kritisieren nonstop unsere Oberschenkel, Bäuche und Busen. Wie die Frauenzeitschrift «Brigitte» schreibt, beginnt die Körperkritik immer früher: 24 Prozent der Mädchen zwischen 6 und 16 Jahren würden sich über eine Schönheits-OP als Geschenk freuen, so die Studie des Jugendmagazins «Bravo» aus dem Jahr 2009. Inzwischen sind diese Zahlen sicher noch gestiegen. Natürlich sind Magersucht oder Bulimie keine neuen Themen. Auch wir probierten die verschiedensten Diäten aus und massen uns im Busen-Bleistift-Test. Aber das passierte meistens auf spielerische Art und Weise.

Noch nie wurde das Dünnsein so verbissen zelebriert wie heute. Bestimmte Körperformen zu haben, wird heute über die sozialen Netzwerke als einzig akzeptables Ideal propagiert. Fragt sich nur, welche Körperstelle sich als Nächstes verdünnisieren soll. Das Hirn kann es kaum mehr sein, denn das ist ob all dem ganzen Blödsinn sicher schon ziemlich geschrumpft.

48 Kommentare zu «Absurde Skinny-Selfies»

  • Bischi sagt:

    hauptsache liebe Silvia, wir gewinnen jeden Brain-Challenge….ist ja krass auf welchen Ebenen die Jungen heute im Wettbewerb sind.

  • David Stoop sagt:

    Zitat: „Aber das passierte meistens auf spielerische Art und Weise.“ Diese Aussage ist auch etwas Beschönigung der Vergangenheit und passiert einem oft, wenn man älter wird. Es sind damals schon viele, die nicht den Normen entsprachen wie Sch… behandelt worden und Peer-Group-Pressure gab es allen Orten.
    Ich gehe zwar einig damit, dass die Vernetzung dem ganzen eine neue Dimension verleiht, sowohl was die Perversion des Vergleichs mit quasi allen Dünnen der Welt übers Internet angeht, als auch die oft durch Manipulation errreichte Bilderflut; dennoch ist es im Kern die selbe Psychologie.

  • Adrian Wehrli sagt:

    Ach, Chubbies, lasst uns doch die Skinnies, wir lassen Euch dafür die Doppelpackung Donuts. Deal?

    • Adrian Wehrli sagt:

      Echt jetzt? So was von dämlich Ihre Aussage Herr Wehrli, genau solche Typen sind Schuld am gesammten Elend auf diesem Planeten! (Snief, Taschentuch-aus-übergrosser-Handtasche-hervorkram)

  • Michael Finley sagt:

    Leute, bitte kommt mal runter von eurer externalisierter Sichtweise und konzentriert euch auf den geistigen Inhalt einer Person. Ein Essgestörter, der sich gerne wieder auf gesunde Weise und ohne ungesunden eigen- oder fremdkonzertziertren Einfluss ernähren möchte. Danke.

  • Diego sagt:

    Ich frage mich, was all das Emanzipations-Geschwafel der letzten 50 Jahre gebracht hat.
    Die Frauen scheinen sich nach wie vor ausschliesslich über ihr Äusseres zu definieren. Und da sind nicht mal die bösen Männer dran schuld.

    • Tina sagt:

      Das Internet ist voll von Blödsinn, Katzenvideos und Trollen. Man glaubt ja auch nicht jede Werbung die man sieht. Es hat nichts mit der Realität zu tun. Ich finde Frauen sind sehr stark. Genauso wie Männer schwach sind. Und umgekehrt. Mehr Respekt dem anderen Geschlecht gegenüber tut Not.

      • Diego sagt:

        Also bitte, schauen Sie sich mal die jungen Frauen auf der Strasse an.
        Als hätte nie eine Geschlechterdiskussion stattgefunden. Das hat nichts mit dem Internet zu tun, sondern mit der Realität, dass Frauen immer noch über ihr Äusseres wahrgenommen werden und dies offenbar auch so wollen.

      • Tina sagt:

        Ich sehe gesundes Selbstbewusstsein. Was sehen Sie denn? Wie muss es denn sein?

    • Melanie sagt:

      Diego, als Antwort auf Ihre (rhetorische & dazu schnoddrig gestellte) Frage: Das Stimmrecht für Frauen zum Beispiel (1970, im Appenzell noch schrecklich viel später). Besseren Schutz vor Übergriffen, mehr rechtliches Gehör in Fällen, die man früher als „Kavaliersdelikte“ schulterzuckend abtat. Und vor allem bessere Chancen auf Bildung, bessere Berufsaussichten, und dadurch nicht zuletzt eine Menge mehr Möglichkeiten, das Leben nach dem eigenen Wunsch zu gestalten. Wenn eine Frau die Mutterrolle oder/und Hausfrauendasein wählt: Nur zu. Was zählt ist: sie hat die Wahl.

    • Melanie sagt:

      PS: Bei Magersucht geht es ja nur vermeintlich um das Äussere. Es geht eher um Kontrolle und Ablösung. Um dennoch beim Äusseren anzusetzen: ich sehe auch viele Jungs in der Badi, die sich im Fitnessstudio Muskeln antrainieren und diese stolz herzeigen. Der vielzitierte Narzissmus oder halt die zunehmnde Besessenheit mit der eigenen äusseren Erscheinung betrifft m.E. beide Geschlechter. Auch heute ringen junge Leute – trotz inflationärer Zirkulation eigener und fremder Bilder – damit, sich einzuordnen und ihre Rolle zu finden. Früher war dies vielleicht einfacher, aber ungerechter.

  • diva sagt:

    genau das denke ich auch schon seit langem: das hirn hat sich bei den frauen, die nur noch mit ihrer figur und kleider beschäftigt sind, längst verabschiedet oder eben verdünnisiert. wir lachen über die angeblich unemanzipierten 50er jahre, doch was heute abgeht, ist noch schlimmer als damals. wenn ich heute von einer 20ig-jährigen höre, dass sie skinny-jeans trägt, um ihrem freund zu gefallen, dann frage ich mich, was denen ihre mütter beigebracht haben? wir kämpften ende 60er anfang 70er jahre für die gleichberechtigung der frau und das ist heute davon überig? echt?

    • Peter Martin sagt:

      Die haben von ihren Müttern gelernt, was Emanzipation für den Nachwuchs bedeutet. Von kleinauf in den Hort geschickt, von Babysittern und den Grosseltern grossgezogen, weil Mama nur gearbeitet hat order irgendwelche Yogakurse besuchte.

    • Katharina I sagt:

      Es ist VÖLLIG normal, dass man dem Freund gefallen will! Die Männer wollen den Frauen ja auch gefallen. Da sind beide Geschlechter gleich. Emanzipation heisst doch nicht, dass wir alle mit kurzen Haaren im Mao-Kostüm herum rennen (müssen). Ich finde es beleidigend, dass eine Frau als doof eingeschätzt wird, nur weil sie auf ihr Äusseres achtet. Und wenn ich die Frauen betrachte, die mir so begegnen, muss ich sagen: So viele magere gibt es nicht. Zu viel Selbstkritik ist allerdings nicht gut. Manchmal sollte man tatsächlich lieber den Freund wechseln, als die Figur, ob mit Diät oder Skalpell.

    • David Stoop sagt:

      @diva: Was hat die Gleichberechtigungsbewegung von damals mit den Lifestyle-Trends der jungen Mädchen von heute zu tun? Weder ist es eine Frage von Rechten (keines dieser jungen Mädchen wird von den Eltern noch von den Jungs dazu gezwungen), noch ist es eine reine Geschlechterfrage, denn bei Jungs kann man ähnliches auch beobachten (da kommen im Moment die sch… Steroide wieder zurück).
      PS: es ist typisch für die 68er heute mit den Argumenten der eigenen Eltern von damals zu kommen aka „die haben den Verstand verloren“ konnte man damals auch oft hören.

  • Dieter Neth sagt:

    Also ich sehe die Sache halb so wild.Dank dem warmen Wetter kann man zur Zeit problemlos eigene Studien in der Analogwelt machen und ich wage zu behaupten, dass es nach wie vor sämtliche Kosntitutionstypen gibt.Die Leute haben keinerlei Hemmungen, sich überaus spärlich bekleidet auf die Strasse zu wagen Selbst hier in der Provinz in Olten.Und durchaus nicht nur die Jungen. Alle gefallen einem nicht unbedingt, aber das muss ja auch nicht so sein.Was dem einen krass übergewichtig scheint ist für andere gerade richtig.Die Einzigen die ständig diesen Trends nachhecheln sind doch die Internetnerds.

  • Markus Schneider sagt:

    „Ob sie mir glaubt, weiss ich nicht.“ Natürlich glaubte Sie Ihnen nicht, schliesslich kann Sie genau das sehen, was Sie im Spiegel sehen. Und nicht das, was wir auf Ihrem jahrealten Foto sehen.

    Dicksein und darüber schwadronieren ist nur auf dem Papier schön. In Wirklichkeit sind Dicke einfach nur abstossend und oft genug ekelerregend. Zumal man ihnen dann auch noch dauernd und bei jeder Gelegenheit beim essen zusehen muss. Und selbstredend nicht beim Salatessen. Ausser es gibt sowas wie Brownie- oder Duplo-Salat.

    • Silvia Aeschbach sagt:

      Ich muss Sie enttäuschen, lieber Herr Schneider. Mein Foto ist neu und dick bin ich auch nicht. Und ihre Sicht auf Dicke finde ich, ehrlich gesagt, ziemlich abstossend. Nichts für unguet.

      • Markus Schneider sagt:

        Sie haben selber geschrieben: „Damit ich meinen Bauchnabel erreichen könnte, müssten meine Arme über Nacht 30 Zentimeter wachsen.“

        Wenn Sie trotzdem angeblich nicht dick sind, dann haben Sie unverfroren gelogen oder einfach eine etwas verzerrte Wahrnehmung bezüglich Dicksein. Dicke finden ja immer, sie seien bloss vollschlank, etwas rund, mollig usw.usw.

      • Silvia Aeschbach sagt:

        Haha, jetzt muss ich wirklich lachen, haben Sie einmal schon etwas von Ironie gehört?

    • Valentina sagt:

      „…. beim Essen zusehen muss“: Ob Sie jemandem – Dicken wie Dünnen – beim Essen zusehen, ist Ihre Wahl. Die Freiheit, sich wegzudrehen, haben Sie. Ausser natürlich, Sie sitzen gefesselt und geknebelt am Esstisch.

    • Anna M sagt:

      Ihre Welt ist schon ein bisschen einfach gestrickt hä? Die Person, die hier ekelerregend ist sind eindeutig Sie.
      Und übrigens gibt es sehr viele Dicke, die Salatessen und keine Brownies oder Duplos. Und sehr viele Dünne, die nie Salat essen und ständig Brownies und Duplos. Machen Sie ihre Augen mal auf!

    • Peter Mächler sagt:

      Herr Schneider, Ihre Sicht von Schönheit scheint mir recht eingeschränkt. Obwohl eine schlanke Figur auch mehr meinem Schönheitsideal entspricht und es ja tatsächlich Menschen (auch Männer!) gibt, die sich völlig gehen lassen (nicht nur körperlich) muss ich sagen, dass es viele schlanke Frauen gibt, die derart keine Ausstrahlung haben, dass ich sie nicht als schön bezeichnen würde. Ebenso gibt es viele rundlichere Frauen, die dank ihrer inneren Schönheit einen Grossteil der krampfhaft schlankgetrimmten, ewigjungen und leider ausstrahlungslosen Models bei weitem in den Schatten stellt.

    • Adrian Wehrli sagt:

      Ach Herr Schneider, Sie sind ein widerlicher Macho! High Five!

  • Peter Weiss sagt:

    Ach, die Dicken geben wieder mal den Normalgewichtigen die Schuld, wenn sie merken, dass sie mit ihrem Körper eben nicht alles machen könnnen. Wie immer: So weit so langweilig.
    Da wird den Normalgewichtigen vorgeworfen sie haben keine „lockere Beziehung“ zu ihrem Körper, und sie seien nicht mit ihren Körper versöhnt. Immer das gleiche passiv-aggresive Verhalten, wenn die anderen schuld sein sollen, dass der eigene Körper nicht alles machen kann.

    • Rolf sagt:

      In Zukunft brauchen sie sich um uns Dicke nicht mehr aufzuregen. Mittels Genforschung ist der geplante Mensch möglich. Alle sind dann athletisch und dünn und Sie können endlich ruhig schlafen und etwas dünnes träumen!

    • Anna M sagt:

      Sie haben den Inhalt des Artikels auch nicht kapiert huh… Braucht man halt ein Gehirn dafür. Hier gehts nicht darum was ‚Dicke‘ sagen…. Sie können sich also ihr ‚Dicken – Bashing – Gelaber‘ sparen….

  • Manuel Zollinger sagt:

    Da in den Medien immer nur von den schlanken Frauen gesprochen wird, dachte ich, ich schreibe mal wie es ist ein Mann zu sein. Wir müssten praktisch täglich im Fitness Studio am gewichte heben sein und Steroide schlucken um dem Männlichen Ideal zu entsprechen. Dagegen reicht es bei euch Frauen sich gesund zu ernähren und Sport zu machen. Ihr Frauen habt zumindest keine Gesundheitlichen Risiken um dem Weiblichen Ideal zu entsprechen. Als Mann sieht das leider ganz anders aus. Willkommen in der Realität 😉

    • Anna M sagt:

      Was für ein Quatsch! Erstens ist das idealbild von Männer, das sie hier darstellen nicht wirklich das ‚Idealbild‘. Zweitens reicht es bei Frauen bei weitem nicht sich gesund zu ernähren und Sport zu machen.
      Und drittens werden Männer, die nicht irgendeinem Idealbild entsprechen, wie auch immer das aussehen möge, viel weniger hart beurteilt und geächtet wie Frauen. Eine Frau, die zu dick ist kann keine Karriere machen, weil alle auch denken, sie sei dumm. Eine Frau, die eigentlich ein gesundes Gewicht hat, wird als zu fett ausgelacht. Eine Frau, die älter ist, gilt nicht mehr als schön….

    • Melanie sagt:

      Es reicht ja auch bei Männern, sich gesund zu ernähren und sich ein Bisschen zu bewegen. Daneben gibt’s Extremformen bei Frau und Mann, die nicht mehr gesund oder ausgewogen sind. Dennoch, Manuel Zollinger, die Reduktion der Frau auf ihr Äusseres hat eine andere (und längere) Geschichte als die rollenspezifischen Anforderungen ans Äussere beider Geschlechter. Wo Sie mit Steroiden kommen könnte ich mit Silikonkissen kontern, während Sie Gewichte heben sitzen viele Damen in Lockenwicklern vor dem Schminkspiegel. Die Rollen einfach umkehren ist – sie erraten es – falsche Gleichmacherei.

  • edith sagt:

    eigentlich sehr schade, dass soviele junge und andere frauen, kein wirklich sinnvolles leben geniessen können ohne sich auf diese narzistische unmöglich wirkende art presentieren zu müssen.. ist es unsere übersatte gesellschaft, die diese dekadenz in manchen hervorbringt oder das nicht mehr selber entscheiden können , stattdessen einem fast schon sektenähnlichen gruppendruck folgend? ist es schwieriger eine normale und empatische lebensführung zu organisieren, als sich der überspitzen masse zu folgen! ??zum glück sehe ich aber auch sehr viele grandiose junge frauen ohne showtime! edith

  • Andreas Breitsamer sagt:

    Die Welt ist heute einfach kompetitiver – nicht nur beim Körper. Die Leute brüsten sich mit ihrer Bildung, ihrem Einkommen, ihrem Auto und tausenden Ferienfotos aus exotischen Ländern.

    Statt sich über einen der Wettbewerbe aufzuregen, sollte man seinen Kindern beibringen, wie man in einer solchen Welt lebt. Und das geht am besten, in dem man mit gutem Beispiel vorangeht und das Wertschätzen übt. Beim Aussehen: statt „Die ist viel zu dünn!“ lieber „Sie ist feingliedrig“. Statt „Die ist viel zu fett!“ lieber „Sie hat schöne Rundungen“. So lernt das Kind, statt Probleme auch das Gute zu sehen.

    • Maier sagt:

      Ach ja klar immer alles schönreden. Nein, wer fett ist, ist fett. Und wer sich krank magert ist zu dünn und krank. Punkt aus, basta. Sie ist nicht feingliedrig, sie ist krank. Und die psychischen Folgen von Fettleibigkeit kann man dann später auch nicht schönreden.

    • Melanie sagt:

      Stimme Ihren Aussagen zur Wettbewerbskultur zu. Manche Experten sehen darin eine zunehmende Durchdringung der privaten Sphäre mit Wettbewerbslogiken aus Beruf und Wirtschaft. Statt überall mitzuhecheln sollte man Bereiche schaffen oder erhalten, in denen keine Vergleiche angestellt werden und jeder sich selbst sein darf. Kids sollen lernen, dass gesetzte Massstäbe nicht der Weisheit letzter Schluss, sondern oft zu einfach sind oder einer lebensfernen Marktlogik gehorchen. Dennoch: Konkurrenz kann auch belebend und lehrreicht sein, Gewinnen eine Freude und ein Ansporn. Der Mix macht’s!

  • Albert Baer sagt:

    Symptome der sinnentleerten westlichen Konsum- und Leistungsgesellschaft.

    • Silvia sagt:

      Das ist genauso!

    • Adrian Wehrli sagt:

      Dieser westlichen Konsum- und Leistungsgesellschaft machen wir den Garaus! Kommen Sie mit nach Syrien? Da haben wir auch keine Probleme mit dicken Mädchen, da gehts dann mehr drumm wie viele Nachwuchskrieger Sie gebähren kann, bis der Alte auf dem Selfie mit Kalaschnikow von der Reaper zum Reaper befördert wird. Ja, diese pöse, pöse, softie-selfie-skinny Welt!

  • Alex Zatelli sagt:

    Mir ist schon aufgefallen, wie weibliche Skinnies regelmässig auf Instagram Bilder von einer fettigen Pizza oder einem Riesenteller Pasta ablichten, den sie (angeblich?) gerade essen. Oder ich kenne Skinnies, die erstaunlich dreinschlagen, wenn andere zuschauen (obwohl ich argwöhne, dass die knochige Dünnheit mit enormer Selbstkasteiung erkauft weerdne muss, wenn niemand zuschaut). Vermutilich macht es ihnen sadistischen Freude, andern – natürlich andern Frauen – zu zeigen, was „natürliches Schlanksein“ ist. Ein Form von Stutenbissigkeit und perverse Zusatzbelohnung für die Entbehrenungen.

    • Kathy sagt:

      Das ist nun ein bisschen böse. Meine Schwester könnte all diese Dinge (Münzen aufreihen, Bauchnabel berühren, Gap ist eindrucksvoll), fotographiert sich so aber nicht. Sie isst normal, teilweise sogar viel und nimmt kein Gramm zu. Ich hingegen muss kämpfen, gebe mir grosse Mühe und bin trotzdem zu dick. Die Gene (sie = Mutter; ich = Vater) haben oft einen grossen Einfluss und nur weil jemand skinny aussieht, muss er nicht eine Essstörung haben.

  • marie sagt:

    solange nutzen- und gewinnmaximierung selbst bis weit unter die bettlaken vorherrscht, wird man selbst beim wildesten sex darauf achten, dass die münzsammlung-challenge auf dem schlüsselbein und das rohe, aufgetürmte gemüse (anderes kommt aufgrund der kalorien nicht in frage) auf dem venushügel platziert bleibt, um es als ultimatives selfie auf twitter zu posten. ganz spontan: wie gelangweilt muss ein leben mit dem eigenen körper sein, um auf solche ideen zu kommen? soll selfie-posen posten wer will… ich drücke die dauman, dass man nebenbei irgendetwas anderes findet, das leben ermöglicht.;)

  • Barbara Meier sagt:

    Danke für diesen Artikel!

  • Hanni sagt:

    Also ich finde a) wenn man umbedingt den Arm um den Bauch wirbeln und davon ein Foto machen will, hat man ein Recht dazu. b) Diese permanente „alarmierende“ Darstellungen wie „dämlich“ die heutigen Mädchen sind nerven. Wenn man lange im Internet sucht, lassen sich Millionen von unterschiedlichen Themen finden. Es liegt an Ihnen für was Sie sich schlussendlich interessieren!!! Ich sehe einfach kein Problem ausser, dass man die anderen Menschen mit ihren teilweise lustigen teilweise halt einfach blöden Ideen leben lassen soll.

  • Markus B. sagt:

    „Die feministische Psychoanalytikerin Susie Orbach spricht in der «Süddeutschen Zeitung» vom «Körperterror».“
    Wenn man schon so Exzesse geisselt, dann sollte man besser nicht Extrempositionen (Feminismus) gebrauchen, um andere Extreme (Schlankheitswahn) zu kritisieren. Auch wenns gut für die Quoten und Klicks ist.

  • Christina sagt:

    Eine einfache Methode Frauen dauernd mit sich selber beschäftigt ergo klein zu halten. Früher waren es z. Bsp. Korsette und eingebundene Füsse (China), heute die Selbstoptimierung an der non-stop gearbeitet werden muss. In der Zwischenzeit geht die Welt den Bach runter. But who cares…. Hauptsache ich bin schön schlank dabei!

    • Adrian Wehrli sagt:

      … und Schuld sind die Mäner! Hahahaha … DIE MÄNNER als homogene Monstermasse, Fleischfressende Frauenerniedriger. Amen.

      • Christina sagt:

        @ Wehrli, ich habe nirgends geschrieben das „DIE MÄNNER“ an irgendetwas Schuld sein sollen. Diesen Schuh haben Sie sich ganz alleine angezogen.
        Aber wie wäre es mit der GESELLSCHAFT? Da gehören Männer meines Wissens auch dazu. Das Frauen oft zu dämlich sind und den ganzen Zirkus auch noch mitmachen ist leider auch eine Tatsache.

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