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Wann die AHV-Rente um 10 Prozent und wann sie um 70 Franken erhöht wird

claude chatelain am Montag den 5. September 2016
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Der Ständerat will die AHV-Rente um 70 Franken erhöhen.

Heute wollen wir uns mit der ersten Säule beschäftigen, ist doch die AHV momentan auf mehreren Ebenen ein Thema. Da ist die Volksinitiative AHV-Plus, über die wir am 25. September abstimmen. Und da ist die Altersvorsorge 2020, die derzeit von der nationalrätlichen Sozialkommission beraten wird.

Aus diesem Reformpaket greife ich  einen  Punkt heraus: Die vom Ständerat vorgeschlagene Erhöhung der AHV-Rente um 70 Franken.  Diese  keineswegs beschlossene 70-fränkige Aufstockung wird häufig  mit der 10-prozentigen  Erhöhung  von AHV-plus durcheinander gebracht.

AHV-plus tritt in Kraft, sofern wir am 25. September Ja sagen. Sollte das der Fall sein, müsste das ehrgeizige Reformpaket 2020 von Grund auf neu geschnürt werden.

Die Erhöhung der Rente um 70 Franken ist  bloss ein Vorschlag des Ständerats. Noch muss der Nationalrat darüber befinden.  Wie weit die grosse Kammer an diesem Vorschlag Gefallen findet, hängt sicher auch vom Abstimmungsresultat der AHV-plus-Initiative ab. Wird sie haushoch abgelehnt, können wir die 70 Franken vergessen.

Noch ein wichtiger Unterschied: Von der 10-prozentigen Erhöhung laut AHV-plus würden alle Rentnerinnen und Rentner profitieren, auch die heutigen. Hingegen die im Raum stehenden 70 Franken erhielten nur künftige Rentner. Hier stellt sich  die Frage, wann das Reformpaket in Kraft träte.

Für mich, Jahrgang 1953, könnte es zeitlich eng werden, um von den 70 Franken zu profitieren, zumal sie  noch gar nicht beschlossen sind. Die Reform müsste bereits 2018 in Kraft treten. Das wäre sportlich. Gewinnt jedoch die AHV-plus-Initiative am 25. September eine Mehrheit, so könnte ich so oder so profitieren.

Die Bürgerlichen sind gegen die Initiative; die Linken sind dafür. Doch vielleicht hat die NZZ Recht. Sie sagte, das Schweizer Volk stimme bei AHV-Vorlagen weder links noch rechts ab, sondern hinten rechts mit dem Portemonnaie.

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4 Kommentare zu “Wann die AHV-Rente um 10 Prozent und wann sie um 70 Franken erhöht wird”

  1. Lisa Bachofen sagt:

    Für Sie ist vermutlich gesorgt, nicht aber für diejenigen, denen im Alter Teilzeit diktiert wird, oder die krankheitsbedingt längerfristige Ausfälle haben,oder die wegen einem behinderten Kind oder pflegebedürftigen Eltern auf Teilzeit umstellen müssen… das sind fast immer Frauen. 73,6% der Unterbeschäftigten sind Frauen! Man lässt sie nicht mehr arbeiten! Ihnen aber fehlt die 2. Säule, weil sie etliche Jahre wegen den Kindern zu Hause waren. Viele von ihnen sind Alleinerziehende und Pflegende oder Angehörige von psychisch Kranken. Sie arbeiten oft 150%, um im Alter dafür von den Pensionskassen bestraft zu werden. Eine bessere AHV würde ihnen den Gang zum Sozialamt im Alter erspraren!

  2. karl schmid sagt:

    @ Bachofen, mit dem 1. Pkt. haben Sie recht. Ich habe die Erhöhung wie viele nicht nötig. Darum finde ich die Initiative einen teuren Unsinn. Nur weil’s von den Gewerkschaften kommt ist das noch lange nicht gewähr, dass es den von Ihnen aufgeführten Rentner etwas bringt. Aber Rentner müssen nicht aufs Sozialamt sie haben Anspruch auf Ergänzungsleistungen, steuerfrei und kein Almosen!
    Wenn diese Ansätze heute zu tief sind ist es wesentlich billiger diese Ansätze zu erhöhen und die Bezugsgrenzen entsprechend anzupassen. Statt mit 4 Mia wie mit der Initiative könnte man schätzungsweise mit der Hälfte die Ergänzungsleistungen um 50% erhöhen! Wegen zu wenig Zahler braucht’s ja sonst noch…

  3. Geissbühler Heinrich, Berner Oberland. sagt:

    Herr Karl Schmid. Ihre Denkweise ist lückenhaft: Haben Sie an die letzte Unternehmersteuerreform gedacht, wo X Milliarden verschenkt wurden. Weiter die Reform 3: Wo wieder 1,5 Milliarden verschenkt werden durch das neue Parlament. Den Bauern hat man auch wieder 500 Millionen aufgestockt, das ist für mich auch recht, wenn es die Rechten erhalten, die Bergbauern, unsere Landschaftspfleger. Die AHV muss gesichert werden, Die Finanzierung ist gesichert. Alles andere ist Schwarzmalerei. Kein Parlamentarier verzichtet auf die AHV zu gebener Zeit. Hätten Sie den Mut, Ergänzungsleistungen zu beantragen? Ich habe JA gestimmt.

    • karl schmid sagt:

      @Geissbühler, es geht um die AHV nicht um Unternehmenssteuern und Subventionen. Das nötige Geld für die AHV-Erhöhung soll ja auch durch Erhöhung der AHV-Beiträge und der Mehrwertsteuer aufgebracht werden.
      Nur die Mehrwertsteuer ist alles andere als sozial und bei der Erhöhung der AHV-Prämien steigen die Lohnkosten der Firmen. Aber da kann man dann wieder über die bösen Arbeitgeber jammern, die Leute entlassen und sich ins Ausland verschieben.
      Für Ergänzungsleistungen braucht es keinen Mut, keinen Bittgang, eine genehmigte Steuererklärung reicht!
      Die AHV-Finanzierung ist nicht gesichert, bis 2030 sinkt das Verhältnis Rentner zu Rentenzahler von 1: 6.5 auf 1: 3.5 , dann fehlen 9 Mia/J!