Wie belieben?

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Es gab einmal ein Theaterstück, meine Damen und Herren, mit dem Titel «Shoppen & Ficken» (original: «Shopping & Fucking»). Das heisst, das Stück gibt es selbstverständlich immer noch, es wird bloss nicht mehr oft aufgeführt; nicht etwa, weil es nicht viel taugte (das war bisher im sogenannten modernen Regie-Theater selten ein Grund, von einer Aufführung abzusehen), sondern weil es aus einer Ära stammt, nämlich den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts, die den meisten Leuten heute endlos lang her und völlig obsolet vorkommt: man sprach über Ecstasy und Meg Ryan war ein Star. Können Sie sich noch erinnern? Nun aber findet sich das Leitmotiv aus Shopping & Fucking (der Titel ist ja ziemlich selbsterklärend) in der Variante Cum & Shopping ausgerechnet auf der Migrol-Karte wieder. Wenngleich wir vermuten, dass dies nicht intendiert war, sondern einfach einer stets unglücklichen Mischung zu verdanken ist, nämlich jener aus PR-Neologismen («Cumulus» als Titel für ein Kundenbindungsprogramm) und dem spezifischen Code der Neuen Mittelklasse, die nur noch von «Wellness» und «Shopping» redet. Und dann kommt schliesslich sowas dabei raus. Thanks for adding that to my day. Ich schliesse heute mit Robert Hughes: The human extension of the glut of images is celebrity which replaces the Renaissance idea of fame.

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17 Kommentare zu «Wie belieben?»

  • Testsucher sagt:

    Wenn ich mir die peinlichsten Marketing-Pannen von MSN anschaue, dann wähnt sich Migrol in guter Gesellschaft. Siehe http://money.de.msn.com/aktien/bilder?cp-documentid=251349018#image=1

  • Christian Portmann sagt:

    Vielleicht versucht der orange Riese jetzt gar, in angelsächsische Marktnischen einzudringen (honi soit qui mal y pense)?

    • ladylike sagt:

      Migros in UK? never, hat bereits in Österreich nicht geklappt. honni soit qui…war auch mein erster Gedanke, nicht wegen Migros sondern wegen der Bedeutung des abgekürzten Wortes Cumulus. Dieser Begriff ist schon sehr Migros, wer denkt an erster Stelle an den meteorologischen Begriff? Kenne nur summa c u m laude, kann man nicht auf Migros beziehen meine ich.
      Versteht jemand den letzten von Herrn Tingler englisch zitierten Satz, mein intermed. level English reicht da nicht aus: Die menschliche Ausdehnung der Bilderschwemme ist Zelebrität welche den Renaissance-Gedanken des Ruhms ersetzt.?

  • daniel g. sagt:

    Auch der unschuldige Name Heiniger kann gefährlich sein, wenn man so heisst und auf dem Highway von einem schwarzen Polizisten bei der Kontrolle nach dem Namen gefragt wird und im breiten berndeutsch antwortet: Heiniger. Da wird der Polizist aber ganz böse! (Laut sprechen, damit die Pointe sitzt,)
    Selbst wenn es Cumulus and Shopping heissen würde begreife ich den Sinn des Slogans nicht. So ist es eine Pointe die nicht jeder versteht. Etwa wenn ich sage, dass der Primarlehrer meiner Schwester Horni hiess. Keine Pointe, sondern nur ein normaler Geschlechtsname, nicht wahr.

  • Rudolf Brockhaus sagt:

    Die „Combox“ ist für Anglos auch nicht schlecht: Com klingt wie Cum (Ejakulat) und Box ist ein geläufiger Ausdruck für Vagina.

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