Küssen verboten?

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Unsere hypernervöse Mediengesellschaft macht immer mehr Gewese um Probleme, die sich früher einfach durch Nichtbeachtung von selbst gelöst hatten, zum Beispiel der Klimawandel oder die nächstmögliche Ehe von Kim Kardashian. Dann kommen noch nervösere Politiker und neo-autoritäre Regulierungsverfechter und fordern irgendwelche Verbote. Das kann so nicht weitergehen! Deshalb folgt hier nun, meine Damen und Herren, eine Liste von Verboten, die Sie im Kampf für unser aller Freiheit unbedingt missachten sollten:

  1. Konsumverbote

    Die Leute, die uns vorschreiben wollen, dass wir alle auf einmal nur noch Hybridwagen und Energiesparbirnen kaufen sollen, übersehen dabei, dass es sich dabei um zwei der hässlichsten Produkte der Welt handelt.

  2. Essverbote

    Statt sich von Herrn Atkins das Leben vermiesen zu lassen, sollten Sie lieber auf den legendären Entertainer Merv Griffin hören, der vor ein paar Jahren bei Larry King auf die Frage, was ihn mit über 80 Jahren noch so blendend aussehen lasse, erwiderte: «Ich rauche. Ich trinke. Und vor allem halte ich keine Diät. All meine Diät-Doktoren sind tot.» (Merv Griffin ist inzwischen selbst tot; aber dies ändert ja nichts an der Unsterblichkeit seines Ausspruchs.)

  3. Sprechverbote

    Nennen Sie das Kind beim Namen. Seien Sie nicht ängstlich wie eine Lesbe vor dem Make-up-Stand: Lassen Sie sich keinen guten Vergleich durch die Hysterie der politischen Korrektheit vermasseln!

  4. Phantasieverbote

    Damit meine ich nicht, dass Sie mit Malen nach Zahlen oder dem Verfassen von Romanen Ihre kreative Seite entdecken sollen. Bitte nicht. Sondern ich wollte daran erinnern, dass im gesellschaftlichen Umgang die Wahrheit bestenfalls zweitrangig rangiert. Seien Sie lieber geistreich als aufrichtig. Danke.

  5. Exzessverbote

    Dazu ein Zitat der ununterdrückbaren Nigella Lawson: «Everything in moderation. Including moderation.»

Im Bild oben: Zwei Frauen lassen sich das Küssen nicht verbieten. (Foto: Alexander Kalashnikoff)