Der Stau

Was können wir tun?

Wer an Ostern mit dem Auto verreist, braucht Geduld – und ein paar gute Ideen. (Foto: iStock)

Sehen wir, wie wir dies in dieser Kolumne regelmässig tun, den Tatsachen ins Auge: Zu Ostern stehen die meisten Menschen, christlich oder nicht, im Stau. Im Auto. Wo Sie, meine Damen und Herren, vielleicht gerade diese Liste studieren. Der Stau, also. Auf begrenztem Raume, nämlich im Auto, sind einige Leute eingeschlossen, die die Schwächen der anderen kennen. Nicht umsonst ist dies das Szenario vieler Katastrophenfilme. Das schreit nach vorsorglicher Deeskalation. Sie brauchen was zu tun. Was Sinnvolles. Im Stau. Hier sind fünf Vorschläge:

  1. Reden Sie Ihrem Teenie-Kind aus, Influencer werden zu wollen:
    Nutzen Sie die mangelnde Fluchtmöglichkeit Ihres Nachwuchses, um demselben die Gefahren einer Influencer-Laufbahn deutlich an die Wand bzw. an die Windschutzscheibe zu malen: Youtuber-Burn-out, Bleisure-Balance, Food-Blogger-Paranoia und Filtersucht. Es gibt so viele andere schöne Berufe, zum Beispiel Astronaut oder Polizistin.

  2. Erfinden Sie ein Spiel:
    Ganz altmodisch und analog, ohne Materialaufwand. Zum Beispiel: «Schlimmer als». Das geht so: Einer nennt ein Phänomen, das schlimm ist. Der Nächste muss dann versuchen, das noch zu steigern.
    Beispiele:
    - Schlimm: Wohnwand. Noch schlimmer: Wohnwand mit Fernsehernische.
    - Schlimm: Liedermacher. Noch schlimmer: Kinderliedermacher.
    Wer das letzte Wort hat, hat gewonnen. Wie immer. Oder meistens.

  3. Überlegen Sie sich neue Geschäftsideen:
    Zum Beispiel: Economy Minus.

  4. Statt des klassischen Kennzeichenratens:
    Raten Sie das Gewicht der Personen in den anderen Autos. Wer gewinnt? Seien Sie kreativ. Ich kann hier nur Anregungen geben.

  5. Achtung! Zum Schluss eine Warnung:
    Sorgen Sie für ausreichend Proviant. Sie wissen, wie grantig Sie werden, wenn Sie hungrig sind. Und dann fangen Sie bloss nicht an, mögliche Stau-Umfahrungen zu debattieren. Das wirkt weder deeskalierend noch stimmungsfördernd. Beginnen Sie keine Diskussionen über das Einschlagen von vermeintlichen Schleichwegen in Gegenden, in denen Sie sich nicht auskennen. Manche Leute sind nie wieder aufgetaucht. Falls man Ihnen als Kartenleser bzw. Bedienerin des Navigationssystems die Verantwortung für den momentanen Stillstand zuzuweisen sucht, weisen Sie darauf hin, dass sich der Nordpol verschiebt. Bekanntlich. Das hat Auswirkungen auf die Navigation. Bekanntlich. Good luck. And Godspeed.

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