Lesen ist Training

5 Bücher für den Sommer.

Lesen ja, aber was? Viele nutzen die Ferien- oder Badizeit, um mal wieder ein gutes Buch zu lesen.  (Foto: Getty Images)

Bücher für den Sommer müssen nicht leichte Kost sein, meine Damen und Herren. Sondern einfach nur gut. Hier sind fünf Empfehlungen: 

  1. James Baldwin: «Von dieser Welt»

    Baldwins Romandebüt von 1953 ist von grosser dichterischer Kraft und sein Thema der Selbstbestimmung die dringlichste Botschaft der Freiheit. Die deutsche Neuübersetzung ist eine der wichtigsten Erscheinungen dieses Jahres.

  2. Monika Maron: «Munin oder Chaos im Kopf»

    Pointiert und temporeich ist dieser kontroverse Roman von Monika Maron, ein Bild der Stimmung unserer Zeit und ein Lehrstück über den Verfall von Gesellschaft. Sowie die Frage, ob man der lernenden Vernunft des Menschen vertrauen könne.

  3. Khalid Khalifa: «Der Tod ist ein mühseliges Geschäft»

    Jener unsentimentale, poetische, bisweilen auch makabre Ton, in dem der syrische Autor drei Geschwister im Kleinbus durch das zerstörte, apokalyptische, vom Tode beherrschte Land Syrien schickt, um ihren toten Vater (auf dem Rücksitz) wunschgemäss beerdigen zu können, macht diese Parabel auf menschliche Duldsamkeit zum Meisterwerk.

  4. Eric Vuillard: «Die Tagesordnung»

    Eine eigene rhapsodische Erzähltechnik hat der französische Schriftsteller Eric Vuillard für die Bearbeitung historischer Stoffe entwickelt: Episoden, in denen sich das Geschehen verdichtet, werden in quasi filmischer Weise gegeneinandergeschnitten – und damit grundlegende Fragen aufgeworfen nach dem Verhältnis von Geschichte und Fiktion. In dieser Weise beleuchtet Vuillard die Etablierung des Nationalsozialismus in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg: das Präludium einer Menschheitskatastrophe.

  5. Lucy Fricke: «Töchter»

    Fällt in die Kategorie «road novel». Es geht um Eltern und Kinder, Freundschaft und Freiheit, Kaputtsein und Selbstbehauptung, und darum, wie verloren man sich mit Mitte Vierzig vorkommen kann, wenn man inmitten Grünkohlchips knabbernder Veganer mit einer Zigarette vor dem Schnitzel sitzt. Der Ton ist mal lakonisch, mal sentimental, nicht immer literarisch, aber immer echt. Dazu gibts was, was man in der deutschsprachigen Literatur selten findet: Selbstironie.

4 Kommentare zu «Lesen ist Training»

  • Büchli Yvonne sagt:

    Ich lese sehr viel, meistens Abend im Bett ! Aber ich komme wirklich nicht dazu Romane zu lesen. Da ist mir viel wichtiger Fachbücher über die heutige Zeit zu lesen, sei es Politik, Wissenschaft, Oekologie, Biodiversität, usw. Keine Zeit für Romane und auch nicht für Betty Bossi ! Aber jedem und jeder das seinige.

  • Kristina sagt:

    Workaholic. Ungesund. Aber mag ich.

  • Vincent Dilser sagt:

    @ Büchli Yvonne Manchmal ist es doch ganz toll mal den Kopf abzuschalten von dieser kranken Welt. Und da ist doch so ein Roman ganz gut. Ob das mit den hier genannten so gut klappt sei mal so dahingestellt oO.

  • R. Krall sagt:

    ich habe auch gerade ein sehr interesantes Buch in der “ mache“ kann ich nur empfehlen wenn ma über unsere grausame Geschichte zurück blicken das Buch heißt: der Junge mit dem gestreiften Pyjama: Ich bin tief betroffen

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