Schuppen und Schildkröten

Trump tätschelt Macron, und ein Flusstier atmet durch seine Genitalien: Was wir im Monat April gelernt haben.

Das sieht aus wie eine Nase, aber wir wissen es besser. Foto: Chris Van Wyk (Zoological Society of London)

Es ist Frühling, meine Damen und Herren, und zwar volle Kanne. Die Poeten stimmen ihre Leier, und Donald Trump wedelt Emmanuel Macron die Schuppen von der Schulter. Manche Leute fühlen sich nicht so recht behaglich in dieser seltsamen Übergangszeit, in der so vieles gewollt und so wenig erreicht wird. Anderes freilich wird durchs Wollen schon erreicht: Der König von Swasiland, letzter absoluter Monarch in Afrika, will sein Land in «eSwatini» umbenennen. Einer der Gründe für die Entscheidung sei, dass das Land zu oft mit der Schweiz verwechselt werde. So wie Larry David mit Richard Sennett. Und auch sonst ereilten uns einige Neuigkeiten im abgelaufenen Monat:

  1. Mark Zuckerberg sass bei seiner fünfstündigen Anhörung durch den US-Senat auf einem Kissen.

  2. Das iOS-11.3-Update von Apple macht das iPhone 8 unbenutzbar, wenn zuvor dessen Touchscreen repariert wurde. Sofern jene Reparatur nicht von Apple vorgenommen wurde.

  3. M29 ist wieder aufgetaucht. So heisst der Braunbär, der seit ein paar Jahren in der Schweiz unterwegs ist. Er gilt als unauffälliges, ruhiges und scheues Tier. So hätte er sich eigentlich einen besseren Namen verdient, finden Sie nicht?

  4. Bei Aldi können die Leute jetzt Reitstunden zum Discountpreis kaufen. Allerdings nur in England. Und zwar bei den prestigeträchtigen Reitschulen Summerhouse Equestrian in Gloucestershire und Parbold Equestrian in Lancashire. Wenn jetzt noch Tennis- und Skiunterricht dazukommt, wäre der Aldi Upper Class Triathlon (AUCT) perfekt.

  5. Die Mary River Turtle ist vom Aussterben bedroht. Bei dieser rund 40 Zentimeter langen Schildkröte handelt es sich um eines der bemerkenswertesten Geschöpfe der Welt: Sie sieht aus wie ein grünhaariges Muppet und atmet durch ihre Genitalien. Die Mary River Turtle lebt, wie ihr Name andeutet, ausschliesslich im Mary-River-Flusssystem im australischen Queensland.

4 Kommentare zu «Schuppen und Schildkröten»

  • H. Leuthardt sagt:

    Lieber Herr Tingler
    spannend ist Ihre Zusammenstellung, besonders auch der Hinweis auf die Mary-River-Turtle. Der Aufhänger zu ihr ist auch bestechend: „und ein Flusstier atmet durch seine Genitalien“. Nur ist Ihnen ein „kleiner“, aber doch fataler Fehler unterlaufen, denn diese Schildkröte benutzt den Anus, resp. den Darmausgangsbereich, und nicht die Genitalien, was aber nicht minder spektakulär ist. Stark ausgebildete Schleimhäute stellen dort die Sauerstoffaufnahme sicher, so dass sie dank ihrer bimodalen Atmung (After und Lunge) bis zu 3 Tage unter Wasser leben kann, wie z.B. in Wikipedia nachgelesen werden kann.

    • Henry sagt:

      Nun, wie dem auch sei. So die Schildkröte durch
      ein Ausscheidungsorgan atmet, ist es doch viel befremdlicher, dass die vermeintliche Krone der Schöpfung sich mittels ihrer Ausscheidungsorgane reproduzieren muss…….

  • Kristina sagt:

    Ja, und wie heisst denn nun dieser Koenig? Und wo sind die Schwarzbären?

  • John Kipkoech sagt:

    Es gibt immer wichtiges, unwichtiges, banales, blödes, erlogenes und umwerfendes etc. Welche Meldung zu welcher Kategorie gehört, ist eine Frage der persönlichen Einstufung, der Prioritäten-Festlegung. Ja, es ist Frühling und eine Meldung sticht echt hervor – wenn es gelänge dass die beiden Koreas den Kriegszustand tatsächlich beenden und eine Wiedervereinigung denkbar würde – dann wäre doch tatsächlich auch Mal was wichtiges und positives passiert.

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