Maschinen an der Stange

Was wir im Januar gelernt haben.


Sexy Digitalisierung? Roboter präsentieren Strip-Show in Las Vegas. (Video: Youtube/RT)

Erinnern Sie sich noch an Weihnachten, meine Damen und Herren? Das ist erst einen guten Monat her und erscheint doch schon versunken hinter den Rand der Zeit. Während andererseits der Winter gerade zu einem guten Drittel rum ist, auch wenn findige Geschäftsleute versuchen, uns das Gegenteil zu suggerieren. Und sonst? Scheint das fast neue Jahr noch einigermassen unbefleckt vor uns zu liegen. Es verspricht, mit einigen Jubiläen aufzuwarten: 10 Jahre Lehman Brothers, 30 Jahre «Straight Outta Compton», 200 Jahre Karl Marx, 85 Jahre Karl Lagerfeld (auch wenn man manchmal denkt, es sei andersrum). Und 85 Jahre Joan Collins, 75 Jahre LSD, 400 Jahre Prager Fenstersturz. Sowie ein halbes Jahrhundert «1968». Das lassen wir alles ganz ruhig auf uns zukommen. Indessen machen wir das, was wir immer machen, nämlich: die Augen auf. Und lernen. Hier sind fünf Sachen, die wir im ersten Monat des neuen Jahres gelernt haben:

  1. Erste Neuigkeit aus der Luftfahrt: In den neuen British-Airways-Maschinen für die Kurzstrecke (von unter vier Stunden) können die Sitzlehnen in der Economy Class nicht mehr verstellt werden.

  2. Zweite Neuigkeit aus der Luftfahrt: Der A380 ist gerettet. Beinahe wäre das Riesenflugzeug eingestellt worden; ein Grossauftrag der Fluggesellschaft Emirates hat dies verhindert. Und dann erschien ein weiterer potenzieller Käufer: British Airways. Übrigens wurde der erste A380 bereits letztes Jahr wieder ausgemustert. Nach 10 Jahren im Dienste von Singapore Airlines. Bis auf weiteres steht die Maschine in Frankreich. Mit ausgebauten Triebwerken; ein Hinweis darauf, dass ein neuer Käufer nicht in Sicht ist. Man bemüht sich nun auch verstärkt, Interessenten zu finden, die einen A380 als Privat- oder Präsidentenjet nutzen könnten. Ich wüsste da schon jemanden.

  3. In Las Vegas tanzen jetzt Roboter an der Stange. Hashtag: MeNeither

  4. In Nordkorea ist es nach wie vor strafbar, auf Fotos von Kim-Statuen den Kopf und/oder die Füsse abzuschneiden. Das war schon immer so. Neu ist: die olympische Annäherung zwischen den Koreas. Manchmal taugt die olympische Idee doch noch was. Wer hätte das gedacht?

  5. Der Papst ist doch nicht so fortschrittlich. Wer hätte das gedacht?

 

4 Kommentare zu «Maschinen an der Stange»

  • Jacques sagt:

    5) Päpste waren früher viel fortschrittlicher. Sie lebten gar polygam, und zeugten auch Nachkommen. Vielleicht auch Fans von Jean-Jaques Rousseau: Zurück zur Natur.

  • Rolf Rothacher sagt:

    Gelernt haben wir bei Nordkorea nichts: Jedesmal, wenn Sanktionen/eigenes Versagen (Hungersnöte) die Machthaber in Bedrängnis bringen, strecken sie ihre Ärmchen nach Süden aus, auf dass der Mangel behoben wird. Kurz darauf zündet die nächste Bombe, startet eine Rakete. Hat mit Olympia nichts zu tun.
    Wir in Europa vergessen gerne, dass der Pabst bei uns rund 200 Mio. Gläubigen „betreut“, weltweit jedoch mehr als 1 Milliarde der katholischen Kirche angehören. Der Pabst „regiert“ vor allem für Afrika/Südamerika, wo Moral einen höheren Stellenwert hat, Ethik einen geringeren.
    Der A380 war immer schon eine (wirtschaftliche) Totgeburt (zu lange Einstiegs-/Ausstiegszeiten). Die Frage: was wollen die Golfstaaten von Europa? Insbesondere von Macron? Ich bin vor allem darauf gespannt!

  • Meinrad Thomas Angehrn sagt:

    Zu 5: Nun denn, mit dieser verknöcherten Verwaltung, der römischen Kurie, möchte ich auch nicht zusammenarbeiten müssen – wenn ich mir dieses Urteil erlauben darf. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, weshalb Benedikt XVI. zurückgetreten ist. Aber bezeugter Fakt ist, dass Papst Franziskus mit seinen Äusserungen (seien sie mündlich, schriftlich oder gar enzyklisch) die Gläubigen auf erstaunliche Weise zu verwirren vermag. Der Papst wäre zwar der absolute Chef, aber er sollte sich auch pontifikal-maximal zurückhalten und mit eisern-gütiger Hand regieren. Ratzinger war hingegen ein begnadeter Rhetoriker, was selbstredend nicht heisst, dass er den Kniff der eingestreuselten unbegründeten Behauptungen in der rhetorischen Schwemme nicht kannte. 🙂

  • Olaf sagt:

    Die Roboter-Piepshow gabs schon bei Futurama ! Einfach zu geil, wie unsere Spezies am Verblöden ist…

Kommentar

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