Keine Kleider für Melania

Über Konsumenten- und Produzentensouveränität
Blog Mag

Melania Trump dürfte es nicht schwerfallen, jemanden zu finden, der ihr ein Kleid näht. Montage: Nathalie Blaser

Eine der vielen herrlichen Sachen an der Marktwirtschaft, meine Damen und Herren, die wir in dieser Kolumne regelmässig würdigen, ist diese Sache namens Konsumentensouveränität. Zum Beispiel: Wir kaufen keine New-Balance-Turnschuhe mehr (und verbrennen sogar internetwirksam unsere alten), weil New Balance mutmasslich Trump unterstützt (wenn auch bei genauerem Hinsehen nur dessen mutmassliche Handelspolitik).

Die Kehrseite dieser Medaille zeigt sich naturgemäss weitaus seltener und heisst: Produzentensouveränität. Zum Beispiel: Die Modeschöpferin Sophie Théallet, die gelegentlich für die Garderobe von Michelle Obama verantwortlich gezeichnet hatte, erklärte jüngst, sie würde keinesfalls Melania Trump einkleiden. Théallet rief auch andere Modeschöpfer dazu auf, Melania Trump zu boykottieren.

Natürlich kann niemand die souveräne Konsumentin am Einkaufen hindern: Bisher trug Melania Trump im Wahlkampf unter anderem Ralph Lauren, Gucci, Fendi, Dolce & Gabbana und Michael Kors; alles – mutmasslich – selbst gekauft.

Und ebenso kann niemand den souveränen Produzenten am Liefern hindern: Es wird gemeldet, dass Reebok auf via Twitter gepostete Videos von brennenden New-Balance-Schuhen reagiert hat – in Form des Angebots eines kostenlosen Ersatzpaares.

Das ist die Freiheit des Marktes. Schützen wir sie!

20 Kommentare zu «Keine Kleider für Melania»

  • Jacques sagt:

    Nur keine Angst. Wir werden Melania bestens einkleiden. So dass sie nicht wie dieser Kaiser bei Andersen… – ok, sicher auch attraktiv so. Aber doch eher im Crazy-Horse. Also, meine lieben phantasievollen (Pflege)Töchter aus Paris, werden gerne mithelfen. Was hatten die nicht schon u.a. für ‚verrückte‘ Kleider (selbst) produziert – am Lycée Auguste Renoir in Paris. Melania – keine Angst – da muss man/frau eben durch – so als First Lady und „Avant-Garde“. Erwähne nur noch dabei, es gibt auch diese Katakomben im alten Paris. Ohne Kopflicht (wie in Kohlegruben) – rien ne va plus … Donald wird es freuen – mehr Licht!

  • Pedro Riengger sagt:

    Ach wie niedlich, wie Sophie Théallet, ohne überhaupt angefragt worden zu sein, der Welt populistisch erklärt, dass sie nicht für Melania Trump arbeiten will. Es ist schon lustig, wie sich die «guten Wahlverlierer» benehmen. – In Österreich steht interessanterweise keiner der unterlegenen 46% bösen Rechtspopulisten mit einem Schild «Not my President» auf der Strasse oder belagert Tag und Nacht das Wohnhaus von Van der Bellen …

  • Abel sagt:

    Herrlich: Ich kaufe nichts, das in sialmsichen LAendern hergestellt wurde. Freiheit des Konsumenten eben.
    Ueberigens habe ich auch das TA Abo abbestellt, wegen der unehrlichen und linksextremen Berichterstattung. Freiheit des Konsumenten. Herrlich!

  • Jens Egger sagt:

    Modeschöpferin Sophie Théallet, welche die Garderobe von Michelle Obama ab+zu zeichnete, erklärte also Zitat; „sie würde keinesfalls Melania Trump einkleiden.“ Théallet rief auch andere Modeschöpfer zudem dazu auf, Melania Trump zu boykottieren. (!)
    Soso, noch eine Dame (wie die Clinton) welche Boykott-Boykott! aufruft. Diese Damen haben allesamt ein schlechtes Demokratieverständis und können Niederlagen nicht verkraften geschweige akzeptieren. Stattdessen geifern und keifen sie jetzt öffentlich.
    Mit ein Grund, dass die Clinton eben n i c h t gewählt wurde: Rechtshaberisch, extrem streberisch und meinen die eigene Meinungen unbedingt anderen aufoktroyieren zu müssen..
    Souveräne, ehrliche Frauenpower, welche auch wir Männer unterstützen, sieht eben anders aus!

  • Karl Müller sagt:

    „Souveräne, ehrliche Frauenpower, welche auch wir Männer unterstützen, sieht eben anders aus!“

    Und wie sieht denn diese so souveräne ehrliche Frau mit Power aus die wir Männer unterstützen??? Vordergründig natürlich die Frau Ihrer Träume, also bestimmt nicht meiner. Damit sei geklärt hat sich die „wir-Gefühl“ Diskussion im Keime erstickt. Ihre souverän ehrliche Frau mit Power würde mich dennoch interessieren.

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