Segen der Technik

Wünschenswertes für die schöne neue Welt.
Roger Federer ruft an - für TA-Blog

Federer ruft an! Das macht was her (siehe Punkt 3) – auch wenns ein Fake ist. Foto: Doris Fanconi

Die Internationale Funkausstellung in Berlin hat eben ihre Tore geschlossen, meine Damen und Herren, und was gibt es nicht für grossartige Sachen, die auf dieser Messe für Konsumelektronik präsentiert werden: Kühlschränke, die Einkaufslisten schreiben; Heizungen, die man aus anderen Kontinenten einschalten kann; Fernseher, die einen warnen, wenn man vor ihnen einzuschlafen droht, oder einfach diskret Bild und Ton sanft runterfahren … halt, nein, das gibts doch noch gar nicht, das war bloss meine Wunschvorstellung … wie ich ja überhaupt sagen muss: Bei all diesen technischen Neuerungen vermisse ich einige wirklich bahnbrechende Innovationen, Neuerungen, die einem das Alltagsleben so viel einfacher machen würden. Hier wären fünf Vorschläge meinerseits:

  1. Gift Tracking App. Sie kennen das: Sie kriegen von Beat und Regula, die Sie zum Essen eingeladen haben, so ein Set Messerbänkli und haben den dringenden Verdacht, dass hier ein Fall von «Re-Gifting» vorliegt. Also Beat und Regula einfach ein ihnen unliebsames Geschenk weiterreichen. Und was ist eigentlich mit dem Bakelit-Kerzenhalter passiert, den Sie Beat und Regula zum letzten Weihnachtsfest verehrt haben? Hier könnte die Nano-Technologie Abhilfe schaffen: Einfach an unauffälliger Stelle einen Chip anbringen und via Smartphone tracken, welchen Weg die Gabe nimmt.

  2. App, die Anrufe oder Textnachrichten simuliert. Denn wie oft befinden wir uns in sozial unbehaglichen Situationen, zum Beispiel bei einem grauenvollen Date, und wünschen uns nichts sehnlicher, als dass die Erde sich auftut und uns verschluckt. Oder wenigstens das Telefon klingelt. Hier sollte zum Beispiel ein sanfter unauffälliger Druck auf die Hosentasche genügen, um das erlösende Signal auszulösen.

  3. App, die den Anruf einer Berühmtheit simuliert. Funktioniert wie (2), bloss dass auf dem Display zum Beispiel erscheint «Roger Federer». Falls Sie Eindruck machen wollen.

  4. Self-Tracking-Armband, das anhand vitaler Signale spürt, wenn Sie bei wichtigem Meeting oder während des Rings in Bayreuth einzuschlafen drohen, und Ihnen hierauf einen leichten, dynamisierenden Schlag verpasst.

  5. Frisurensimulator. Falls Sie zu jenen Menschen gehören, die ein Foto Ihrer Wunsch-Haartracht mit zum Coiffeur nehmen. Die App überblendet ein Portrait von Ihnen mit der gewünschten Frisur, damit Sie vorher testen können, ob Ihnen das wirklich steht. Gäbig, oder?

 

6 Kommentare zu «Segen der Technik»

  • Meinrad sagt:

    Zu 1: Spätestens in der Kehrichtverbrennungsanlage wird der Chip seinen Geist aufgeben, wenn die Gabe dem Feuer geopfert wird. Also den Verlauf immer schön im Auge behalten! Allerdings scheint sogar Skyguide mit einer solchen Methode überfordert zu sein. Zum Leide aller.

    Zum ganzen Text: „[Der Ironiker] weiss lediglich das Eine, dass das Gegenwärtige nicht der Idee entspricht. Er ist derjenige, der das Gericht halten soll. In gewissem Sinne freilich ist der Ironiker prophetisch, denn er weist fort und fort hin auf etwas im Kommen Begriffenes, aber er weiss nicht, was es ist.“ (Kierkegård)

    Nun, Herr Tingler weiss in seiner Kreativität sogar, was das Künftige sein soll. Da stolperte ich kürzlich bei Vladimir Jankélévitch über: „Kunst ist nicht ironisch.“ Wie bitte?

  • Frank Wenner sagt:

    Ausser die letzte App ist alles Kinderkram.

  • Kristina sagt:

    Danke. Ich hatte mir einen Blog dafuer gewuenscht und schwupps ist er da. Jetzt kann ich ueber Jeannie und Larry texten. Ja, die bezaubernde Jeannie und der Meister, der immer so unausgegorene Wunesche hat. Kaum ausgedacht, schon passiert. Dann wird es jeweils richtig lustig. Nun wuensche ich Ihnen auch eine Jeannie, vielleicht nur um die Apps auf Ihr Fon zu zaubern. Ich dachte, das gibt es alles schon. Koennte mich auch irren. Ich heisse ja nicht Jeannie.

  • Michael sagt:

    Nr. 2: Gibt es bereits: Fake Call etc.
    Nr. 3: Wofür soll das gut sein? Und sonst: Fake Call erweitert (Samichlaus etc.)
    Nr. 4: Könnte die Sache noch schlimmer machen: Wenn sie aufschrecken, weil sie geweckt wurden, dann merkt jeder, dass sie schliefen. Wenn sie einfach dösen und nicht schnarchen, dann haben sie gute Chancen, unbeschadet über die Runden zu kommen.
    Nr. 5: Gibt es bereits: Frisur Simulator, Frisuren Testen, Hair Zapp…
    Und zu Nr. 1: Richtig peinlich wird es doch höchstens, wenn man jemandem etwas zurückschenkt. Wo das Teil durchläuft, ist eigentlich egal. Aber um die Peinlichkeit zu vermeiden, hilft auch eine simple Liste.

  • Gabriela sagt:

    App 3 gibt es schon, man braucht dazu allerdings im RL einen Freund: Nummer unter Namen der Berühmtheit speichern, entsprechendes Bild zuweisen und um Anruf zu einer bestimmten Zeit bitten. Simples. (Funktioniert auch mit App 2, aber eben, das mit den Freunden…)

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