Alles Plastik

Plastik

Neulich, meine Damen und Herren, stand beim Einkaufen vor mir an der Kasse eine Dame, die nur Bioprodukte aufs Band legte. Und dann, nachdem sie bezahlt hatte, mutmasslich mit einer Biokarte –, packte sie ihre Einkäufe in ungefähr sieben Knisterplastiktüten von der Rolle. Weil sie offenbar zu knickrig war, einen Papiersack zu erstehen. Und diese Mistknisterplastiktüten sind aus unbegreiflichen Gründen gratis. Ich hasse die Dinger. Die sollten ein Vermögen kosten. Oder noch besser: gar nicht angeboten werden. Ich sehe immer sofort diesen Riesentütenstrudel vor mir, Sie wissen schon: The Great Pacific Garbage Patch (GPGP).

Anderntags sah ich die «Tonight Show» mit Jimmy Fallon, wo Pharrell Williams erklärte, dass er sich für Bionic Yarn engagiere. Was ist Bionic Yarn, werden Sie nun vielleicht fragen. Nun, das geht ungefähr so: Der Tütenstrudel wird zu Garn gespannt. Zum Glück haben wir Pharrell. Aber diese Knistersäcke gehören verboten. Verboten. Verboten.

28 Kommentare zu «Alles Plastik»

  • Hans Gerber sagt:

    Herr Dr. Tingler sie schreiben: „Mistknisterplastiktüten sind aus unbegreiflichen Gründen gratis. Ich hasse die Dinger. Die sollten ein Vermögen kosten. Oder noch besser: gar nicht angeboten werden.“ Wenn dem so ist, wie steht es dann mit Billigflugtickets, Benzinpreis, Genussmittel, Nahrungsmittel etc….

  • Jean-Paul sagt:

    Und die derzeit angebotenen Erdbeeren, deren aufgespritztes Leuchtrot glänzend in diese eunuchoiden Paradiesvorstellungen der Zeugen Jehovas und anderen Seelenhektikern passen würde? Von denen jeder weiss, dass ihr Geschmack etwa gleich intensiv ist wie derjenige eines Fotos einer Büchse Aromat? Ich sehe da immer diese ausgetrockneten, mit Plastik überzogenen Böden vor mir und ein Heer von anonymen Arbeitern, die sich den Buckel rund schuften, damit sich unsereins an Ostern „mal was gönnen“ kann. Auch verbieten?

  • Rose B. sagt:

    Danke. Ich bin sehr froh, dass Sie den GPGP erwähnen. Das kommt leider viel zu selten vor. Bei aller Schönheit der Welt ist doch auch ihre Hässlichkeit nicht zu vergessen. Danke auch für den Hinweis auf Pharrell Williams, dieses Fünkchen Hoffnung auf Rettung.

  • werner boss sagt:

    Meine Papiertragtaschen halten halten im Schnitt zwei Jahre, man muss nur wissen wie man eine solche Tasche optimal einräumt und trägt. Die Ladenbesitzer scheinen das aber nicht so gerne zu sehen, denn in den letzten Jahren sind die Papiertaschen deutlich dünner geworden. Es ist halt schon dumm wenn an Ostern 2016 einer mit der Werbung von Weihnacht 2013 herumläuft…..

  • Bruno Schädler sagt:

    Lieber Herr Doktor
    Ja, die Frau hat sich nicht gerade vorbildlich verhalten.
    Deswegen müssen aber die Raschelsäcke nicht verboten werden, es ist schon viel zu viel verboten in der Schweiz. Und keiner unserer Raschelsäcke wird wohl im GPGP landen, weil fast niemand diese einfach auf die Strasse schmeisst, sondern sie im Müll entsorgt oder im Recycling. Ganz im Gegensatz zu allen Plastikflaschen und anderem Plastikmaterial in gewissen anderen Ländern, welche ganze Landstriche verunstalten und vom Wind in alle Meere verteilt werden.
    Selber ein gutes Vorbild sein reicht – auch beim Fliegen….

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