Alles Plastik

Plastik

Neulich, meine Damen und Herren, stand beim Einkaufen vor mir an der Kasse eine Dame, die nur Bioprodukte aufs Band legte. Und dann, nachdem sie bezahlt hatte, mutmasslich mit einer Biokarte –, packte sie ihre Einkäufe in ungefähr sieben Knisterplastiktüten von der Rolle. Weil sie offenbar zu knickrig war, einen Papiersack zu erstehen. Und diese Mistknisterplastiktüten sind aus unbegreiflichen Gründen gratis. Ich hasse die Dinger. Die sollten ein Vermögen kosten. Oder noch besser: gar nicht angeboten werden. Ich sehe immer sofort diesen Riesentütenstrudel vor mir, Sie wissen schon: The Great Pacific Garbage Patch (GPGP).

Anderntags sah ich die «Tonight Show» mit Jimmy Fallon, wo Pharrell Williams erklärte, dass er sich für Bionic Yarn engagiere. Was ist Bionic Yarn, werden Sie nun vielleicht fragen. Nun, das geht ungefähr so: Der Tütenstrudel wird zu Garn gespannt. Zum Glück haben wir Pharrell. Aber diese Knistersäcke gehören verboten. Verboten. Verboten.

28 Kommentare zu «Alles Plastik»

  • Mario Pellin sagt:

    Warum sich Knistertüten wohl zum emotionalen Prügelknaben entwickelt haben? Die Leute holen sich ihren Latte-to.go, den Gojibeeren-Smoothie, ein Snickers, einen Salad-mix, und so fort, alles schön verpackt. Und dann, blame it on the Knistertüte! Auf den Scheiterhaufen mit ihnen, dieser Versinnbildlichung unseres Konsumverhaltens. Schauen wir zuerst auf unseren eigenen Garbage Patch. Am Bahndamm, in der Hecke, der Blumenrabatte, am Strassenrand, am Bachbord, liegen da die Knistertüten? Ich sehe selten welche vor lauter Take-away Müll. Aber Verbieten ist ja schon mal ein Anfang.

  • H. Meyer sagt:

    Irrtum, sprach der Igel …..
    Die Ökobilanz der Papiertüte ist erst nach siebenmaligem Gebrauch besser. Haben Sie schon jemals ein und dieselbe Papiertüte sechsmal wieder zum Einkaufen mitgenommen? Ich nicht! Sonst jemand?

  • Peter sagt:

    Ich versuche die Verwendung dieser Tüten bei der Kasse auch möglichst zu vermeiden, indem ich eine Papiertasche oder anderes dabei habe. Und wenn ich doch einmal nicht umhin komme, schaue ich, dass ich die Tüte zu Hause noch einmal verwende. Aber eine Frage an Herr Tingler und die Leserinnen und Leser: Wenn Sie Gemüse oder Früchte offen kaufen, z.B. 3 bis 4 Zwiebeln, wie machen Sie das? Welche Tipps gibt es, um nicht jedesmal die dortigen Plasticksäcke benutzen zu müssen?

  • Roman Meier sagt:

    Es reicht nicht nur die Plastiktüten zu verbieten. Alle Kunststoffverpackungen, die biologisch nicht abbaubar sind, müssten verboten werden und langfristig sogar alle Kunststoffe aus dem Verkehr gezogen werden, denn Kunststoffe stellen eine unabsehbare Gefahr für unsere Umwelt dar. Bevor neue Stoffe hergestellt werden dürfen, müssten Produzenten hieb und stichfest beweisen, dass sie ökologisch absolut unbedenklich sind. Alles andere ist kriminell!

  • Dieter Neth sagt:

    Bin mit dem verlangten Verbot dieser Tüten einverstanden,aber dann bitte auch die restliche Verpackungssucht einmal anschauen.Nicht wegen dem Plastikstrudel.Denn meines Wissens hat es sehr wenig schwimmende Plastiktüten in unseren Flüssen, und können so auch nicht ins Meer gelangen.Wichtiger scheint mir,ein Verbot der Nanotechnologie und Plastik -Mikropartikel für Konsumprodukte.Das Zeug kriegt die Kläranlage nicht raus und schwimmt tatsächlich im Meer-unsichtbar. Aus dem Auge aus dem Sinn? Dito die Antibabypillen-Rückstände.Kaum abbaubar,vielleicht hat DAS ja mit den fehlenden Felchen zu tun!

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