Der Wert der Worte

Former U.S. President Bill Clinton introduces U.S. Democratic presidential candidate Hillary Clinton during a campaign rally at Washington High School in Cedar Rapids, Iowa January 30, 2016.  REUTERS/Adrees Latif    - RTX24R5U

Clarence Thomas hat gesprochen, meine Damen und Herren. Clarence Thomas ist Richter am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten und hat am Montag, den 29. Februar 2016, in einer Anhörung eine Frage gestellt. Das fand deswegen Beachtung, weil Thomas seit ziemlich genau zehn Jahren geschwiegen hatte. Seine bisher letzte Frage stellte er am 22. Februar 2006. Ein einmaliger Rekord. (Und vor drei Jahren machte er dem Anschein nach einen Scherz während einer Anhörung; dieser aber blieb unverständlich.) Nun kann man sich ja auf den Standpunkt stellen, dass jemand, der den Wert der Worte kennt, dieselben auch zu wägen weiss und also womöglich nicht viele verliert. Und eigentlich erscheint das ja sogar ganz wohltuend in unserer überartikulierten Gesellschaft, die nur allzu oft «Prominenz» mit «Sichtbarkeit» respektive «Hörbarkeit» verwechselt. Richter Thomas selbst hat für sein langes Schweigen eine Reihe von Gründen angeführt, nicht zuletzt prozedurale bzw. grundsätzliche: Seiner Auffassung nach geraten Anhörungen vor dem Supreme Court oft zum Spektakel, wodurch nichts und niemandem gedient werde, am wenigsten der Rechtsfindung. Nun aber wurde Clarence Thomas ironischerweise selbst zum Spektakel. Der blosse Umstand, dass er sein Schweigen brach, schaffte es auf die Titelseiten zum Beispiel der «New York Times» und des «Wall Street Journal». Paradoxerweise ist ebendieses Schweigen mittlerweile das, wofür der Oberste Richter Clarence Thomas in den USA am besten bekannt ist – nicht etwa seine Beiträge zur juristischen Diskussion und Verdienste um die Rechtsprechung. Wir nehmen das nun zum Anlass für eine Frage: Wer hat eigentlich auch schon lange nichts mehr gesagt?

  1. Bill Clinton

    Spielt eine zurückhaltendere Rolle als viele dachten im Präsidentschaftswahlkampf seiner Frau Hillary. Dabei hat Bill Clinton, wie immer man ihn auch beurteilt, zweifellos Charisma. Und das ist eine seltene Qualität.

  2. Prince Philip

    Früher eine verlässliche Quelle für pointierte Zitate, scheint der Herzog von Edinburgh, der in Kürze 95 wird, sich in letzter Zeit im Hintergrund zu halten. Wir hoffen auf eine Rückkehr zum 90. Geburtstag seiner Gattin.

  3. Maggie Simpson

    Erinnern Sie sich an Maggie Simpsons berühmtes erstes Wort, «Daddy», 1992, in der Stimme von Elizabeth Taylor? Seitdem aber hat Maggie nicht mehr wirklich viel gesagt. Nach dem unerbittlichen Gesetz des Zeichentricks stagniert ihre Sprachentwicklung.

  4. Beni Thurnheer

    Ehemals Schnurri der Nation. Irgendwie vermissen wir Beni.

  5. Jolanda Spiess-Hegglin

    Just kidding.

Man muss ja nicht immer was sagen: Bill Clinton bei einer Wahlveranstaltung für seine Frau. Bild: Adrees Latif (Reuters)

12 Kommentare zu «Der Wert der Worte»

  • Neuhaus Markus sagt:

    Clinton könnte erklären, welcher Teufel ihn geritten hat zum Schluss seiner Amtszeit den Glass-Steagull-act durch seinen Gramm-Leach-Bliley Act aufzuheben und damit das bewährte Trennbankensystem. Aufgehoben führte dies straks zur grossen Bankenkrise 2007/08, woran die ganze Welt noch immer brav bezahlen darf. Also, Herr Clinton, wir hören…

  • Thales Von Milet sagt:

    Lieber Dr. P.T. Mit der Nummer 1 und 2 sehr einverstanden! Nr 3, naja keine lebende, echte Person? Eine Comicfigur!?!?… Nr 4 ok. ich mag ihn auch, aber der hat 40 Jahre genug geredet und ein Recht zu Schweigen. Nr 5 entlarft definitiv: Ihnen ging bei der Nr 2 bereits die Luft raus…schade. Der Blog himself wäre eigentlich gut und hätte mit 1 und 2 gut angefangener Aufzählung etwas mehr verdient…

  • Markus Kaufmann sagt:

    Kleines Detail: in der Episode „Four Great Women and a Manicure“ zettelt Maggie Simpson in einer flammenden Rede ihre Kameraden im Kinderhort zu einer Rebellion an. Gesprochen wird sie hier übrigens von Jodie Foster.

  • Rüdiger sagt:

    B. Clinton steht für mich für den Verfall der westlichen Demokratien. Kein Militär geleistet, seine Frau mehrmals betrogen/verseckelt (gut das hat die gute Hillary nicht davon abgehalten diese Frauen fertig zu machen…u.a. diese „White Trash“ nennend). Und unvergessen wie er jeden Ami glauben liess, dass jeder Anrecht auf ein Haus hat (unabhängig der FlüMi)

  • Kristina sagt:

    Ja, und da gab es sogar einen Moment da rief Korbin Dallas nach Rudy Rhod.

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