Was hemmt Ihren sozialen Aufstieg?

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Ich lese gerade ein faszinierendes Büchlein, meine Damen und Herren, nämlich «The Art of Social Climbing» von Lincoln Kerney. Die Kunst des sozialen Aufstiegs, also. Der Autor benennt und systematisiert die Dinge und Manieren und Konversationsstrategien, die den gesellschaftlichen Aufstieg befördern, und er schliesst mit einer Würdigung jener Phänomene, die das Gegenteil bewirken, also die Gesellschaftskarriere in den wirklich höheren Sphären hemmen oder gar nicht erst zustande kommen lassen. Und ebenjene Tabus will ich hier nun gerne in Form einer Auswahl im Listenformat an Sie weitergeben, zu Ihrer Nutzung und Orientierung, wobei ich mich jedes Kommentars enthalte. Den können Sie dann anbringen. Heute ausnahmsweise mal nach Geschlecht getrennte Listen. Und, okay, manchmal musste ich doch noch meinen Senf dazugeben. Sie kennen mich ja. Es folgen: die fünf wichtigsten Aufstiegsbremsen …

… für Damen:

1. Tätowierungen
2. Zehenringe (und Ringe am Mittelfinger)
3. Das Monogramm-Muster von Louis Vuitton (ausser es ist sichtbar alt)
4. Billiges Parfüm (überhaupt, wie ich ergänzen möchte, zu viel und zu schweres und/oder modisches Parfüm)
5. Botox und Brustvergrösserungen (sowie, wie ich ergänzen möchte, ein ungeniert wuchernder sogenannter «Galstache»)

… für Herren:

1. Schlechte Zähne
2. Jede Form von Polyester (und anderen Kunstfasern)
3. Getönte Haare, Toupets, Ponyfrisuren (sowie, wie ich ergänzen möchte, die nicht auszurottende Überkämm-Lügenfrisur)
4. Piercings
5. Zu kurze Strümpfe (sowie, wie ich ergänzen möchte: billige Schuhe. Es gibt keine billigen Herrenschuhe, denen man das nicht ansieht)

Im Bild oben: Mit seinen schlechten Zähnen schaffte es «der Beisser» immerhin zum James-Bond-Gegenspieler. (Screenshot: MGM)

«Tinglers Fünf» erscheint immer sonntags im Blog Mag und gleichzeitig in der «SonntagsZeitung».

23 Kommentare zu «Was hemmt Ihren sozialen Aufstieg?»

  • Jacques sagt:

    Ich ergänze gerne für die Herren: ständig dunkle Ringe unter den Augen. Meine grösste Bremse war aber mein Geburtsort. Sehr abgelegen, da wo Fuchs und Has‘ sich einander gute Nacht sagen. Da musste man immer weit herumreisen, und das war dazumals teuer – ohne Autostopp.

  • Jacques sagt:

    Beide Geschlechter: Ein Personalchef sagte mir einmal im Firmen-Café: Gelbe Nikotinablagerungen am Zeig-/Mittelfinger könnten auch ein Handicap sein. Wir rauchten beide, er gar noch diese alten, starken Gauloises. Lachend tauschten wir Rezepte aus, wie man die entfernt. Sicher geht es gut mit ‚Wasserstoff(su)peroxid‘; damit brachten früher die Frauen sogar ihre Haare auf blond. Regelmässiges Händewaschen mit einer guten Seife (z.B. herbe Roger Gallet) wirkt auch – wenigstens vorbeugend.

    • Eduardo sagt:

      Sie haben die eklige Ausdünstung von Aschenbecher aus Mund, Kleidung und Haut vergessen. Zudem verlieren Raucher ihre Zähne im Durchschnitt viel früher. Die „Dritten“ kann man dann natürlich wesentlich leichter mit Wasserstoffperoxid reinigen 😉

    • Jacques sagt:

      @Eduardo: Vorurteile? Meine zweiten Zähne sind tiptop. Ich pflege sie auch gut, und ev. noch genetisches Glück dazu. (Vater, Nichtraucher). Sie kennen wohl meine Zigarettenmarke nicht. Die riecht zwar etwas wild (sauvage) – dafür aber sehr, passend zu Malt-Whisky. p.s.: Meine Freundin ist mit meiner zarten Haut sehr zufrieden, sie beneidet mich fast ein bisschen darum. Zart, aber nicht sehr empfindlich, After-Shave resistent. Genetisches Glück? (Mutter, Raucherin).

  • Roland K. Moser sagt:

    Ich behalte meine Patagonia-Kunsfaserpelz-Jacken und -Pullover auf jeden Fall und kaufe noch mehr.
    Und wenn mich das am „sozialen Aufstieg“ hindert, beweist dies nur, dass der „soziale Aufstieg“ eigentlich ein Abstieg ist.
    Nochmals ein Grund, mich selbst zu sein.

    • Jacques sagt:

      Das ‚warum‘ nach diesem „soz. Aufstieg“ wurde ja gar nicht gestellt. Es wäre immerhin einer Frage wert. So wie ich nun einmal bin, kann ich nur auf die Nase fallen – und das wäre nicht allzu tief. Ausserdem habe ich darin schon eine gewisse Uebung. Also, weiter – comme d’habitude …

  • Winston sagt:

    Zu Damen Nr. 5:
    Gibt es den «ungeniert wuchernden sogenannten ‹Galstache›» heutzutage nicht auch bei Männern?

  • Boris Wydler sagt:

    Was ist wenn man einen 0815 Job hat, ganz zufrieden damit ist und man wie seine Freunde (die seit 30 Jahren die gleichen sind) Sneakers trägt und ein paar Piercings hat. Sollen wir den „sozialen Aufstieg“ gleich vergessen?
    Was erwartet einen eigentlich nach dem sozialen Aufstieg? Lauter gut gekleidete Leute die für alles eine Liste mit 5 dos and don’ts haben?

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