Wer wird Mary Poppins?

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Julie Andrews wird 80, meine Damen und Herren. Sie erinnern sich doch an Julie Andrews? Das ist diese famose britische Schauspielerin, die es vor gut 50 Jahren als Mary Poppins und in «The Sound of Music» zu Weltruhm brachte. Jene Rollen trugen dazu bei, dass sich die breite Öffentlichkeit nicht mehr vorstellen konnte, dass so was Bezauberndes und Feengleiches wie Julie Andrews zum Beispiel jemals eine Toilette aufsuchen würde – ein Image, das Frau Andrews anschliessend mit glorioser Selbstironie parodierte, am stärksten in jenem Meisterwerk «S.O.B. – Hollywoods letzter Heuler» unter der Regie ihres Ehemanns, des ebenfalls grossartigen Blake Edwards. Und jetzt? Jetzt kam die Meldung, dass Disney einen neuen Mary-Poppins-Film entwickelt, wieder ein Musical, das steht schon fest. Aber wer? Wer kann den Schirm aufspannen und in die Schnürstiefel springen, um in die Rolle der zauberhaften britischen Nanny zu schlüpfen? Hier kommen fünf Vorschläge:

  1. Anne Hathaway

    Gilt als eine Favoritin. Und hat Disney-Erfahrung. Und kann singen. Und wirkt so frisch und kess. Das Problem ist nur: Irgendwie scheint es Anne Hathaway nicht selten zu passieren, dass sie mit Porzellanhaut und Ebenholzhaar und wundervollen Zähnen beim Publikum Aversionsgefühle auslöst. Wie dieses eingebildete Mädchen aus der Laienspielgruppe mit dem überdramatischen Getue und manischen Grinsen. Die, die bei jeder Gelegenheit in ein Lied ausbricht.

  2. Tina Fey

    Für etwas mehr Kante. Mary Poppins with a twist, sozusagen. Diesfalls übernimmt dann Amy Poehler die Rolle der Winifred Banks. Und Lena Dunham spielt Jane.

  3. Snooki

    Sie erinnern sich an Snooki aus «Jersey Shore»? Und «Snooki & Jwoww»? Nein? Eben. Snooki braucht dringend eine Wiederbelebung ihrer Karriere. Und würde die bisher von Disney ignorierten proletarischen Wurzeln von Mary Poppins sehr schön zur Geltung bringen.

  4. Caitlyn Jenner

    «Degender» heisst das Zauberwort. Also die Befreiung sozialer Rollen von geschlechtsspezifischen Zuschreibungen. Die Hinterfragung von Rollenstereotypen. Zum Beispiel, indem eine Symbolfigur dieser Hinterfragung wie Caitlyn Jenner eine derart geschlechtskategoriale Rolle übernimmt wie die der Mary Poppins.

  5. Julie Andrews

    Noch einmal. Das wäre der Gipfel der Selbstironie. Wenn mans richtig macht. Und Julie Andrews macht alles richtig. Happy Birthday!

«Tinglers Fünf» erscheint immer sonntags im Blog Mag und gleichzeitig in der «SonntagsZeitung».

3 Kommentare zu «Wer wird Mary Poppins?»

  • mary poppins sagt:

    danke

  • Jacques sagt:

    „Udo Lindenberg“ (46′). natürlich. Hinter dem Horizont geht es dann – weiter. Und zum Frühstück mit der Nina Hagen (55′) gleich – einen ganzen Eimer Brombeermarmelade. The Times They Are A Changin‘ – sang schon Bob Dylan (Robert Zimmermann). Geboren 1941 – also auch schon über 74 Jahre alt. Beide im schönen Mai! Die Nina kam schon früh – im März.

  • tststs sagt:

    Hoffe, bei den nächsten „Tinglers fünf“ wird Dick van Dyks Nachfolger präsentiert.
    Hier schon einmal meine Castingcouch:
    1. Einer der Hemsworthbrüder: gäbe dann eine ziemlich aalglatte MP-Version
    2. Borat übernimmt die Rolle von Bert (als Mr. Banks sehe ich Weird Al Yankovic und Jesse Heiman als Michael)
    3. Ein Proll-Bert mit benötigtem Karriereschub: Mel Gibson?!?
    4. One-man-show degenderet? Vllt Miley? Disney passt ja schon mal…
    5. Dick van Dyke 😉

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