Kuchen und Kinder: Die Welt für die Frau

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Gewiss erinnern Sie sich, meine Damen und Herren, an meinen Hinweis neulich an dieser Stelle auf überkommene (oder überkommen geglaubte) Familienbilder und Geschlechterrollenstereotype in der Küchenkampagne von Ikea. Einige von Ihnen waren mit diesem Hinweis gar nicht einverstanden. (Sehr schön finde ich auch immer das Argument, man solle sich doch jetzt bitte nicht mit so was befassen, wo es gerade so viele Flüchtlinge gebe. Das hat was von Haupt- und Nebenwiderspruch und lässt sich ohne Aufwand jederzeit überall anbringen. Mutmasslich im Gegensatz zu einer Ikea-Küche.) Nun würde mich natürlich interessieren, was Sie zu jener Reklame sagen, die auf obigem Bild zu sehen ist. Ich persönlich finde das, was niemanden überraschen wird, in seiner Biederkeit und Konventionalität sogar noch rückständiger als Ikea. Und Sie?

21 Kommentare zu «Kuchen und Kinder: Die Welt für die Frau»

  • Philipp Rittermann sagt:

    die frau ist ein wesen, welches gehegt und gepflegt werden will. dazu gehört, selbstverständlich, dass man(n) ihr die infrastruktur vermittelt, wo sie sich wohlfühlt. dazu gehört in prioritär absteigender reihenfolge:
    – die waschmaschine,
    – der herd,
    – der staubsauger. beim rasenmäher muss man(n) erst gut anleiten, bevor man(n) ihn aus den händen gibt. und man(n) merke. eine zufriedene frau ist abends müde. es ist gar nicht soo schwierig.

  • Anh Toàn sagt:

    Es geht, so hoffe ich doch, nicht primär um die Rollenklischees, es geht um die Sehnsucht nach einer einfachen, überschaubaren, geordneten Welt. Aus Angst vor der ungewissen Zukunft sehnt man sich nach der Vergangenheit, aber nicht der realen, hässlichen mit Fichenskandel, Frauenunterdrückung und Landstrassenkindern, sondern nach einer verkitschen, mystisch verklärten Vergangenheit, kurz man wird nostalgisch. Als die Sommer noch richtige Sommer waren, die Gletscher noch nicht schmolzen, das Bankgeheimnis ein Wert war, fand halt auch frau Erfüllung ihrer Welt im Backen eines Kuchens.

  • El Schnee sagt:

    Wieso reisst der Mann seine Hände nicht hoch? So ein Kuchen ist doch gefährlich …

  • Madame Hortense sagt:

    Mich würde interessieren, was das für eine Sprache ist: „Will ihr für mi d’Welt sind.“ Wo wird so gesprochen?

  • Lia sagt:

    Naja, Frau von Welt lacht darüber und schraubt weiter am neuen Regal. Bei uns kocht mein Mann, weil er es besser kann, ich kann dafür besser schrauben, obwohl er Elektroniker ist – Leisi spricht sicher einige Heimchen am Herd damit an, den Grossteil aber nicht, es lohnt nicht, sich darüber zu ärgern.

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