Kuchen und Kinder: Die Welt für die Frau

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Gewiss erinnern Sie sich, meine Damen und Herren, an meinen Hinweis neulich an dieser Stelle auf überkommene (oder überkommen geglaubte) Familienbilder und Geschlechterrollenstereotype in der Küchenkampagne von Ikea. Einige von Ihnen waren mit diesem Hinweis gar nicht einverstanden. (Sehr schön finde ich auch immer das Argument, man solle sich doch jetzt bitte nicht mit so was befassen, wo es gerade so viele Flüchtlinge gebe. Das hat was von Haupt- und Nebenwiderspruch und lässt sich ohne Aufwand jederzeit überall anbringen. Mutmasslich im Gegensatz zu einer Ikea-Küche.) Nun würde mich natürlich interessieren, was Sie zu jener Reklame sagen, die auf obigem Bild zu sehen ist. Ich persönlich finde das, was niemanden überraschen wird, in seiner Biederkeit und Konventionalität sogar noch rückständiger als Ikea. Und Sie?

21 Kommentare zu «Kuchen und Kinder: Die Welt für die Frau»

  • Hans Hintermeier sagt:

    Sehr geehrter Herr Doktor: In einer pluralistischen Welt, sollte eben auch dies möglich sein. Neben dem Hausmann der Karrieremann, neben der Hausfrau die Karrierefrau, jede/r soll und darf frei entscheiden, ohne Bevormundung durch selbsternannte moralische/ideologische Instanzen. Man/frau bildet eben auch nicht alle Frauen ab, wenn man/frau sie nur im Businessanzug in den Medien/Werbung zeigen darf. Nicht alle Frauen wollen sich diesem hegemonialen Weiblichkeitsbild der Karrierefrau anpassen. Menschen sind verschieden und das ist gut so.Warum dies immer künstlich beeinflussen wollen?

  • Sptarter sagt:

    Naja, die einzigen rückständigen Punkte, die ich sehen kann, sind der Retro-Style der Aufnahme und dass der Vater noch bei der Familie lebt – aber vielleicht ist er ja nur zu Besuch da.

  • Sandra sagt:

    Sie haben völlig Recht Herr Tingler. Wobei dieses Bild nicht rückständig ist, sondern einfach nur noch sexistisch. Es braucht mehr Frauen in der Werbebranche!!

  • Cybot sagt:

    Trotz aller neuen Modelle und Freiheiten leben halt die allermeisten Leute immer noch mehr oder weniger nach dem althergebrachten Modell. Insofern ist es keine allzu grosse Überraschung, wenn sich die Werbung nach der grössten Zielgruppe richtet.

  • stef sagt:

    Es wäre einmal statistisch zu ermitteln, in welchem Verhältnis der Kuchen von Mami oder von Papi gebacken wird. Ich vermute jetzt mal ein Verhältnis von ca. 80:20.
    Tja, was machen wir denn, wenn sich die Realität einfach nicht dem ideologisch gestylten Zeitgeist unterordnen will? Wie gehen wir mit dem unhaltbaren Zustand um, dass sich die Mehrheit der Leute offenbar in einem System wohlfühlt, das nicht der Weltanschauung einer akustisch und publizistisch dominierenden Minderheit entspricht?

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